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Besucherzahlen der Museen weiter im Sinkflug

17.01.2013 | 20:00 Uhr
Besucherzahlen der Museen weiter im Sinkflug
Zum Festakt zum 100. Geburtstag des Hagener Malers Emil Schumacher strömten 2011 viele Besucher ins Museum. 2012 ist die Zahl der zahlenden Gäste erheblich gesunken.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Zahl der Besucher in Schumacher- und Osthaus-Museum sowie im Hohenhof ist im Jahresvergleich um 1666 auf 28.147 gesunken.

Soviel steht fest: Zusätzliche Stellplätze für Besucherbusse müssen am Kunstquartier aktuell nicht geschaffen werden. Im Gegenteil – trotz des 100-Jahre-Schumacher-Ereignisses sind die Besucherzahlen 2012 um 1666 zahlende Gäste auf insgesamt 28.147 gesunken. Somit haben monatlich lediglich noch 2346 Kunstinteressierte im Schumacher - und Osthaus-Museum sowie in der Außenstelle Hohenhof ihr Eintrittsgeld entrichtet.

Enttäuschende Entwicklung im Stadtmuseum

Ähnlich enttäuschend auch die Entwicklung beim Stadtmuseum an der Eilper Straße: Hier wurden nach 17.375 Gästen im Jahr 2010 sowie 13.634 im Jahr 2011 zuletzt lediglich noch 8055 Menschen registriert. Stabil sind hingegen die Besucherzahlen am Wasserschloss Werdringen, die sich wie in den Vorjahren rund um die 17.000er-Marke bewegen. Das Angebot des Museums für Ur- und Frühgeschichte stößt vor allem bei Rad- und Kurztrip-Touristen auf zunehmendes Interesse.

Das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Werdringen ist ein Besuchermagnet. Rund 17.000 Gäste kommen Jahr für Jahr.

Kulturdezernent Thomas Huyeng (CDU) sprach den aktuellen Besucherdaten gestern auf Anfrage jegliche Aussagekraft ab, zumal in Hagen bislang auch noch keine Zielzahlen formuliert worden seien: „Zunächst müssen wir einmal ermitteln, wer unsere Besucher sind, welches Alter und welche soziale Herkunft sie haben sowie was ihre Motivation ist, die Museen zu besuchen.“ Erst dann könnten konkrete Erwartungen formuliert werden. „Natürlich müssen wir besser werden“, formulierte Huyeng den Anspruch, den Abwärtstrend stoppen zu wollen. „Wir müssen das Museum so gestalten, dass es für die Breite der Gesellschaft interessant ist.“

Besucherbefragung in Vorbereitung

Vor diesem Hintergrund kündigte der Kulturdezernent an, gemeinsam mit Fachbereichsleiter Tayfun Belgin, der gestern jegliche persönliche Stellungnahme zum sinkenden Niveau der Zahlen ablehnte, eine Befragung unter der Besuchern vorzubereiten. Nur auf Grundlage solch langfristig erhobener Daten lasse sich die bisherige Konzeption des Kunstquartiers hinterfragen. Es gelte, die Stärken herauszuarbeiten und auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Kulturinteressierten einzugehen. Sein Anspruch sei es, die Ergebnisse letztlich in einen noch zu entwickelnden Kulturentwicklungsplan einzuflechten. Die bereits beschlossene Integration des Stadtmuseums in das Kunstquartier sei hier ein erster richtiger Schritt, um die Attraktivität des Standortes an der Hochstraße zu erhöhen.

Nach den Spitzenwerten im Kulturhauptstadtjahr 2010 war zuletzt bereits Ernüchterung eingetreten, nachdem die Besucherzahlen 2011 um nahezu 20.000 zurückgegangen waren. Die von Museumsdirektor Belgin im Kulturausschuss vor Jahresfrist als Reaktion in Aussicht gestellten Marketing-Verbesserungen haben offenkundig bislang nicht gefruchtet. Und auch die intensiv beworbene Geburtstagsausstellung zum runden Schumacher-Jubiläum sowie weitere Kabinettausstellungen trafen kaum im erwarteten Maße den Nerv des Publikums.

„Initialzündung verpufft“

„Diese Entwicklung ist schon ein bisschen enttäuschend“, zeigte sich Wolfgang Röspel, CDU-Fraktionschef und Kulturausschussvorsitzender, gestern wenig erbaut vom Abwärtstrend im Kunstquartier. „Der 100. Geburtstag von Schumacher war sicherlich ein tolles Ereignis – allerdings scheint diese Initialzündung ein wenig verpufft zu sein.“ Daher müsse das Marketing deutlich verbessert werden, um die unbestrittene Qualität des Angebots besser in die Öffentlichkeit zu transportieren, so Röspel.

Martin Weiske

Kommentare
25.01.2013
15:42
Besucherzahlen der Museen weiter im Sinkflug
von HagenAugur | #55

2. Schließung des Museums (finanziell die zweitbeste Lösung, da laufende Kosten durch Erhaltungsaufwand;
kulturell die schlechteste Lösung)
3....
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2013-01-17 20:00
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