Buseinstieg als Nadelöhr

Märchenhafte Buswelt. Es war einmal in einer Stadt, in der die Einstiegsregelung seit Jahren klar geregelt war und umgesetzt wurde. Die Fahrer und die Gäste waren glücklich mit dieser Regelung. In dieser Zeit ergab es sich, dass neue Busse angeschafft werden mussten. Ein Teil der neuen Busse bekam im vorderen Einstiegsbereich eine Verengung, so dass nur noch jeweils eine Person den Innenraum erreichen konnte.


Und wenn der Erste beim Einstieg das Verkaufsgespräch mit dem Fahrer suchte, dann warteten die anderen geduldig, bis das Gespräch abgeschlossen war. Auch Regen störte die noch draußen stehenden Fahrgäste nicht, weil es eine friedvolle Stadt war. Bei vielen Verkaufsgesprächen konnte natürlich der Fahrplan nicht eingehalten werden, was dem Fahrer einen Teil seiner Pausen klaute.

In anderen neuen Bussen war es möglich, dass etwa 1,5 bis 1,7 Personen gleichzeitig in den Innenraum gelangen konnten. Da es in dieser Stadt aber nur gutmütige Menschen gab, gingen bei wirklich gutem Willen auch zwei gleichzeitig durch. Wenn aber ein Kunde mit dem Busfahrer im Verkaufsgespräch war, dann spürte der Kunde liebevollen Körperkontakt an Bauch oder Rücken, weil andere Fahrgäste voller Ungeduld den Fahr-Ausweis-Controller auf der rechten Seite nutzen wollten.Bei dem ersten Bus war das nicht ganz so schlimm. Da sowieso nur eine Person in den Bus konnte, war es auch egal, dass das Kontrollgerät ebenfalls rechts war. In anderen Städten wurde das Kontrollgerät links angebracht, was den Einstieg etwas leichter und zügiger gestaltete. In dieser Stadt wurde aber Tradition gepflegt.

Aber wir alle wissen ja, dass dies nur ein Märchen ist – und sich niemals in der Realität abspielen würde. . .