Brandschutz nicht ohne Freiwillige finanzierbar

Breckerfeld..  Den Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes Ennepe-Ruhr e.V., der seit 1980 vom Löschzug Breckerfeld der Freiwilligen Feuerwehr ausgerichtet wird, nutzte Kreisbrandmeister Rolf Erich Rehm wie in den Vorjahren, um kurz und prägnant zu aktuellen Problemen des Brandschutzes, der Hilfeleistung, des Katastrophenschutzes und des Rettungswesens Stellung zu nehmen. Hart verurteilte er die gezielten Angriffe auf Einsatzkräfte an Silvester: „Wie primitiv jemand ist, der so etwas tut, kann ich mir selbst einfach nicht vorstellen“, so Rehm. „Mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen, um nicht aus der Rolle zu fallen.“

Für harte Verfolgung der Täter

Landrat Dr. Arnim Brux, Bürgermeister Klaus Baumann und Bezirksbrandmeister Hartmut Ziebs von der Bezirksregierung Arnsberg hatten in ihren Grußworten bereits eine harte Verfolgung der Täter gefordert. Alle drei plädierten außerdem für Unterstützung durch Land und Bund für die Nachwuchsförderung und die Würdigung des Ehrenamtes. Klaus Baumann: „Ohne Freiwillige Feuerwehren ist der Brandschutz in unseren Städten nicht zu finanzieren.“

Mit einem Satz des Griechen Pythagoras fasste Rolf Erich Rehm seine Ausführungen zu zwei anstehenden neuen Gesetzen (Rettungsgesetz und Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz) zusammen, die in 2015 für den Bereich der Feuerwehren Neuordnungen bringen: „Die kürzesten Wörter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.“ Rehm: „Denken wir 2015 nach, um ja zu einem gut organisierten Bevölkerungsschutz auf allen kommunalen Ebenen und nein zu den Hemmnissen der allgegenwärtigen Bürokratie zu sagen.“

Rehm forderte den Landrat auf, für die Zukunft im Bereich der Gesetze die richtigen Weichen auf Kreisebene zu stellen. Rehm: „Die neuen Gesetze werden die Zuständigkeit der Kreise stärken. Das bringt aber auch mehr Aufgaben und Verantwortung.“ Heute sei zu entscheiden, wie die in diesen Bereichen tätigen Feuerwehren in zehn Jahren aufgestellt sein werden, um ihrem Auftrag gerecht werden zu können. Die Fachleute des Kreisfeuerwehrverbandes stünden ihm zur Beratung zur Verfügung.

Kräfte in Region arbeiten zusammen

Der Kreisbrandmeister dankte allen Feuerwehren in den neun kreisangehörigen Städten von den Freiwilligen Wehren über die Werksfeuerwehren bis zu den Berufsfeuerwehren für ihre gute Arbeit in 2014: „Beim größten Brandereignis der letzten Jahre auf Kreisebene kamen in Sprockhövel Kräfte aus dem Kreis, aus Wuppertal, Hagen und Dortmund im gemeinsamen Einsatz zusammen. Wie selbstverständlich übernahmen dabei Leiter von Feuerwehren, die in ihren Städten große Einsätze selbst leiten, ihre Aufgaben als Abschnittsführer wahr. Führungsgrade des höheren feuertechnischen Dienstes meldeten sich mit: Einsatzkräfte werden unterstellt, wie lautet der Auftrag?“

Die anwesenden Abgeordneten Cemile Giousouf (MdB) und Hubertus Kramer (MdL) forderte er auf, in ihren Bereichen für eine bessere Finanzausstattung der Wehren im Lande zu sorgen.