Bezirksregierung ordnet Flurbereinigung an

Breckerfeld..  Die Bezirksregierung in Arnsberg hat noch vor Ende des Jahres 2014 die beiden vereinfachten Flurbereinigungsverfahren „Breckerfeld-Glör-Wald“ und „Breckerfeld-Boßel“ angeordnet. Das erfuhr unsere Zeitung über die Pressestelle der Bezirksregierung in Arnsberg.

Bereits in der Informationsveranstaltung für die betroffenen Grundeigentümer am 18. Dezember 2014 in der Gastwirtschaft „Jägerheim“ am Dickenberg hatten Planungsdezernent Ralf Helle und seine Mitarbeiterin Denis Becker dargestellt, wie nach einem positiven Entscheid der Bezirksregierung der Zeitplan für den Ablauf der beiden Flurbereinigungsverfahren aussehen könnte. Danach soll nach der schriftlichen Information aller betroffenen Grundeigentümer Anfang 2015 im Frühjahr in je einer Versammlung der Teilnehmergemeinschaften für jedes Verfahren ein Vorstand gewählt werden. Danach beginne die Planungsarbeit.

Mit jedem Mitglied der Teilnehmergemeinschaften werde es vor der endgültigen Festlegung der Ausführungsplanung Einzelgespräche geben.

Die Verfahrensdauer vom Start bis zum endgültigen Abschluss terminierte die Vertreter der Bezirksregierung mit acht bis zwölf Jahren. Die Präsentation der beiden Vorhaben aus der Infoveranstaltung des Dezember ist inzwischen im Internet abrufbar.

Im Namen von Rat und Verwaltung begrüßte Bürgermeister Klaus Baumann die Einleitung beider Flurbereinigungsverfahren: „Mit ihrer Hilfe soll künftig eine rechtlich abgesicherte Walderschließung und die gesicherte Erschließung des regionalen Freizeit- und Erholungsschwerpunktes Glörtalsperre stattfinden. In der Ratssitzung hat niemand Bedenken zur Einleitung der Verfahren geäußert. Die Stadtvertretung hat ihre Zustimmung zur Finanzierung von städtischen Eigenanteilen gegeben.“ Unbegründet sei die Befürchtung, zur Walderschließung würden Waldwege asphaltiert und mit Leitplanken versehen.

Heftige Kritik an Verfahren

Heftige Kritik an der Flurbereinigung hatte es zuletzt von Seiten der Forst- und Landwirte gegeben (unsere Zeitung berichtete). Im Fokus stand dabei das Gebiet Glör-Wald. Nicht ein einziger Grundbesitzer habe Zustimmung signalisiert, so Ulrich Ferron (Ortslandwirt) und Heiner Born (Vorstand im landwirtschaftlichen Ortsverein). Zwar sehen sie durchaus die Notwendigkeit zur Sanierung von Fahrwegen, halten die Förderkulisse jedoch auch rechtlich für die falsche. Viel dringender sei der Bedarf in anderen Bereichen, die auch landwirtschaftlich genutzt würden. „Wir wollen nicht, dass Fördermittel an Breckerfeld vorbeifließen“, so Ferron, „aber wir werden uns auch mit juristischen Mitteln dafür einsetzen, dass die Mittel dahin geleitet werden, wo sie für die Landwirtschaft sinnvoll sind.“ Dabei haben die Landwirte die „Breckerfelder Milchkammer“ – die Bereiche um Kückelhausen, Ebbinghausen, Wittenstein, Lausberg, Kotten, Holand, Groll und Breloh – im Auge.

Lange Diskussion

Schon seit Jahrzehnten sind die Verbesserung und Entwicklung der ländlichen Bereiche der Hansestadt in der Diskussion und in großen Bereichen erfolgreich angegangen worden. Es begann mit dem großen vereinfachten Flurbereinigungsprogramm Waldbauer, das längst abgeschlossen ist. Danach folgte das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren Brenscheid/Langscheid, das seinem Ende entgegengeht.