Bürger protestieren gegen Neubau der JVA Hagen
19.02.2010 | 12:23 Uhr 2010-02-19T12:23:00+0100
Hagen. Der Widerstand gegen den Neubau einer JVA auf einem Gelände in Hagen-Herbeck, auf dem eigentlich Gewerbe angesiedelt werden sollte, nimmt konkrete Formen an. Anwohner haben sich jetzt in einer Bürgerinitiative organisiert.
Die Aufschrift auf dem großen Schild wirkt für Michael Laqua und viele andere Menschen in Halden und Herbeck wie Hohn. „Die Stadt Hagen baut für ihre Bürger”, steht am Gewerbegebiet Herbeck in großen Lettern. „Für welche Bürger denn?” fragt Laqua. „In unserem Sinne ist die Entwicklung hier ganz bestimmt nicht.”
Wer will schon einen Knast direkt vor der eigenen Haustür? Das ist die zentrale Frage. Antwort: niemand. Ein hässlicher Betonklotz, Strafgefangene als Nachbarn, fallende Grundstückswerte - folglich formiert sich der Widerstand.Rund 500 Bürger, so die Initiatoren, hätten sich bislang in der Initiative organisiert.
Sachliche Argumente
Dabei, und das ist den Initiatoren wichtig, will man auf sachliche Argumente setzten. „Es bringt nichts, Emotionen zu schüren”, sagt Michael Laqua, Sprecher der Bürgerinitiative, der selbst von Geburt an in Herbeck wohnt und dessen Betrieb im Gewerbegebiet Sudfeld expandiert hat. Aber: „Einerseits wird argumentiert, eine JVA wie am Landgericht mitten in Bebauung sei nicht zeitgemäß, andererseits soll nun ein Neubau zwischen drei Wohngebieten entstehen. Das ist nicht zu verstehen.”
Das Hauptargument der Knast-Gegner: Ein Alternativstandort auf Hagener Gebiet sei nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. „Spätestens seit bekannt ist, dass die Eigentümer für die Ausgrabung von Bodenschätzen im Gewerbegebiet Herbeck zur Kasse gebeten werden, lassen sich die Flächen kaum vermarkten”, sagt Michael Laqua, „die Stadt als Eigentümerin will oder kann die Mehrkosten offensichtlich nicht tragen. Da kommt das Land als Käufer gelegen, um die Fläche schnell loszuwerden.”
Fehler in der Vergangenheit
Der Fehler, so der Unternehmer, liege klar in der Vergangenheit. „Beim Ankauf der Flächen hätte man um die Bodenschätze wissen müssen”, sagt Michael Laqua, „wenn man wegen der zu erwartenden Grabungskosten jetzt auf die Ansiedlung von Gewerbe verzichtet, ist das viel zu kurzfristig gedacht. Denn bei einer Fläche von 86000 Quadratmetern ist mit einer jährlichen Gewerbesteuer in Höhe von ein bis zwei Millionen Euro zu rechnen.”
Eine Überzeugung, die auch der erste Beigeordnete der Stadt Hagen und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Dr. Christian Schmidt (für die Vermarktung des Gewerbegebiets zuständig), den Initiatoren in einem Gespräch am 1. Februar nicht nehmen konnte. Im Gegenteil: „Nicht einmal das Arbeitsplatz-Argument, das so gern ins Feld geführt wird, hält. Wenn die Justizvollzugsanstalten Dortmund und Hagen zusammengelegt werden, werden auf Grund von Synergieeffekten am Ende weniger Menschen Arbeit haben, als bislang. Im Gewerbegebiet Sudfeld hingegen sind 523 Arbeitsplätze neu geschaffen worden.”
Bürger erwarten Informationen
Mit ihrer neuen Internetseite http://www.keine-jva-in-halden-herbeck.de/ will die Initiative die Diskussionen befeuern. „In den unmittelbar betroffenen Stadtteilen Herbeck, Halden und Reh wird es eigene Ansprechpartner geben”, sagt Michael Laqua. „Vom Justizministerium erwarten wir umgehend eine Bürgerinformation.”
