Breckerfelder Igelvater bringt "Meckis" über den Winter

Einer der "Meckis" in Breckerfeld. Sieben Igel werden auf dem Hof Finkenberg versorgt.
Einer der "Meckis" in Breckerfeld. Sieben Igel werden auf dem Hof Finkenberg versorgt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Alleine hätten sie es nicht über den Winter geschafft: Bernd Allefeld aus Breckerfeld päppelt sieben Igel auf und bringt sie über den Winter.

Breckerfeld.. Langsam setzt er eine Tatze vor die andere. Foto-Termin um 9.45 Uhr: Das ist nicht Meckis Zeit. Mecki ist kein Langschläfer. Er ist wohl eher ein Durchschläfer. Einer, der sich im warmen Stroh im Schutze der kleinen Unterstände an seine stacheligen Artgenossen kuschelt und den lieben, langen Wintertag mal einfach an sich vorbeiziehen lässt. Mecki ist ein Igel. Und wenn man so will, machen er und seine sechs Kumpel auf Finkenberg die Nacht zum Tag.

Mecki heißt einer. „Und im Grunde“, sagt Bernd Allefeld und lächelt, „heißen sie doch alle Mecki.“ Denn obwohl einige Igel die Reste der Farbmarkierung auf dem stacheligen Rücken tragen, sind sie doch kaum auseinanderzuhalten.

Stachel-Viecher in einem Igel-Hotel geimpft

Markiert wurden sie kurz nachdem sie aufgelesen wurden. In einem Igel-Hotel, dass gut 200 Kilometer von dem beschaulichen Hof, den Bernd Allefeld liebevoll als „Tierparadies Finkenberg“ bezeichnet, entfernt liegt. „Dort sind sie untersucht worden, dort wurden sie geimpft“, sagt der Igelvater, der seit zehn Jahren schwache Stachel-Viecher abholt und sie mit Zuneigung, Vitaminen und reichlich Futter über den Winter bringt. „Im Grunde aus Idealismus. Und weil sie so putzig sind. Ich habe einfach Spaß daran zu sehen, wie sie sich entwickeln. Beim Wachsen kann man ihnen fast zugucken.“

Kaum mehr als ein paar stachelige Klumpen waren all diese Meckis, als Allefeld sie zu sich geholt hat. Kleine Raubtiere mit scharfen Krallen und spitzen Zähnchen, die weniger als 500 Gramm wogen und viel zu schwach waren, um es alleine und ohne menschliche Hilfe über einen langen Winter zu schaffen.

Kleines Paradies: Igel wohnen in einer Gartenhütte

Hier auf Finkenberg haben sie tatsächlich so etwas wie ein kleines Paradies gefunden. Sie wohnen in einer Gartenhütte, in der im Sommer Bernd Allefelds Sohn und seine Freunde toben und unter der Hühner, Hahn Georg und Kaninchen eine Heimat haben. Gut behütet in einem großen Verschlag, den der Breckerfelder regelmäßig ausmistet. „Der Kot hat einen ziemlich penetranten Gestank“, sagt er, „kaum auszuhalten. Da muss man regelmäßig ausmisten.“

Zwei Dosen Katzenfutter (köstliches Fleisch ohne Gele-Anteil) verputzt die kleine Raubtier-Herde jeden Tag. Dazu kommen noch Trockenfutter, Vitamine und Wasser. „Bloß keine Milch“, sagt Bernd Allefeld, „der Glaube, dass man Igel damit aufpäppeln kann, ist zwar verbreitet. Aber sie bekommen davon Durchfall.“

Auswilderung im Frühjahr

Im Frühjahr wird das Stachelvieh wieder richtig munter. „Spätestens, wenn die Männchen erste Revierkämpfe im Stall austragen, wird es Zeit, die Igel auszusetzen“, sagt Bernd Allefeld. Immer paarweise bringt er die kleinen Raubtiere dann zu Höfen in der Nachbarschaft und schenkt ihnen die Freiheit. „Da können sie sich von Schnecken und Würmern selbst ernähren, haben genug Platz, um sich zu entfalten, und finden Schutz in Hecken und Büschen. Einige kann man dann mit Einbruch der Dämmerung beobachten.“