Bewegender Brief

Hagen hat Post bekommen. Und zwar von Lawrence Larmer. Gelandet ist der Brief, der sich im Grunde an die Bürger der Stadt richtet, bei Oberbürgermeister Erik O. Schulz.


Mehr als den halben Erdball hat er umrundet, dieser Brief. Und sein Inhalt ist außergewöhnlich: Lawrence Larmer, der heute in Victoria in Australien lebt, bittet darin die Hagener um Vergebung. Für etwas, das er vor 70 Jahren getan hat. Genauer gesagt am 15. März 1945.


Das war der Tag, an dem alliierte Bomber die Reste der Hagener Innenstadt beim letzten großen Luftangriff in Schutt und Asche legten. Lawrence Larmer, der damals in der Royal Australian Air Force diente, saß an Bord einer der Maschinen.


Die militärischen Gründe für diesen Überfall, so schreibt es der heute 92-Jährige, habe er nicht nachvollziehen können. „Aber zutiefst und wahrhaftig bedauere ich, dass wir verantwortlich waren für den Tod und die Verletzungen von so vielen unschuldigen Zivilisten – von Männern, Frauen und Kindern.“


Bewegende Worte, ein bewegender Brief. Geschrieben von einem Mann, der 70 Jahre nach dem Ende des grauenvollen Kriegs seinen Frieden machen will. Mit sich selbst, mit den Hagenern und mit vielen anderen Menschen in Städten, über denen er im Zweiten Weltkrieg seine tödliche Fracht abgeworfen hat.


Dieser Tage haben wir das Ende dieses schrecklichen Krieges gefeiert, der so viel Leid auch über unsere Stadt gebracht hat. Über unsere, aber auch über zahlreiche andere Städte in der ganzen Welt. Es sind Tage, an denen es Zeit wird, Frieden zu schließen. Lawrence Larmer geht mit bestem Beispiel voran.