Berlin ist scharf auf Prakashs Mode

Designer Chandra Prakash Jha (genannt Prakash) mit einem Abendkleid aus Bio-Seide, das er derzeit auf der Fashion Week in Berlin präsentiert.
Designer Chandra Prakash Jha (genannt Prakash) mit einem Abendkleid aus Bio-Seide, das er derzeit auf der Fashion Week in Berlin präsentiert.
Foto: Yvonne HInz
Was wir bereits wissen
Der Wehringhauser Designer Chandra Prakash Jha („Prakash“) stellt derzeit seine Bio-Mode-Kollektion auf der Fashion Week in Berlin aus.

Hagen/Wehringhausen.. Es läuft gut für ihn. Richtig gut. Vor ein paar Jahren musste Chandra Prakash Jha – von seinen Freunden und halb Wehringhausen nur Prakash genannt – noch Klinken putzen. Bei Privatkunden, bei Einkäufern und um auf Messen ausstellen zu dürfen. Doch das Blatt hat sich gewendet. Derzeit stellt Prakash seine Kollektion auf der Fashion Week in Berlin vor. Und die Messe-Veranstalter haben bei ihm „geklingelt“.

Der 37-jährige gebürtige Inder, der seit 2008 in Hagen lebt, lächelt ein wenig verlegen. „Ich war schon fünf Mal mit ein paar Kleidungs­stücken auf der Messe vertreten, erstmals im Sommer 2012, doch bisher musste ich mich im Vorfeld immer mit Konzept und Skizzen bewerben. Nun sind die Veranstalter auf mich zugekommen, haben mich gebeten, meine Cocccon-Kollektion auf dem Catwalk im GREEN-­Showroom zu zeigen.“

Ökologisches Modelabel

Zum Hintergrund: Cocccon ist ein ökologisches Mode-Label, das Praskash vor drei Jahren gegründet hat. Und der GREEN-Showroom eine in die Fashion Week eingebettete Fachmesse samt Ausstellung, die das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt. „Der Veranstaltungsort ist der Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof. Dort zeige ich an vier Tagen auf 40 Shows meine Kollektion“, erklärt der Designer, dessen Kundenstamm sich mittlerweile international zusammensetzt.

Aus London, Wien, Basel und Freiburg stammen jene Kunden (Händler wie Privatleute), denen nicht nur Prakashs Prêt-à-porter-Kollektion (also tragbare Mode) gefällt, sondern auch die Philosophie, die hinter dem Ganzen steht. So verwendet der 37-Jährige ausschließlich Bioseide – die zur Herstellung benötigten Seidenkokons werden auf biologische Art gezüchtet und es wird auf den Einsatz von Pestiziden gänzlich verzichtet. Außerdem gibt Prakash Frauen aus einem indischen Dorf Arbeit. Sie seien dort in einer Weberei tätig und erlangten eine (in Indien nur seltene) ­finanzielle Unabhängigkeit.

Mit GOTS-Label zertifiziert

Aufgrund dieser hohen biologischen und sozialen Standards sei Cocccon jüngst mit dem etablierten GOTS-Label (Global Organic Textile Standard) zertifiziert worden, ergänzt Gerald Henkel. Der Marketingberater hat Prakash gestern nach Berlin begleitet, ist vor Ort „Mädchen für alles“. Zwei festliche Abendkleider, einige Oberteile aus der „Naturweiß“-Kollektion sowie Prakashs Markenzeichen – weich-fallende, farbig bedruckte Schals – hatten die beiden Männer auf ihrem Trip in die Hauptstadt im Gepäck. „Auf jeder Show präsentieren sich mehrere Labels. Die Choreografin vor Ort kümmert sich um die Auswahl der Models, Musik, Reihenfolge auf dem Catwalk und die Gästeliste“, sagt Prakash. Und es läuft – richtig gut. . .