Blitz, Donner, Beethoven

Hagen-Mitte..  Pünktlich zu den Schlussakkorden des ersten, schnellen Satzes des Tripel-Konzerts von Beethoven gab ein krachendes Gewitter über der Hagener Innenstadt seinen Kommentar ab.

Das Publikum in der Kirche Am Widey konnte am Sonntag durch die Glaskuppel die Blitze und die dunklen Wolken sehen. „Doch die Musiker trotzten dem Gewittergrollen“, so Markus Meilwes vom Hagener Kammerorchester.

Die drei Solisten (Dagmara Daniel, Violine; Rolf Petrich, Cello; Roland Voit, Klavier) verstanden es dennoch, die empfindsamen, gesanglichen Passagen des Largo den Zuhörern zu vermitteln. Im dritten Satz konnten sie dann ihr ganzes technisches Können unter Beweis stellen. Am Dirigentenpult steuerte ­Annette Lucas-Sinn das Orchester, welches diesmal durch viele Bläser ergänzt wurde, in sicherer Manier durch das Werk.

Als ein echter Mozart in all seiner Leichtigkeit in den schnellen Sätzen erwies sich das Klarinettenkonzert, das von Fabian Adelt interpretiert wurde. Es gelang ihm zur Freude des Publikums, die zauberhaften Melodiebögen des langsamen Satzes in feiner Abstimmung mit dem Orchester zu gestalten.

Haydns Abschiedssinfonie mit einem stürmischem Eingangssatz, einem melancholischen langsamen Satz und einem Menuett in bewusst schräger Tonart führte zu einem der genialsten klassischen Sinfoniesätze: Im letzten Satz zelebrierten die Mitglieder des Orchesters den sukzessiven Abgang der Musiker in den Urlaub, solange, bis die nur zwei verbliebenen Violinen die Schlusspassage der Sinfonie in intimer Atmosphäre vollendeten.

Das Publikum dankte dem Hagener Kammerorchester mit ­begeistertem Applaus.