Das aktuelle Wetter Hagen 14°C
Bildung

Bessere Orientierung an der FernUni Hagen soll 2,8 Millionen kosten

15.10.2012 | 17:23 Uhr
Bessere Orientierung an der FernUni Hagen soll 2,8 Millionen kosten
WP-Fotoredaktion Hagen

Hagen.   Die FernUni Hagen löst die Außenstellen auf und konzentriert das gesamte Uni-Geschehen auf dem Campus. Damit Mitarbeiter, Studenten und Besucher nach der Zentralisierung noch wissen, wo es lang geht, ist ein neues Campus-Leitsystem geplant. Kostenpunkt: 2,8 Millionen Euro.

Den Reflex hat in Hagen doch jeder: 2,8 Millionen Euro, das sind wie viele Erzieherinnen-Arbeitsplätze? Wie viele sanierte Schulklos? Wie viele Schulsozialarbeiter? Helmut Hoyer und Regina Zdebel haben diesen Reflex nicht. Der Rektor der Hagener FernUni und die Kanzlerin rechnen die genannte Summe in Sicherheit und Orientierung um. Etwa 2,8 Millionen Euro könnte das neue Campus-Leitsystem mit Schildern, Lampen und Wegweisern kosten.

Beschlossen ist noch gar nichts, eine von sechs angefragten Agenturen hat bislang erst einmal ein grobes Konzept samt Bestandsaufnahme gemacht – für ein analoges Leitsystem draußen, eins drinnen, ein großes leuchtendes Logo auf dem Dach des alten Ur-Gebäudes (ehem. AVZ) für alleine 250 000 Euro und ein digitales Leitsystem für drinnen und draußen. Heraus kam ein Vorschlag, der in Gänze realisiert 2,8 Millionen Euro kosten würde. Zwar hat der Vorschlag das Rektorat nie verlassen, trotzdem kumuliert schon die Kritik in massive Beschwerden. Ob das Geld nicht besser in Forschung und Lehre angelegt wäre?

22 Millionen Euro in den vergangenen zwei Jahren verbaut

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 22 Millionen Euro auf dem Campus verbaut,“ erklärte gestern FernUni-Rektor Prof. Hoyer. Das Gebäude-Ensemble an der Universitätsstraße ist in der Tat schon arg unübersichtlich geworden, dazwischen verschlungene Wege, unbeleuchtete Pfade, Treppenauf- und Abgänge, Fahrstühle, Stufen und Absätze.

Die FernUni löst gerade beinahe alle Standorte außerhalb des Campus auf (u.a. In der Krone in Bathey, Konkordiastraße, Lützowstraße) und holt Mitarbeiter, Verwaltungsstellen und Institute auf den Campus. Die Uni-Verwaltung sitzt schon im umgebauten ehemaligen Staatlichen Umweltamt, dort ist auch der Rektor eingezogen. Überall bekommen Mitarbeiter neue Büros. 1200 Menschen werden nach der Zentralisierung auf dem Uni-Campus arbeiten. Für deren Sicherheit müsse gesorgt sein.

1000 Veranstaltungen im Jahr

„Dazu werden gut 1000 Veranstaltungen im Jahr hier abgehalten, für Hagen wichtige Tagungen, Workshops, Seminare,“ sagt Hoyer. Die neue Bachelor- und Master-Studiengänge machen viel mehr Präsenz der Studierenden an der FernUni nötig, abends und an den Wochenenden gibt es keine freien Parkplätze rund um den Campus.

„Wir müssen jetzt nachziehen,“ sagt Regina Zdebel. Das Ganze sei „ein ganz normaler Vorgang, der offen mit dem Ministerium verhandelt wird“. Die 2,8 Mio. Euro seien nur eine grobe Größenordnung, damit für die kommenden Haushalte Geld eingeplant bzw. beim Land eingefordert werden könne. Vom Türschild für jeden Mitarbeiter über die Beschriftung der Toiletten bis zu barrierefreien Zugängen sei alles darin enthalten. „Da sind aber auch noch Einsparpotenziale drin“, so Zdebel.

„Wir komplettieren jetzt die Hochschulmodernisierung am Campus mit einem Leitsystem, niemand bringt seine Hausnummer schon am Rohbau an,“ argumentiert Rektor Hoyer.

An der endgültigen Entscheidung werden alle zuständigen Gremien beteiligt, sagen Hoyer und Zdebel: „Das ist keine geheime Kommandosache“.

