Bunte Stromkasten-Grimassen bereichern die Straßen

Die pfiffig bemalten Stromkästen sind im Hohenlimburger Stadtgebiet keine Seltenheit.
Die pfiffig bemalten Stromkästen sind im Hohenlimburger Stadtgebiet keine Seltenheit.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Wer derzeit durch die Hohenlimburger Innenstadt läuft oder die umliegenden Verkehrswege nutzt, könnte sich möglicherweise beobachtet fühlen. Grund dafür sind die kleinen, sonst grauen Stromkästen des Energieversorgers „Enervie“, die ebenso zum Stadtbild gehören, wie leerstehende Ladenlokale.

Einem pfiffigen Graffitikünstler war dieser Anblick ein sprichwörtlicher Dorn im Auge, so dass er zur Sprühflasche griff und aus den kleinen Kästen farbenfrohe Minikunstwerke kreierte. Sie sind rot, blau, grün, rosa oder violett und zeigen eine immer unterschiedlich gesprühte, leicht grimmig dreinschauende Grimasse. Das kuriose Phänomen: Viele Bürger laufen an den kleinen „Monstern“ vorbei und bemerken sie nicht einmal.

Im Internet erfreuen sich derweil die eingefärbten Stromkästen größter Beliebtheit. „Die sind so knuffig. Ich freue mich immer, wenn ich sie sehe“, schreibt eine Facebook-Nutzerin.

„Hallo Künstler, bitte weitermachen und nicht erwischen lassen“, kommentiert eine andere. Genau dies ist dem Graffitikünstler bislang bestens gelungen.

Bei dieser Aktion handle es sich, so wurde es dieser Redaktion zugetragen, um den Versuch, ein bisschen mehr Farbenfreude in die Stadt zu bringen. Zudem stünden zahlreiche Stromkästen im Stadtgebiet, die mit ihrem grauen Erscheinungsbild nicht unbedingt als „Hingucker“ gelten.

Enervie stellt keine Anzeige

Auch „Enervie“ sind diese Kästen nicht verborgen geblieben. Auf Nachfrage dieser Redaktion bezog Pressesprecher Andreas Köster Stellung zu den Farbmonstern. „Wir haben uns die Kästen angesehen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir von einer Anzeige wegen Sachbeschädigung oder Vandalismus absehen werden. Zum einen wurden die Kästen in ihrer Funktion nicht beschädigt und zum anderen handelt es sich nicht um die Verbreitung politischen Gedankenguts“, so der Sprecher über die kleinen Kunstwerke, der jedoch hinzufügte, dass man das Vorgehen im Auge habe.

„Dies soll kein Freifahrtschein für Sprayer sein. Das Recht einer Anzeige behalten wir uns im Falle von Trittbrettfahrern oder Anwohnerbeschwerden natürlich vor“, so Köster, der auch Vorteile in dieser Aktion sieht.

In der Heimat genau hinsehen

„Hin und wieder bekommen wir offizielle Graffitianfragen. Da unter den Sprayern der Kodex gilt, andere Bilder nicht zu übermalen, kommt es seltener zu hässlichen Graffitikritzeleien“, erklärt der Pressesprecher.

Im Kern dieser Aktion könnte noch ein anderer Gedanke stehen. Wer auf der Suche nach weiteren bunten Stromkastenmonstern ist, der schaut auf jeden Fall ein wenig genauer hin und entdeckt möglicherweise Dinge, die ihm in seiner Heimatstadt sonst verborgen geblieben wären.

Der Künstler hat sich bislang noch nicht zu erkennen gegeben. Noch?

Zusätzlich zu den in dieser Zeitung abgebildeten Grimassen sind einige weitere im Stadtgebiet verstreut.

Kleiner Tipp der Redaktion: Wer beim Sonntagsspaziergang im „Klosterkamp“ oder in der Nähe des Krankenhauses vorbeikommt, sollte die Augen offen halten.