Campingplatz in Hagen droht Schließung wegen Mängeln
26.05.2011 | 17:24 Uhr 2011-05-26T17:24:00+0200
Hagen. Die abenteuerliche Bebauung der Campingplätze an der Ruhrtalstraße ist laut Bauverwaltung und Feuerwehr nicht mehr tragbar. Die Beseitigung aller Mängel sei jedoch unmöglich. Nun soll eine einvernehmliche Lösung her, um die Anlage zu retten.
Der bauliche Wildwuchs an den Campingplätzen entlang der Ruhrtalstraße hat abenteuerliche Dimensionen angenommen. Feuerwehrchef Horst Wisotzki bemängelt brandgefährliche Situationen für die schätzungsweise bis zu 4300 Camper. Hinzu kommt, dass viele Behausungen mitten im Überschwemmungsgebiet errichtet wurden. Die Bauverwaltung schlägt jetzt Alarm. Die gröbsten Mängel müssen zügig beseitigt werden.
Hagen ist die erste Ruhrgebietsstadt, die gegen einen solchen Camping-Wildwuchs vorgeht. Auf vielen Anlagen des Ruhrgebiets herrschen vergleichbare Verhältnisse.
In einem Schreiben wendet sich die Stadt an die Eigentümer der Grundstücke und listet detailliert Mängel auf. Das ernüchternde Urteil des Leiters des städtischen Bauordnungsamtes, Georg Thomys, lautet: „Es ist unmöglich, die Anlage in einen genehmigungsfähigen Zustand zu versetzen.“ Die eigentliche Konsequenz wäre eine Räumung der Campinganlage. Die Verwaltung will den Campern allerdings eine Goldene Brücke bauen und strebt eine einvernehmliche Lösung an, mit dem Ziel die gröbsten Gefahren zu beseitigen, damit die Anlage geduldet werden kann.
Feuer hätte verheerende Folgen
Von oben betrachtet erinnern Teile des Geländes optisch an Favelas, die in den Randlagen der großen Städte Brasiliens liegenden Armenviertel. Aber auch aus der Nähe beschaut ist die Bebauung tollkühn. Bisweilen liegen nur Zentimeter zwischen den Holzhütten, was bei einem Feuer verheerende Folgen hätte. Laut Camping- und Wochenendplatzverordnung müsste der Abstand mindestens fünf Meter betragen. „Im Ernstfall würden wegen dieser Feuerbrücken schnell hundert Meter Fläche in Brand stehen“, fürchtet Wisotzki. Ohne Genehmigung wurden Hütten mehrstöckig aufgebaut. Manche Bewohner haben sich zur Versorgung große Gastanks auf ihr Grundstück gestellt. Gefährliche Ofenkonstruktionen befeuern die Gefahr. An einigen Hütten hat austretende Hitze bereits das Holz verfärbt. Ein Großteil der Parzellen wäre für die Feuerwehr nicht erreichbar. Denn es gibt kaum ausreichend breite Zufahrten oder Brandschutzstreifen. „Die Bekämpfung eines Brandes wäre fast unmöglich“, sorgt sich Wisotzki.
Campingflächen standen unter Wasser
Mehr als hundert Unterkünfte wurden entlang ausgewiesener Überflutungsfläch en erbaut. Bei Starkregen war es in der Vergangenheit immer wieder zu Feuerwehreinsätzen gekommen, bei denen das ansteigende Grundwasser zusammen mit dem Niederschlagswasser abgepumpt und in die Ruhr geleitet wurde. Dutzende Campingflächen standen unter Wasser. Komplett überbaut wurden von Campern der Heimkebach.
Die Situation an den Campingplätzen entlang der Ruhrtalstraße sei über Jahrzehnte so gewachsen, sagt Stadtbaurat Thomas Grothe. In den Nachkriegsjahren zogen dort die ersten Camper ihre Domizile auf. Bis in die 70er Jahre, bis zur kommunalen Neugliederung, lag das Areal auf Ergster Gebiet. „Als Ordnungsbehörde kommen wir nicht mehr daran vorbei, uns zu kümmern.“ Bei dem Vorhaben, das Gelände soweit umzustrukturieren, dass die Bebauung geduldet werden kann, habe die Stadt die Unterstützung der Bezirksregierung Arnsberg.