Martin Krehl



Kommentare
17.10.2012
15:26
Reflexe
von Schorsch_MCMLX | #3

Ich habe da ganz andere Reflexe als vom Verfasser vermutet: ich frage mich nämlich, wie es denn die Menschen bisher so geschafft haben, einen bestimmten Ort an der FernUni aufzusuchen, über "verschlungene Wege, unbeleuchtete Pfade, Treppenauf- und Abgänge, Fahrstühle, Stufen und Absätze" und ohne Namenschilder an der Tür??? Wollknäuel vom Parkplatz oder den Bushaltestellen abgerollt??? Machen Höhlentaucher ja heute noch so... Das könnte dann erklären, warum es nach der Zentralisierung offenbar ein größeres Durcheinander gibt als vorher... Mussten schon zerstreute Professoren im Fleyer Wald von joggenden Polizisten vor dem Verdursten gerettet werden?? Mir sind Industriekomplexe vertraut, in denen von Fließbandarbeitern erwartet wird, dass sie sich in ca. 1km langen Hallen zurechtfinden.
Die GKDos-Aussage ist auch klasse, lässt sie doch tiefe Einblicke ins Betriebsklima zu.
Ich bin auf den Hagener "U-Turm" gespannt, mal schauen, ob dann aus DO ne Klage wegen UHR-Verletzung kommt.

16.10.2012
23:20
Bessere Orientierung an der FernUni Hagen soll 2,8 Millionen kosten
von spatzenfreund | #2

wie immer: geld spielt keine rolle. #1 scheint nur noch nicht gemerkt zu haben, dass mittlerweile alles auf pump finanziert wird. wir sind die wahren griechen. noch fragen?

15.10.2012
17:34
FernUni: Orientierung für 2,8 Millionen
von mensch05 | #1

Jede Erneuerung und Verbesserung der Attraktivität oder Sicherheit der Hagener Fern-Uni muss im Interesse der Stadt sein. A propos: Wo bleiben eigentlich die Zusatzhinweise auf den Ortseingangsschildern?

Aus dem Ressort
Ethik-Experte René Röspel gegen Inzest-Liberalisierung
Ethik
Der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel kritisiert den Ethik-Rat scharf für dessen Vorschlag, Sex unter Geschwistern künftig zu erlauben. Das Thema betreffe Einzelfälle, die in der Realität kaum vorkämen. Wichtiger seien Themen wie Reproduktionsmedizin und Sterbehilfe, so der Ethik-Experte.
SPD kritisiert Zeitfenster bei Wasserwerk-Entscheidung
Wasserwerk Hengstey
Die SPD-Fraktion im Rat kann sich nicht vorstellen, dass bis zur nächsten Sitzung des Stadtparlaments Substanzielles bei der Diskussion um die Zukunft der Hagener Wasserversorgung herumkommt. Der OB habe zudem die klare Weisung, alternative Szenarien zu erarbeiten.
Jugend-Roman soll zum Stadtgespräch werden
Theater-Projekt
Ein Buch oder besser gesagt eine spannende Geschichte soll zum Stadtgespräch werden. Wer Hauptakteur dieser Aktion ist und wie diese Idee umgesetzt wird? Das Hagener Theater ist Initiator des „Eine Stadt liest ein Buch“-Projektes und hat dazu 1000 Exemplare des Romans „Räuberhände“ angeschafft.
Mutmacher Schulz orientiert sich im OB-Orbit
Bilanz
Was ist das bloß für ein merkwürdiger Politiker? Nach der Wahl gilt für ihn, was er vor der Wahl versprochen hat: Das Wir-Gefühl stärken, mehr Lust und Stolz auf die eigene Stadt erzeugen, Mut machen. Oberbürgermeister Erik O. Schulz zieht nach 100 Tagen eine erst Bilanz.
Finanznot - Betreuungsvereine in Hagen stehen auf der Kippe
Hilferuf
Die Betreuungsvereine schlagen Alarm: Wenn die pauschalen Fallzuweisungen an Caritas und Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer nicht steigen, müssen die Verbände die mittlerweile hochgradig defizitären Bereiche aufgeben. Somit würde die "Pflichtaufgabe" Betreuung an die Kommunen fallen.
Fotos und Videos
Herbstliches Wochenende
Bildgalerie
Hagen
Extrabreit unplugged in Hagen
Bildgalerie
Extrabreit
Herbstlicher Bauernmarkt
Bildgalerie
Breckerfeld
Demo gegen Eingemeindung
Bildgalerie
Breckerfeld