Bolzplatz noch immer eine Brache

Auf dieser Fläche Am Sonnenberg soll ein Bolzplatz entstehen.
Auf dieser Fläche Am Sonnenberg soll ein Bolzplatz entstehen.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Jede Menge Unkraut, mehrere Hundehaufen und die eine oder andere leere Zigarettenschachtel prägen derzeit ein Gelände im oberen Bereich des Sonnenbergs. Und zwar jene Fläche, die der Förderverein „Unser Bolzplatz in Oege“ eigentlich schon im vergangenen Jahr zu einem kleinen, aber feinen Freizeitareal für den Nachwuchs umgestalten wollte. Doch die Oeger Eltern und deren Kinder sind enttäuscht, denn viel ist nicht passiert, seit sich der Verein im März 2014 gegründet und seine Pläne verkündet hatte.

Rechtsanwalt beauftragt

SPD-Ratsfrau Ramona Timm-Bergs, die den Förderverein ins Leben rief und als Vorsitzende leitet, sieht in einer fehlenden Bescheinigung den Grund für die – gelinde gesagt – zäh verlaufenden Arbeiten. „Wir haben einen Rechtsanwalt beauftragt, die Gemeinnützigkeit zu beantragen, doch im August kam es dort zu Problemen. Und diese vom Finanzamt bescheinigte Gemeinnützigkeit benötigen wir für die notwendigen Verträge und für Sponsoren, die erst dann ihre Spenden absetzen können.“

Darum sehe es auf dem Gelände auch noch immer so aus wie vor einem Jahr. Denn eigentlich hatten sich die Vereinsmitglieder bereits für den 11. April 2014 am Platz verabredet, um die Fläche grundlegend zu reinigen. Passiert ist nichts – weder an jenem Apriltag noch in den neun darauffolgenden Monaten. „Wir haben uns damals dort oben getroffen“, erläutert Ramona Timm-Bergs, „doch wir sind uns einig gewesen, dass eine Säuberung keinen Sinn macht, so lange die Gemeinnützigkeit nicht vorliegt.“

In diesem Zusammenhang verweist sie auf den Förderverein des Richard-Römer-Lennebades, der ebenfalls seit geraumer Zeit auf die Gemeinnützigkeit warte. Tatsächlich ist die dortige Situation jedoch eine andere: Der Verein der Lennebad-Freunde reichte die nötigen Papiere nämlich zeitnah nach der Gründung ein und erhielt bereits nach wenigen Wochen eine Absage in Sachen Gemeinnützigkeit – aus rechtlichen Gründen. Das hinderte den Verein, in dessen Vorstand seinerzeit Vertreter der vier stärksten Hohenlimburger Parteien gewählt wurden, aber nicht daran, aktiv zu werden und viele Veranstaltungen ins Leben zu rufen.

In Oege indes verliefen geplante Aktionen im Sande. So existierte der Entwurf für ein Flugblatt, das nie verteilt wurde. Eine Architektin vermaß das Areal im vergangenen Jahr sogar – ein bislang überflüssiges Engagement. Und nicht zuletzt hatte ein Vater angeboten, auf dem Bolzplatz Fußballtrainingseinheiten für Kinder zu begleiten, was bisher ausfallen musste, da es besagten Platz eben noch nicht gibt.

Anfang Februar loslegen

Den Vorwurf, die geplante Spielfläche habe gut in ihren Kommunalwahlkampf gepasst, will Timm-Bergs nicht gelten lassen: „Ich brauche keinen Bolzplatz, um meinen Wahlkreis zu gewinnen. Außerdem gab es Am Sonnenberg ja auch Anwohner, die das Projekt eher negativ gesehen haben.“

Nur kurze Zeit, nachdem Ramona Timm-Bergs auf Anfrage dieser Zeitung Stellung zur Bolzplatzthematik genommen hatte, meldete sich die Sozialdemokratin von sich aus in der Redaktion und verkündete frohe Botschaft: „Ich habe gerade noch einmal mit dem Rechtsanwalt gesprochen, er will die nötigen Unterlagen bis Ende der Woche rausschicken. Ich gehe davon aus, dass wir Anfang Februar richtig loslegen können und im Frühjahr alles auf die Kette kriegen.“ Plötzlich ging alles ganz schnell.