Bogenschützen ziehen ins Bademeister-Haus

Das ehemalige Schwimmbad des TV Hasperbach am Fuße des Kettelbachtals war bei den Haspern einst eine beliebte Anlaufstelle.
Das ehemalige Schwimmbad des TV Hasperbach am Fuße des Kettelbachtals war bei den Haspern einst eine beliebte Anlaufstelle.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit Monaten bauen die Mitglieder des TV Hasperbach ihre historische Turnhalle um. Doch auf der Zielgeraden werden noch einmal Unterstützer gesucht.

Hagen-Haspe.. Die ehemalige Turnhalle des TV Hasperbach, zuletzt eine schnöde, arg in die Jahre gekommene Lagerhalle eines Kleinspediteurs, erhält allmählich wieder das Gesicht einer Sportstätte. Das Fachwerkgebäude, das einst als Umkleide und Sozialgebäude des vereinseigenen Freibades diente, wurde an den beiden Stirnseiten mit Anbauten verlängert, die Innenwände mit Wärme- und Schallschutzisolierung verkleidet, das Hallendach verstärkt sowie eine neue Hallendecke eingezogen, um dort künftig genügend Fläche vor allem für die Bogenschützen des Vereins und deren Wintertraining anbieten zu können. Aber auch Kletterer, Turner und Seniorensportler sollen hier künftig optimale Bedingungen vorfinden. „Unser Ziel bleibt es, die Anlage im August dieses Jahres eröffnen zu können“, weiß Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Würfel, dass es jetzt auf den langen Atem der engagierten Mitglieder ankommt.

Aber auch finanziell müssen die Hasper noch einmal nachlegen. Trotz 68.000 Euro aus dem Topf der kommunalen Sportpauschale und noch einmal einem ähnlichen Betrag aus den Eigenmittel-Rücklagen fehlen etwa 20.000 Euro, um das Projekt erfolgreich beenden zu können. „Dazu hoffen wir nicht bloß auf die Unterstützung der Hasper Sponsoren, sondern starten jetzt auch eine Bausteinaktion“, verweist Würfel auf weitere Details auf der Internet-Homepage des TV Hasperbach. Vor allem ein Sturmschaden, der erheblich das Dach des Gebäudes in Mitleidenschaft zog, hat das ursprüngliche Budget gesprengt. Außerdem wurde dem Verein zur Erteilung der Baugenehmigungen zur Auflage gemacht, Bodengutachten beizubringen, die belegen, dass der einst mit Material von der Hasper Hütte verfüllte Boden keine Schadstoffe enthält. „Alles in Ordnung“, versichert der Vorsitzende – eine Gewissheit, die die Sportler immerhin 10.000 Euro gekostet hat, dem Bau jedoch keinerlei Fortkommen beschert.

Sturmschaden wirft zurück

Das neue Holz-Skelett des Gebäudes ist inzwischen gezimmert, erste Rigips-Verkleidungen montiert. Jetzt muss noch die Heizungsanlage versetzt werden, um Platz für eine Kletterwand zu schaffen. „Hier könnten wir noch einen Fachmann gebrauchen – dieses Know-how haben wir nicht unter den 500 Vereinsmitglieder“, setzt Würfel auf unbürokratische Hilfe. Auch das historische, stilisierte Turnerkreuz von der Deckenverkleidung mit seinen vier „F“ – der Turnvater-Jahn-Wahlspruch „frisch, fromm, fröhlich, frei“ lässt grüßen – soll wieder einen prominenten Platz im Gebälk finden. Eine Reminiszenz an die 117-jährige Geschichte des Traditionsvereins.

Alle weiteren Spuren der Turner-Vergangenheit sind hingegen längst verschwunden. Wo einst Reck, Barren, Ringe und Schwebebalken die Szenerie beherrschten, sieht es heute aus wie in einer Tischler-Werkstatt. „Den Anstoß zu der Investition gab die unbefriedigende Situation für unsere 60 Bogenschützen“, erzählt Würfel.

Die zielsicheren Hobbysportler trainieren in der hellen Jahreszeit bei Wind und Wetter auf dem Kettelbach-Waldsportplatz und weichen dann im Winter in die Katakomben der Ischelandhalle aus. „Aber eigentlich wollten wir in Haspe bleiben“, erinnert sich der Vorsitzende an den verpachteten Altbesitz des Vereins im Hasperbach-Tal – insgesamt etwa 8000 Quadratmeter.

Natur-Freibad war sehr beliebt

Herzstück des Areals ist die ehemalige Turnhalle. Seine eigentliche Blütezeit erlebte der am Rande der Voerder Straße versteckt liegende Fachwerkbau in den 30er-Jahren. Damals errichtete der TV Hasperbach am Fuße des Kettelberges ein stattliches Natur-Freibad mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie angrenzenden Liegewiesen. 1939 wurden dort – so berichtete damals die Hasper Zeitung – immerhin 32.000 Badegäste gezählt. Die künftige Turn- und Bogensport-Halle diente seinerzeit als Sozialgebäude mit Umkleidekabinen, Duschen und Räumlichkeiten für den Bademeister.

In den 60er-Jahren kam das Aus, das Gelände wurde verfüllt, die heutige Voerder Straße darüber hinweggeführt und das vereinseigene Restareal parzellenweise an Interessenten verpachtet. Die seitdem kontinuierlich fließenden Einnahmen verschaffen dem TV Hasperbach bis heute die finanzielle Luft zum Atmen.

„Doch für das letzte Tüpfelchen der Sanierung der Fachwerkbaus könnten ein paar Extra-Unterstützer nicht schaden“, hofft Würfel auf den entscheidenden Impuls auf der Zielgeraden.