Brecht hätte seine Freude an dieser Aufführung gehabt

Eine beeindruckende Aufführung bieten die Schüler in der ausverkauften Aula.
Eine beeindruckende Aufführung bieten die Schüler in der ausverkauften Aula.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Literaturkurses des Albrecht-Dürer-Gymnasiums in Hagen konnte mit seiner Interpretation der „Dreichgroschenoper“ von Bertolt Brecht begeistern. Die Schüler brachten das Stück innerhalb von nur zwei Monaten auf die Bühne.

Hagen-Mitte.. Wie schafft man es eigentlich, innerhalb von zwei Monaten die komplette Dreigroschenoper auswendig zu können? Hexerei oder Disziplin? Der Literaturkursus des Albrecht-Dürer-Gymnasiums (AD) hat darauf eine Antwort gegeben. Beeindruckend, wie wir finden.

In der ausverkauften Aula der Schule gaben 25 Schüler bei der Premiere neben dem Schauspiel auch Tanz und viel Gesang zum Besten. Musikalische Unterstützung lieferte die Schülerband, die unter anderem mit Kontrabass und Klavier die Zuschauer begeisterte. Die 25 Akteure des Dramas führten souverän und mit viel Gesang durch die dreistündige Inszenierung. „Das Stück gefällt mir sehr gut. Es ist witzig und ich finde es total beeindruckend, dass alle Schauspieler auch dazu bereit sind zu singen“, so die Zuschauerin Laura Koza.

Auffallend gut meistern die Hauptdarsteller des Theaterstücks die langen, teilweise sehr komplizierten Passagen des Werkes. Die Texte und Lieder saßen, trotz einer geringen Vorbereitungszeit von nur zwei Monaten, perfekt „Wir treffen uns normalerweise einmal die Woche für drei Stunden. Das reicht jedoch nicht, um all die Texte und Lieder einzustudieren. Ich habe deshalb auch oft abends mit meinen Eltern gelernt“, berichtet Karolin Kersting, die die Protagonistin „Polly“ spielt. Karolin interessiert sich schon lange für das Theaterspielen.

"Ich glaube, wir sind hier kulinarisch"

Von der sechsten bis zur achten Klasse besuchte sie die Theater-AG, in der sie bereits erste Eindrücke sammeln konnte. Ab der 11. Klasse konnte Karolin dann den Literaturkursus wählen, in dem sie das Handwerk des Schauspielens noch besser erlernte. Nach mittlerweile mehreren Auftritten war die Schülerin vor dieser Premiere nicht mehr aufgeregt: „Ich war nur die Tage davor sehr nervös, als mir klar wurde, dass es bald ernst wird.“

Der Regisseur und Lehrer des Literaturkurses Thomas Mehl ist seit 15 Jahren Lehrer an dem Gymnasium und hat bisher rund 50 Stücke mit Schülern aufgeführt. Auf die Frage, welche Rolle episches Theater in seinem Stück spielt und ob seine Version von „Die Dreigroschenoper“ unterhaltend oder auch aufklärend sein soll, erklärt er lächelnd: „Ich glaube, wir sind hier kulinarisch, genau wie Bertolt Brecht. ­Brecht muss es auch Spaß gemacht haben, der Zuschauer sollte einfach unterhalten werden. Und das möchten wir auch.“