07:48
#48 sorry, für wen ist der Stanort gut ? für Hagen, oder für die Region, oder für einige Leute. Das nun auch Kinder auf den Plan gerufen werden finde ich auch nicht schön, das muss nicht sein.Wie schon gesagt, dass Ding wird in Herbeck gebaut und damit Schluss dieser unsäglich Diskusionen und ob ich nun nerve oder nicht, ist mir so egal wie der Bürgerwille aus Herbeck, der Stadt Hagen.
20:21
Lennesperling Du nervst. Der Standort Herbeck ist gut. Gewerbe wird sich da nie ansiedeln. Das man jetzt schon wieder Kinder an die Front schickt ist ja auch bezeichnend für die BI-Gründer. Siehe Autohof.
16:37
..erhebt sich doch die Frage, mit welchen Argumenten die Ministerin geködert wurde, denn es hätte bestimmt noch andere Plätze zum Bau dieser Haftanstalt gegeben, man wollte nur keine anderen und da erhebt sich die Frage, WARUM ??
16:18
..liebe Herbecker, Euer Prodest ist leider umsonst, der Knast kommt und da geht kein Weg daran vorbei. Ich weiß, dass verschiedene Mitarbeiter anderer Knäste schon den Bescheid bekommen haben, dass sie nach Fertigstellung der neuen Haftanstalt nach Herbeck versetzt werden.. So macht es Hagen eben, denen ist der Bürger oder deren Meinung völlig Wurscht.
16:10
Es ist wieder einmal bezeichnend für die Spezies Mensch ansich. Alles ne super Idee, nur bitte nicht vor MEINEM Haus und Grund Ich wohne seit mehreren Jahre 5 Minuten Fussweg von der JVA entfernt. Ich kann nicht behaupten, das ich hier wenig Miete bezahle, das Klosterviertel nebenan jedenfalls ist auch nicht gerade Brennpunkt für schauerliches Klientel und die Mieten sehr sicher noch höher.
Ich denke, da gibt es immer noch die Möglickeit des Wegzuges, wenns denn so unerträglich ist. Und sollten die Immo-Preise wirklich ins Bodenlose fallen (ja genau), wäre ich die erste, die dann zuschlägt.
Selten so eine alberne Pharse in Hagen erleben müssen.
09:32
Abgesehen davon, dass es Statistisch erwiesen ist, dass die Wohnlage neben einem Gefängnis die sicherste ist, aus benannten Gründen.
Gefangen suchen, wie am Fall Aachen gesehen, das weite und bleiben dann nicht in Herbeck.
08:34
Ich finde es traurig, mit welcher polemik hier gegen die JVA vorgegangen wird.
Ich wohne selber in der Nähe der geplanten JVA in Halden (ca. 2 Min. mit dem Auto) und finde überhaupt nichts daran.
Dabei müsste sich meine Straße eher aufregen als Herbeck, da die Gefangenen wohl kaum vor Ort verweilen, sollte es jemals zu einem Ausbruch kommen, sondern eher das weite suchen.
Die Ansiedlung von Gewerbe hat dank der Wirtschaftsförderung unter SPD Regentschaft nicht funktioniert, die Stadt bekommt auf diesem Wege eine zweite Chance es zu vermarkten und gutes Geld einzunehmen.
Eine Schande, dass dies schon wieder kaputt geredet wird und die Stadt somit kein Stückchen weiter kommt.
19:06
Wenn es Herrn Laqua, Herrn Hülsebeck, Frau Henning usw. nicht passen, dass eine JVA nach Herbeck kommt, dann können sie ja wegziehen. Ach, wohnen die überhaupt dort?
18:06
Ich möchte nicht wissen , wieviele von denen die jetzt keinen Knast dort haben wollen aber sofort laustark nach härteren Gesetzen schreien wenn ihnen mal was passiert. Immer getreu dem Motto Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht naß
Das ist wieder ein so ein Beispiel wo Demokratie ad absurdum geführt wird und letztlich wieder Richter entscheiden werden.
16:40
@12 von Hans Feuerstein,
Ihre Mutmaßungen über unser persönliches Engagement können Sie sich sparen, dann das sind Dinge, die Sie definitiv nicht beurteilen können. Persönliches Engagement finde ich super, wenn es um sinnvolle Dinge geht. 99 % der Beiträge entnehme ich, dass diese Menschen keine Unterschrift bei diesem Bürgerbegehren leisten würden. Ich wünsche also viel Erfolg beim Sammeln......