Broschüre als Rüstzeug gegen gängige Stammtischparolen

Hagen..  „Über allem steht doch die Frage ,Wie würden wir handeln’?“, sagt Renate Drewke. Die Vorsitzende des AWo-Unterbezirks spielt mit der Aussage auf die Situation der Flüchtlinge, die nach Deutschland und natürlich auch nach Hagen kommen, an. „Kollegin“ Birgit Buchholz nickt: „Wenn wir in der gleichen Situation wie die Menschen, die in Syrien oder Eritrea alles verloren haben, wären, müssten wir auch flüchten. Und würden auch hoffen, menschenwürdig am Zufluchtsort aufgenommen zu werden.“

Um das Willkommenheißen der Fremden zu erleichtern, hat die AWo eine Broschüre erstellt. Keine hundertseitige Enzyklopädie, keine komplizierte Paragraphen-Fibel, sondern ein achtseitiges Faltblatt mit Faktencheck, Fotos und Geschichten von Flüchtlingen und über Flüchtlinge.

AWo-Geschäftsführerin Birgit Buchholz: „Die Broschüre hat derzeit eine Auflage von 5000, doch wir werden bestimmt nachdrucken lassen.“ Die Faltblätter liegen in AWo-Kindertagesstätten, in Seniorenheimen, Beratungsstellen und in den AWo-Ortsvereinen aus. Demnächst soll die kostenlose Broschüre „Flucht und Asyl – Fakten und Schicksale“ aber auch an öffentlichen Stellen wie der Hagen-Info oder in Kulturzentren zu finden sein.

Die Broschüre richtet sich an Hagener Bürger, an AWo-Mitglieder und -Mitarbeiter. Hauptziel ist es, mit der Broschüre aufzuklären und den Lesern „Rüstzeug“ in Stammtischdebatten zu geben. „Ja, wir nehmen die Ängste vieler Bürger vor ,dem Fremden’ erst. Deshalb haben wir in den Texten auch gängige Vorurteile wie ,Nur Deutschland nimmt Flüchtlinge auf’ aufgenommen und versuchen, diese durch Fakten abzubauen.“

Es sei „verflixt kompliziert“, bei der sich häufig ändernden Gesetzeslage den Durchblick zu behalten, räumt Buchholz ein, „da macht sich viel Halbwissen breit“.

Renate Drewke appelliert außerdem an Menschen, die sich ehrenamtlich im Bereich Flüchtlingshilfe engagieren möchten: „Melden Sie sich bei uns. Sie müssen auch kein AWo-Mitglied sein oder werden.“