Bettina Landgrafe bringt Ghana sauberes Wasser

Wasser für Besase: Aus diesem Brunnen sprudelt das saubere Wasser für ein Dorf und die Umgebung.
Wasser für Besase: Aus diesem Brunnen sprudelt das saubere Wasser für ein Dorf und die Umgebung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Ein Brunnen voller Hoffnung“ – so ist der Vortrag überschrieben, den Bettina Landgrafe im Schumacher-Museum in Hagen auf Einladung des Rotary Clubs und der WP-Stadtredaktion hält.

Hagen.. Sie pumpen und sie lächeln. Klares Wasser strömt aus dem Hahn. So wie bei uns in jedem Badezimmer, in jeder Küche. Die Frauen von Besase, einem kleinen Dorf im Nirgendwo von Ghana aber haben keine modernen Küchen, geschweige denn ein Bad mit einer Dusche, einer Toilette und einem Waschbecken. Aber sie haben jetzt einen Brunnen. Und zum ersten Mal in ihrem Leben sauberes Wasser für sich und ihre Familien.

Es ist ein „Brunnen voller Hoffnung“. Und so ist auch die Veranstaltung überschrieben, die die Stadtredaktion Hagen in Kooperation mit dem Rotary-Club Hagen auf die Beine gestellt hat. Bettina Landgrafe, die ein Leben zwischen Hagen und Ghana führt, erzählt am Donnerstag, 11. Juni, 18 Uhr, im Kunstquartier, Museumsplatz 1, über das Brunnen-Projekt und über die Arbeit, die sie mit ihrem Verein „Madamfo Ghana“ in Westafrika leistet.

„Madamfo Ghana“ (Freund Ghanas) baut Kliniken, eröffnet Kindergärten und Schulen und bohrt Brunnen. 24 sind es mittlerweile im ganzen Land. „Sauberes Wasser ist das Wichtigste“, sagt Bettina Landgrafe, „es ist die Basis für das Leben. Und der Grundstein für viele weitere unserer Projekte. Durch die Brunnen, die wir bislang gebohrt haben, können wir 100.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen.“

Erleichterung für die Menschen

Menschen wie Einwohner von Besase und aus der weiteren Umgebung des Dorfes. Zuvor haben die Bewohner ihr Wasser aus einem verdreckten Tümpel gezogen. Damit unterscheiden sie sich nicht von vielen Ghanaern. „Die Menschen dort haben oft keine andere Wahl“, erzählt Bettina Landgrafe, „sie wandern weite Strecken und füllen dann aus Seen, Teichen oder Flüssen verunreinigtes Wasser in ihre Kanister.“ Wasser, das die Menschen krank macht.

„Bei aller Skepsis vor afrikanischen Statistiken“, sagt Bettina Landgrafe, „wenn wir einen Brunnen in Betrieb genommen haben und es in der Gegend eine Gesundheitsstation gibt, so merken die Mitarbeiter da ziemlich schnell, dass die Anzahl der Patienten zurückgeht.“

Kürzere Wege beim Schleppen

Und der neue Brunnen hat noch einen weiteren Effekt: Weil er zen­tral im Dorf liegt, müssen Frauen und Kinder, die für das Wasserholen zuständig sind, die Kanister und Eimer nicht mehr so weit tragen.

Dieses Brunnen-Projekt hat seinen Ursprung in Hagen. Denn bei einer Party unserer Zeitung vor gut einem Jahr haben die Besucher für den guten Zweck getrunken. Rund 1500 Euro sind so auch dank der Unterstützung der Stadthalle zusammengekommen. Ein Anfang – immerhin. Diesen Betrag hat der Rotary-Club Hagen großzügig aufgestockt. 7000 Euro sind insgesamt zusammengekommen. Geld, das für einen weiteren „Brunnen voller Hoffnung“ in Ghana gereicht hat.