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Bürger fürchten um Wald

29.03.2012 | 20:24 Uhr
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Bürger fürchten um Wald
Anwohner des Fleyer Waldes beklagen das Abholzen von Bäumen.

Fley. Die Buschbachteiche werden trocken gelegt, aber nicht ersatzlos verschwinden. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen lässt unweit des Wohngebietes Erlhagen zwei neue Teiche anlegen - vor allem, um den im Fleyer Wald lebenden Kröten eine neue Heimstatt zu bieten. Die Umsiedelung der Amphibien wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Doch die Schaffung der neuen Teiche nahe der Kreuzung von Weidekamp- und Helfer Straße stößt nicht überall auf Gegenliebe. Dass für die Gewässer mehrere Bäume gefällt werden mussten, hat bei einigen Anwohnern unliebsame Erinnerungen hervorgerufen. Vor zwei Jahren ließ das Forstamt an der Knippschildstraße zahlreiche Bäume umlegen, weil sie eine Gefahr für den Verkehr darstellten.

Die Anlieger kritisierten nicht nur den Umfang der Aktion, sondern auch die mangelnde Mitteilungsbereitschaft der Behörde: „Niemand hat uns damals informiert“, erinnern sich Susanne Schäning (49) und Brigitte Spott (59). „Auf einmal waren die Bäume weg.“ Sogar das Regierungspräsidium Arnsberg rügte damals die mangelnde Transparenz der Stadtverwaltung.

Anwohner fürchten um den Wald

Trotzdem seien die Bäume auch diesmal ohne Vorankündigung gefällt worden, beanstanden die Anwohner. Dass hier zwei Krötenteiche angelegt werden sollten, wüssten sie lediglich vom Hörensagen: „Unsere Befürchtung geht dahin, dass über kurz oder lang der gesamte Wald verschwunden ist“, moniert Brigitte Spott. „Für uns sehen die Abholzungen mehr als unplanmäßig aus, zumal wir von Aufforstung überhaupt nichts erkennen können.“ Von der „grünen Lunge“, derer sich die Stadt so gerne rühme, werde bald nichts mehr übrig sein. Ein Krötenteich in unmittelbarer Nähe einer vielbefahrenen Straße und einer kinderreichen Siedlung sei zudem ausgesprochen fragwürdig.

Kinder sollen an die Teiche allerdings nicht herankommen dürfen, versichert Uwe Sommer von der Stadtentwässerung (SEH): „Die Teiche werden aus Sicherheitsgründen eingezäunt.“ Anders als die Vorgängergewässer, die vom Buschbach gespeist wurden, liegen die neuen Teiche nicht an einem Wasserlauf, sondern werden ausschließlich mit Niederschlagswasser aus der Straßenentwässerung gefüllt. Denn natürliche Fließgewässer - also Bäche oder Flüsse - dürfen laut Wasserrahmenrichtlinie der EU nicht mehr von einem künstlich hergestellten Teich unterbrochen werden. Soviel Bürokratie muss sein...

Notwendige menschliche Hilfe

Noch in diesem Sommer sollen die neuen Teiche mit Wasser voll laufen. Um den diversen Krötenarten, die bislang an den Buschbachteichen hausten und ablaichten, das Überleben zu sichern, wird die Biologische Station eingeschaltet.

Drei Jahre lang müssen deren Mitarbeiter die Tiere ab Frühjahr 2013 einsammeln und an den neuen Teichen aussetzen, denn die tumben Quaktaschen kehren - ihr biologischer Mechanismus will es so - stets an den Ort ihrer Geburt zurück. Da es am Buschbach aber bald keine Teiche mehr gibt, würden sie ohne menschliche Hilfe überraschenderweise aussterben.

Hubertus Heuel

Kommentare
01.04.2012
18:33
Bürger fürchten um Wald
von peter9999 | #15

Zitat:
"Denn natürliche Fließgewässer - also Bäche oder Flüsse - dürfen laut Wasserrahmenrichtlinie der EU nicht mehr von einem künstlich hergestellten Teich unterbrochen werden. Soviel Bürokratie muss sein...!

DAS IST SCHLICHTWEG GELOGEN!!

Warum nehmen Journalisten immer wieder die Aussagen von Verwaltungsbeamten so unkritisch hin?

Warum arbeitet eine Verwaltung mit solchen Lügen? (Wohl auch in der Hoffnung, dass sich keiner die Arbeit macht das zu überprüfen).

Nach dieser Richtlinie und dem daraus erlassenen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind solche Maßnahmen sehr wohl zulässig und müssen nur gesetzliche Vorgaben (die aber durchaus erfüllbar sind!) einhaltenn.

