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Beeindruckende Sin(n)fonie für Augen und Ohren

27.01.2010 | 13:49 Uhr
Beeindruckende Sin(n)fonie für Augen und Ohren

Nicht nur als akustisches Erlebnis war das sechste Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen konzipiert:

Eine Multimediaschau mit beeindruckenden Bildern aus den Weiten des Kosmos' machte aus dem Motto „Zu den Sternen” eine Sin(n)fonie für Augen und Ohren.

Nach den traditionellen Klängen von Bachs Weihnachtsoratorium und der Neujahrswalzer hatte Generalmusikdirektor Florian Ludwig für Dienstagabend eine ungewöhnlichere Auswahl getroffen. Den Auftakt machte ein Werk des mehrfach mit dem Oscar prämierten Filmmusikkomponisten John Williams. Bei seiner Vertonung von Stephen Kings „Close encounters of the third kind", oft im Schatten seines noch bekannteren Star-Wars-Soundtracks, ließ sich das Wort sphärisch nicht nur als Phrase verstehen, erzeugten die „unheimlichen Begegnungen der dritten Art” doch von Beginn an eine spezielle Klangästhetik und in den finalen Tuttis eine sogar fast erhebende Atmosphäre.

Es folgte mit der „Orion et Pleiades”-Suite des japanischen Komponisten Toru Takemitsu ein weiteres modernes Stück und das wohl am schwersten zugängliche Werk des Abends. Solist Sebastian Klinger sorgte am Violoncello mit einer intensiven Interpretation der ungewöhnlichen Klänge trotzdem oder gerade deswegen für Begeisterung im Publikum. Besonders gelungen hier der dialogartige Wechsel zwischen Cello und Orchester im dritten und letzten Abschnitt. Wie schon Violinistin Helena Madoka Berg im November präsentierte auch Klinger als Zugabe eine Sarabande von Bach - für ihn „auch wenn sie nicht direkt mit den Sternen zu tun hat, himmlische Musik”.

Versuchte der erste Teil des Konzertes, die Sterne über Klang und Atmosphäre zu erreichen, folgte nach der Pause ein eher astrologischer Ansatz: Gustav Holsts Suite „The Planets” aus dem Jahr 1918 ordnete in sieben Sätzen jedem Planeten eine bestimmte Eigenschaft zu: So wurde Mars zum energischen Kriegsbringer mit marschartigem, sehr lauten Allegro während Venus entsprechend mit leisen, hellen Klängen als Friedensbringerin und Gegenpol folgte. Nach dem verspielten Merkursatz stach der theatralische Glücksbringer Jupiter besonders heraus, in dem mehrere eingängige Motive miteinander wetteiferten.

Der Frauenchor im abschließenden, den Planeten Neptun symbolisierenden Satz blieb entsprechend der vorgesehenen Aufführungspraktia für das Publikum unsichtbar und ließ den Abend nicht mit lauten Tuttis enden, sondern mit einem allmählichen Ausblenden des Klangs - ein Effekt, den die Philharmoniker erfolgreich einfingen. Wie schon beim ersten Stück des Abends wurde die Suite von einer Diashow mit aktuellen Bildern aus dem Weltraum begleitet, die die von den Sternen ausgehende Faszination nicht nur hör- sondern auch sichtbar machten.

Jana Fischer

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