„Bin in einer Stunde in den Rockies“

Elvira Seeton nahm gerne am Klassentreffen im Reher Hof tei.
Elvira Seeton nahm gerne am Klassentreffen im Reher Hof tei.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Wenn man den Worten von Elvira Seeton (80, geb. Bucher) lauscht, würde man nie vermuten, dass sie ein Hohenlimburger „Mädchen“ ist. Zu sehr dringt der kanadische Akzent durch ihre spannenden Erzählungen.

Das verwundert kaum, denn mit 23 Jahren suchte sie ihr Glück im Ausland. Ein durchaus mutiger Schritt, denn ihre Wahlheimat kannte sie nur von Fotos und Erzählungen. Kaum war der Entschluss gefasst, stieg sie in den Flieger und kam nicht zurück. Heute lebt sie in Calgary und kann mit dem Begriff „Ruhestand“ nicht wirklich viel anfangen.

„Ich habe keine Zeit, um alt zu werden. Es gibt noch viele Dinge, die ich sehen möchte“, lacht Seeton, die sehr genau weiß, warum sie gegangen ist.

Winterdomizil in Mexiko

„Mir ist es hier zu eng, viele Menschen sind unfreundlich und darauf habe ich keine Lust mehr gehabt. Man könnte mir eine Million Euro bieten und ich würde trotzdem nicht nach Deutschland zurückkommen“, ist sie sich sicher. Platz genug hat sie in Calgary. Sie wohnt 21 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Für kanadische Verhältnisse ein Katzensprung.

„Ich bin in einer Stunde in den Rocky-Mountains. Das sind nur 110 Kilometer“, freut sie sich. Wenn es ihr im Winter zu kalt wird, fliegt sie nach Mexiko. Dort wohnt sie in zwei verschiedenen Wohnungen und genießt die Sonne Mittelamerikas. Hawaii und die Karibik hat sie schon gesehen. Viele Reiseziele sollen folgen. Wenn sie mal nicht unterwegs ist, geht sie ihrem Hobby nach und schleift Edelsteine oder fertigt Schmuckfassungen aus Gold und Silber. Dafür ist sie vor 35 Jahren zwei Clubs in Calgary beigetreten.

Für Elvira Seeton gibt es nur einen einzigen Grund, um nach Deutschland zurückzukehren: Das Klassentreffen ihrer alten Schulkameraden aus der Wesselbachschule.