Betriebskostenanalyse zunächst ohne externen Gutachter
14.01.2010 | 08:00 Uhr 2010-01-14T08:00:00+0100
Hagen. Bei der Aufklärung des drohenden Betriebskosten-Debakels im Hagener Kunstquartier verzichtet die Stadt zunächst auf den Sachverstand externer Gutachter.
Baudezernent Thomas Grothe bestätigte am Mittwoch, dass die Stadt Hagen den Energieverbrauch des Emil-Schumacher- sowie des Karl-Ernst-Osthaus-Museums zunächst über einen längeren Zeitraum beobachten wolle, bevor man - wie in der Dezember-Ratssitzung der Politik noch ausdrücklich zugesagt - ein unabhängiges Energie-Gutachten in Auftrag gebe: „Hinsichtlich der energetischen Ausstattung sieht der Vertrag mit den verantwortlichen Ingenieuren vor, dass diese ein Jahr Zeit bekommen, um die komplizierte Geothermie- und Solartechnik so einzurichten, dass der Komplex nahezu kostenneutral läuft.” Vor diesem Hintergrund sei es vor August 2010 verfrüht, teure Gutachten zu beauftragen.
Belastbare Datenbasis wird zusammengestellt
Eine aktuelle Hochrechnung der Hagener Gebäudewirtschaft (GWH) auf Grundlage der ersten Echtbetrieb-Daten hatte die Verantwortlichen Anfang Dezember hochschrecken lassen. Demnach addieren sich die jährlichen Ausgaben im Museumsviertel für Gebäudereinigung, Energie, Bauunterhaltung und Wartung sowie Personal auf gut 1,5 Millionen Euro, eine Kostenexplosion von mehr als 800 000 Euro (+111 Prozent). Bis dahin waren seitenes der Stadt gegenüber den Entscheidungsträgern lediglich laufende Kosten von 720 000 Euro eingeräumt worden.
Daraufhin hatte der Verwaltungsvorstand um Oberbürgermeister Jörg Dehm eine vollständige Aufarbeitung der Thematik sowie die Beauftragung eines externen Gutachters beschlossen. Erstmals sollte eine belastbare Zahlenbasis erstellt werden, um eine Vergleichbarkeit der Betriebskosten zwischen der reinen Osthaus-Museums-Ära und dem neuen Kunstquartier-Zeitalter herzustellen. Hierbei sollte das Hauptaugenmerk auf die Energiekosten gelegt werden, weil diese nach GWH-Angaben im ersten Quartal des Betriebes die Ursprungsplanungen um sagenhafte 628 Prozent (!) überstiegen. Ein Trend, der sich nach Informationen unserer Zeitung auch im vergangenen Monat fortgesetzt haben soll. Ein Echtkosten-Bericht, so wurde in der Dezember-Ratssitzung der Politik zugesagt, sollte Anfang 2010 vorliegen.
In diesen Tagen sitzt Verwaltungschef Dehm mit den städtischen Experten an einem Tisch, um aus eigener Kraft sämtliche vorhandenen Daten zu sichten und zu bewerten. Dabei soll vor allem versucht werden, alle Gebäudekomplexe des Museumsquartiers gegenüber zu stellen, um eine aussagekräftige Vorlage für die Februar-Sitzung des Rates zu erstellen.
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