01.04.2012
13:33
Bürger fürchten um Wald
von Watussi | #14

Die Westfalenpos täte gut daran, die Stadtverwaltung (oder wer immer hier zuständig ist ...) dazu aufzufordern, die "tatsächlichen" Pläne bzgl. Fleyer Wald und Umgebung mal in der Zeitung (möglichst großseitig und gut leserlich!!!) zu veröffentlichen! Man hört jeden Tag neue Gerüchte, die sich immer wilder anhören. Aber die Erfahrung lehrt uns ja auch, dass an Gerüchten immer etwas dran ist!
Man bekommt als "Normalbürger" wirklich manchmal den Eindruck, dass wir in Schilda leben und unsere Stadtväter - vorsichtig gesagt - etwas merkwürdig sind!
Information tut Not!!! Bitte endlich klar und deutlich alle Pläne veröffentlichen!

01.04.2012
12:05
Fleyer Wald Ade
von Pelzbohne | #13

Eins ist sicher, der Fleyer Wald wird in Zukunft nicht mehr so groß, ruhig und grün sein, wie er jetzt ist! Da wird noch mehr passieren. Ich sag nur: Umgehungsstraßen!

01.04.2012
10:30
Bürger fürchten um Wald
von gerol | #12

Also müsste denn nicht auch die Lenne Renaturiert werden ..... hm dann müsste das neue Rathaus und die halbe Innenstadt auch daran glauben, oder nicht ?

Ein Schelm der böses dabei denkt !!!!!

Der gesamte Fleyer Wald wird hier nach und nach ENTNATURIERT, die Schießanlage im oberen Wald wurde in den Wald erweitert, möchte nicht wissen wo die ganzen Bleigeschosse landen, Schwermetalle in der Menge im Boden sind nicht zu unterschätzen (Grundwasser).

Mountainbiker die gerne einmal im Jahr hier die Jugend an den Sport und einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung mit einer Veranstaltung führen möchte werden mit unglaublichen Auflagen belegt.
Wobei man hier sagen muss das innerhalb weniger Tage nichts mehr zu sehen ist von einer Veranstaltung.
Hier werden immer wieder Vogelarten angeführt die schützenswert sind (auch völlig zurecht), wo sind die denn nun ... auf einmal nicht mehr relevant ???


Hier wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wie so oft wenn viel Geld im Spiel ist...

1 Antwort
Bürger fürchten um Wald
von Nervenverloren | #12-1

Gerol, die Lenne fließt in Fley, in der Stadt fließt die Volme. Deshalb "Volmestadt" :-)

30.03.2012
21:45
Bürger fürchten um Wald
von spatzenfreund | #11

natürlich hat die stadt hagen geld für diesen schwachsinn. bürger ,wehrt euch! kröten stehen unter naturschutz, oder etwa nicht?

30.03.2012
18:32
Bürger fürchten um Wald
von GegenRealitaetsverweigerer | #10

Achja hab noch was zum Thema: Die EU ist wieder zu nichts außer Schwachsinn nutze.

30.03.2012
12:26
Bürger fürchten um Wald
von Wasserwerker | #9

Wenn diese Rechtsauslegung richtig ist, dann werden wir als nächstes alle Talsperren einreißen müssen. Auch hier sind die natürlichen Gewasser künstlich aufgestaut.

30.03.2012
10:15
Bürger fürchten um Wald
von MacB | #8

... tumbe Quaktaschen, Herr Heuel, "tumb" im Sinne von dumm?? , ne das ist Natur. Haben Sie schon mal eine winzige Kröte gesehen, die gerade dem Kaulquappenstadium entwachsen, kleiner als ein viertel Fingernagel, über sie Wiese hüpft. Ein Wunder der Natur......Und Kröten quaken nicht, das tun Frösche.

30.03.2012
09:18
Hochwasser...
von GegenRealitaetsverweigerer | #7

ich bin ja mal gespannt, wie sich dann Starkregenereignisse auswirken und wohin das Wasser fließt, wenn der Teich überläuft, die Weidekampstraße hat eine lange Strecke, wo sie Wasser sammelt. Ein Bach hat relaitiv konstante Wasserführung.

Ganz Fley wurd zugekleistert (Fleyer Bach, Erlhagen und bald auch zwischen Erlhagen und Heigarenweg.....und das Niederschlagswasser nicht nicht mehr im Boden zeitlich gepuffert. Sollen die sich nachher nicht über Hochwasserschäden beschweren.

30.03.2012
06:31
Verträglichkeit wird erneut geprüft.
von Pelzbohne | #6

Bei der Gelegenheit wird eine sogenannte FFH (Flora und Fauna Habitat) -Verträglichkeits-Untersuchung durchgeführt, zum evtl. bau einer Umgehungsstraße durch den Fleyer Wald!

Die Pläne für diese Umgehungsstraße stammen teilweise aus den 70er Jahren.

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