Verbindlicher Maßnahmenkatalog
Die Bauverwaltung fordert jetzt von den Eigentümern der Grundstücke bzw. den Pächtern eine Reihe unmittelbarer Maßnahmen. Dazu zählt die Installation von Rauchmeldern sowie eine Überprüfung und Wartung der Gasanlagen. Außerdem müssen kurz- bis mittelfristig Zufahrten für die Feuerwehr geschaffen und Standflächen aufgegeben werden, damit ein ungehindertes Ausbreiten eines Brandes vermieden wird. Flächen entlang der Ruhr müssen bis zu einem Abstand von zehn Metern geräumt werden. Der gesetzliche Abstand beträgt sogar 50 Meter. In diesem Zusammenhang setzt die Verwaltung darauf, dass auslaufende Pachtverhältnisse nicht verlängert werden bzw. dass wenn Pächter ihren Platz aufgeben, dieser nicht wieder besetzt wird. Mitunter müssten Camper ihre Behausungen dann versetzen. Für Anfang Juni ist ein erstes Treffen mit den Grundstückseigentümern anberaumt.
„Wir setzen auf Konsens“, sagt Grothe. Wohlwissend, dass die Gespräche nicht einfach werden. Schließlich impliziert das geforderte Maßnahmenpaket auch die Aufgabe von Camping-Raum. „Da im Laufe der Jahre immer wieder Veränderungen vorgenommen wurden“, so Thomys, „können sie aber nicht auf einen Bestandsschutz pochen.“
09:48
von JessyII, selbst die Kindheit auf dem Campingplatz verbracht und aktuell Camper mit Familie.....
Also: Grundsätzlich ist es richtig, dass bestimmte Auflagen zur Sicherheit erfüllt oder überarbeitet werden müssen , aber warum erst jetzt, es hat sich bis vor 5 Jahren keiner um die Camper gekümmert? !
Es gibt schon ewig Gasabnahmen auf den Plätzen, Feuerlöscher in den Wegen und auf den Parzellen!!!Es sind schon einige Brandschutzbegehungen durchgeführt worden, wo gesagt wurde, trockene Koniferen, Lebensbäume, Gehölz muss weg, wurde erledigt. Wege wurden verbreitert, Hecken wurden eingekürzt, teilweise sogar komplett weggenommen!
Und die Plätze liegen auch nicht erst seit gestern direkt nebeneinander....Wer muss sich da profilieren?
Bei den Überflutungen wurde die Feuerwehr nicht nur für die Camper gerufen, es befinden sich auch Eigenheime an der Ruhrtalstrasse, die auch von den Wasserfluten betroffen waren. Wären es nur die Camper gewesen, wäre es der Stadt wahrscheinlich egal gewesen....
Bei der ersten Überflutung im August 2007 war es im übrigen menschliches Versagen, nicht frühzeitig auf die Wassermassen reagiert zu haben, ich erinnere an die Möhnetalsperre und die anderen Talsperren, die übergelaufen sind, weil nicht frühzeitig abgelassen wurde und somit Schwerte und die umliegenden Städte vollgelaufen sind.
Wie in dem Bericht erwähnt, gibt es die Campingplätze seit den 70ger Jahren, wieso wird jetzt reagiert? Im Mai 2006 teilte die Stadt Hagen den Campern, bzw. den Besitzern mit, dass die Campingplätze an das Abwassernetz angeschlossen werden müssen und das binnen 3 Monaten. Wenn die Camper doch illegal da sind, wieso mussten sie an das Abwassernetz angeschlossen werden? Warum wurde da nicht schon reagiert und gesagt ihr müsst weg?
2008 teilte die Stadt Hagen mit, dass die Camper Müllcontainer aufstellen müssen, alle Forderungen der Stadt Hagen wurden erfüllt,dafür kassiert die Stadt Hagen auch richtig ab!!! Da wurde auch nicht gesagt ihr seid illegal hier ,nur geduldet...Wie ist es mit den Steuern, die die Stadt Hagen einnimmt durch die Pacht, die die Besitzer für das Land von den Campern bekommen ja versteuert wird, und das ist bestimmt nicht wenig!!! Da stellt sich wiederum die Frage, die Camper sind illegal, warum dann die Müllcontainer, Abwasser., Steuern...? In den Slums von Brasilien gibt es weder ein Abwassernetz, noch Trinkwasserleitungen, Strom oder Müllcontainer da kassiert auch keiner!!! Hallo, die Campingplätze sind alles eingetragene Vereine teilweise seit 1972 eventuell sogar schon früher, im Vereinsregister der Stadt Hagen!!!!! NICHT ILLEGAL!!!!!
