Betreuung hat ehemalige Entmündigung abgelöst

Bei der rechtlichen Betreuung erhält ein Betreuer unter gerichtlicher Aufsicht die Vertretungsmacht für einen Volljährigen. Gegen den freien Willen eines Volljährigen darf ein Betreuer allerdings nicht bestellt werden. Der Betreute kann beim Betreuungsgericht die Prüfung und Aufhebung der Betreuung jederzeit beantragen. Die Betreuung löste 1992 die gerichtliche Anordnung der Entmündigung ab, die dem Entmündigten je nach Grund zum Beispiel die volle Geschäftsfähigkeit nahm.

„Die Betreuung hat diesen starken Einschnitt abgelöst“, sagt Hagens Amtsgerichtdirektor Oliver Hoffmann. Betreute hätten somit viel mehr Möglichkeiten. In vielen Fällen, berichtet Hoffmann, werde die Betreuung von Betroffenen als sehr willkommen angesehen. In den vergangenen Jahren kann er keinen starken Anstieg der Betreuungszahlen erkennen. Ob jemand unter Betreuung gestellt werde oder nicht, unterliege außerdem genauen juristischen Kriterien.

Übrigens: Am Donnerstag, 29. Januar, ab 13 Uhr findet im Ratssaal des Rathauses an der Volme eine Informationsveranstaltung zum „Werdenfelser Weg“ statt. Der Werdenfelser Weg ist ein Konzept im Rahmen des geltenden Betreuungsrechts, um die Anwendung von Fixierungen und freiheitsentziehenden Maßnahmen wie Bauchgurten oder Bettgittern in Pflegeheimen zu reduzieren. Oliver Hoffmann, der selbst vortragen wird, hat viele interessante Gäste zu diesem Thema eingeladen.