Bruch der Bauchwand ist lebensgefährlich

Haspe..  Es passiert beim Tragen, Husten und sogar auf der Toilette. Und es trifft nicht nur ältere oder untrainierte Menschen. Auch ein Waschbrettbauch kann einen Bruch in der Bauchwand bekommen. Jährlich werden im Evangelischen Krankenhaus Haspe rund 380 sogenannte Hernien operiert. Jetzt wurde die Chirurgische Klinik am Mops als „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ ausgezeichnet.

„Ist ein Bruch aufgetreten, wird eine Operation aus Angst oder Unkenntnis über die potenzielle Gefahr häufig verschleppt“, weiß Dr. Richard Klatt. „Aber das kann lebensgefährlich werden.“ Der Oberarzt und Leiter des Kompetenzzen­trums am Mops erklärt: „Es gibt keine nachhaltig bessere Lösung als eine rasche und schonende Operation.“ wer zu lange wartet, hat ein wachsendes Problem und lebt gefährlich: Der Bruch vergrößert sich in der Folge, die Gefahr einer Einklemmung steigt. Wird eine nach außen durchgebrochene Darmschlinge abgeklemmt und mit ihr die Durchblutung, besteht sogar Lebensgefahr.

In den rund 2000 deutschen Krankenhäusern werden jedes Jahr rund 350 000 Hernien-Operationen durchgeführt. In den 30 zertifizierten Referenz- und Kompetenzzen­tren, zu denen die Chirurgische-Abteilung am Mops nun gehört, wird die Patientensicherheit und Versorgungsqualität in der Hernienchirurgie stetig kontrolliert und verbessert. Um Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie zu werden, musste das Krankenhaus in Haspe hohe Voraussetzungen erfüllen: Eine hohe Anzahl von Operationen, Qualitätsmanagement, die Durchführung aller modernen OP-Verfahren, spezielle Sprechstunden, perioperatives Schmerzmanagement, hohe Kompetenz bei Ultraschalluntersuchungen und den laparoskopischen Operationen sowie geringe Gesamtkomplikationsraten.

„Nur, wenn wir unsere Qualität überprüfen, können wir die Behandlung stetig verbessern“, sagt Dr. Claas Brockschmidt, Chefarzt der Viszeralchirurgie am Mops. „Für Patienten unterstreicht diese Zertifizierung den hohen Stellenwert und die herausragende Qualität der Behandlung von Brüchen in unserem Krankenhaus“, so der Mediziner.

In einem Vortrag erläutert Richard Klatt am Dienstag, 24. Februar, um 18 Uhr im Schulungsraum des Evangelischen Krankenhauses, Brusebrinkstraße 20, die Möglichkeiten der modernen Hernien-Chirurgie. Der Eintritt ist frei.