Die Plätze mit Favelas zu betiteln, die in den Randlagen der großen Städte Brasiliens liegenden Armenviertel- ist eine bodenlose Frechheit!!!! Die Campingplätze haben Gasabnahmen, Feuerlöscher etc. sowas einfach zu behaupten, dass es das dort nicht gibt....ohne Worte. Bitte mal in die Vergangenheit schauen: wieviele Wohnwagen, Vorbauten, Gasanlangen sind in die Luft gegangen? Wieviele Feuerwehreinsätze würden in den letzten 5 Jahren gefahren? Es liegt doch nicht an den Campern, dass die Gewässer über die Ufer treten, es liegt doch an der Umwelt und was wir ALLE damit machen!!! Vorerst ist ein Schuldiger gefunden worden, prima da kann sich jetzt mal einer richtig auf die Schulter klopfen!!!!
Aber ich möchte noch einen Aufruf an die Camper machen, helft euch gegenseitig, arbeitet miteinander- nicht gegeneinander!!!!
13:19
#21 von Ex-Hagener....Was das wilde Grillen an den Fluss- und Seeufern mit den Campern zu tun hat, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben...
Beides ist illegal. Ob man nur einen Tag seinem Freizeitvergnügen nachgeht oder sich Dauerhaft in solchen Gebieten aufhält, ändern nichts am Status der Unrechtmässigkeit. Spielraum.. Warum werden jetzt rigeros in den Lennewiesen die GRILLER verjagd und mit Bussgeld belegt??? Bin gespannt wann der erste wegen Ungleichbehandlung klagt.
11:58
Ja, Spatzenfreund, die Verwaltung muss nach Recht und Gesetz handeln. Aber sie hat Ermessenspielraum. Das wird im Artikel ja auch deutlich. Wer - weil er ja gar nicht wusste, dass er eine Baugenehmigung braucht - illegal einen Wintergarten oder Carport baut, ist ja auch dankbar, wenn die Behörde eine Lösung sucht statt ihm, was der Normalfall wäre, einfach eine Abrissverfügung in die Post zu legen.
Was das wilde Grillen an den Fluss- und Seeufern mit den Campern zu tun hat, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben...
10:21
illegal bleibt illegal. und muss sich die verwaltung nicht an das geltende recht halten? dann muss sie das recht auch durchsetzen, damit die bürger, die sich brav an die gesetze halten, nicht das nachsehen haben. illegale campingplätze dürfen nicht geduldet werden, weder an der lenne (schaut euch mal nach sonnigen wochenenden die müllberge und die feuerstellen an), noch an der ruhr und auch nicht am harkortsee (sofern die gerüchte stimmen).
07:55
Tja und das alles nur, weil dort in den letzten Jahren den Campern mal der Sonnenstuhl unter seinem Hintern weggespühlt wurde!
Mal ganz ehrlich. Das alles währe doch nie aufgefallen, wenn dort nicht inerhalb von zwei Jahren, drei mal alles unter Wasser gestanden hätte.
Welche Gründe auch immer das hatte.
Die kosten für diesen Großeinsatz der Feuerwehr ist ja nun auch beachtlich gewesen, denn auch wenn dies zum grösten Teil mit Freiwilligen Helfern der Feuerwehr geleistet wurde, müssen Verdienstausfälle, Betribstoffe für Fahrzeuge und Agregate, so wie die Reinigung der Einsatzmittel von der Stadt übernommen werden. Das sind kosten die auf den Bürger übertragen werden, da die Camper natürlich nicht Versichert sind. Kosten die beachtlich sind. Leider habe ich dazu keine genauen Zahlen aber wenn man mal in die Gemeindeordnung schaut zum Thema Gebührenverordnung Feuerwehr, kann sich das jeder mal ungefähr ausrechenen.
20:17
Als betroffener klinke ich mich mal ein.Na klar nen Eigentor.Schlafende Hunde weckt man nicht. Greift man die Stadt an wird natürlich mit allen Mitteln zurückgeschlagen. Lieben Dank was sich so Camper nennt!
15:51
#15 msdong71
Zu spät. Sie sind im Raster.
14:36
oh, freudscher versprecher, wenn da alles abbrennt nicht wenn man da alles abbrennt.
14:34
Jaja, Rauchmelder. Da Pipts wenigstens schön wenn man da alles abbrennt und man kann schonmal einschätzen wie weit das feuer weg ist :D
10:28
je mehr dort hausen, desto mehr geld kommt herein. es wäre dann ja auch blöd, in der steuererklärung einnahmen für flächen anzugeben, die man offiziell nicht nutzen darf - sie nicht anzugeben wäre illegal. wir regen uns über schwarzbauten in süditalien auf und schauen bei uns auch nicht so genau hin.