Baumangel sorgt für Fehlalarme am Kunstquartier
24.01.2012 | 23:32 Uhr 2012-01-24T23:32:00+0100
Hagen-Mitte. Die Hagener Feuerwehr musste zwischen November 2011 und Januar dieses Jahres mehrmals zu Einsätzen am Kunstquartier ausrücken. Grund war jeweils ein Druckabfall in der Sprinkleranlage, der den Alarm der Brandmeldeanlage auslöste. Der Druckabfall steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den mutmaßlichen baulichen Unzulänglichkeiten.
Denn die von Keimen befallenen Wasserleitungen im Museum müssen zeitweise gespült werden – und diese Spülvorgänge sorgen auch regelmäßig für den Druckabfall in der Sprinkleranlage.
Es ist – im Vergleich zu den bereits bekannten Kostentreibern am Kunstquartier wie der Überschreitung des kalkulierten Jahresbudgets um mehr als eine Million Euro und der notwendig gewordenen Investition in eine provisorische Lüftungsanlage – zwar eine pekuniäre Kleinigkeit: Acht Mal musste die Feuerwehr in den letzten drei Monaten mit 25 Mann Richtung Kunstquartier ausrücken. Kostenpunkt: jeweils 700 Euro. Diese Vorgänge sind freilich ein weiterer Mosaikstein in der Geschichte aus Pleiten, Pech und Pannen am Kunstquartier. Und die Feuerwehr wird auch in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder wegen dieser Fehl-Alarmierungen zum Museumskomplex aufbrechen müssen.
Nicht zu verantworten den Alarm zu ignorieren
Der Druckabfall in der Sprinkleranlage macht sich stets erst nach Stunden bemerkbar. „Wir können es dann aber nicht riskieren“, sagt Feuerwehrchef Heinz Jäger, „den Alarm zu ignorieren, weil wir glauben, es sei ohnehin nur die Sprinkleranlage.“ Es werde aber mit der Gebäudewirtschaft nach Lösungen gesucht, eine Alarmierung nach den Leitungsspülungen zu verhindern – bislang erfolglos.
Eine Sanierung der verkeimenden Leitungen ist derzeit nicht möglich. Die Bauverwaltung darf wegen eines Beweissicherungsverfahrens keine Mängel am Kunstquartier beheben. Die Stadt will gegen die Baufirmen Schadensersatzansprüche geltend machen. „Der Gutachter wird Anfang Februar die Arbeit aufnehmen“, sagt Stadtsprecher Thomas Bleicher. Das Verfahren kann sich aber über Monate und Jahre ziehen. So lange muss auch die Feuerwehr auf die Begleichung ihrer Rechnungen warten. Denn falls die Stadt Recht bekommt, müsste die Baufirma auch diese Einsatzkosten übernehmen.
19:52
bilder einlagern (bei familie schumacher!), museum schließen, gutachter abwarten. alles andere verbrennt unsere steuern.
08:00
Wie steht es doch gleich in dem Artikel: „Die Stadt will gegen die Baufirmen Schadensersatzansprüche geltend machen. „Der Gutachter wird Anfang Februar die Arbeit aufnehmen“, sagt Stadtsprecher Thomas Bleicher. Das Verfahren kann sich aber über Monate und Jahre ziehen“.
Bis dahin fallen u.U. mehr durch den Baupfusch verursachte Unkosten an, als die Stadt am Ende von der Baufirma als Schadenersatz bekommt. Wenn überhaupt, wenn die Firma bis dahin nicht in Konkurs gegangen ist und die Stadt wiedereinmal in die berühmte Röhre schaut.
Es muss eine Lösung her, für die gesamte verquere finanzielle Situation, in der dass Kunstquartier steckt. Ich tippe mal, dass in nicht all zu ferner Zukunft die Order aus Arnsberg kommen wird, dass Kunstquartier zu schließen. Die Wiedereröffnung steht in den Sternen.
Vielleicht wäre es eine Lösung, dass E. Schumacher Museum, da hier wohl die meisten Unkosten entstehen, vorübergehend zu schließen. Die dort ausgestellten Exponate könnten ja zum Teil im verbleibenden Kunstquartier ausgestellt werden. Aber sicherlich gibt es noch andere Lösungsvorschläge.
Auf jeden Fall, so scheint mir, ist es an der Zeit, dass die Stadt endlich aktiv wird und handelt. Schuldzuweisungen, Klagen die voraussichtlich erst in ferner Zukunft vom Erfolg und Zahlung eines Schadenersatzes gekrönt sind, helfen zur Zeit nicht wirklich.
14:30
Wer hat denn die Bauabnahme gemacht? Doch auch die Stadt, oder? Genau wie das U in Dortmund und die Küppersmühle in Duisburg ist das Kunstquartier ein echte Millionengrab, das geschaffen wurde, um einige wenige Kunstfreunde, die sich in Hagen als Kulturelite aufführen, zu beglücken. Der Steuerzahler und Hagener Bürger darf jedoch bezahlen und muss sich bei anderen Angeboten deshalb einschränken.
13:06
ich frage mich bis heute, wie der Bau überhaupt abgenommen werden konnte. Dass während der Bauphase offensichtlich keine Kontrolle stattfand, lässt allein die Tatsache vermuten, dass unbemerkt nicht bestellter Fußboden verlegt wurde (der aus zeitlichen Gründen dann sogar akzeptiert wurde). Wie ist das auf einer Baustelle, kann da jeder durchs Gebäude laufen und hier und da montieren, was gerade noch übrig war, die Stadt wird´s schon zahlen? Wenn hier schon keine Überprüfung stattfand, dann hätte man sich zumindest bei der Übergabe Mühe geben und die Technik mal testen können, dann stände die Stadt jetzt nicht wie Kleindoof da und wäre nicht aufgrund des Beweissicherungsverfahrens in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt. Das Schlimmste daran: Diejenigen, die diesen Bockmist auf Seiten der Stadt verzapft haben, kommen ungeschoren davon und widmen sich schon lange wieder fleißig den nächsten, für ihre Erbsenhirne viel zu großen, Projekten.
09:23
Zu den Pleiten, Pech und Pannen dieses Kunsttempels unter Einschluß des Osthaus-Museums gehören auch die geringen Besucherzahlen. Hatte man der Politik und den Bürgern hunderttausende Besucher versprochen, so erreichen die Zahlen noch nicht einmal 10 Prozent der erwarteten Besuchereströme. Wenn sich die Hagener Schickaria nicht regelmäßig zu Selbstbeweihräucherungen und Festivitäten dort treffen würde, dann sähe es noch schlechter aus. Und die Konsequenz? Ein Bürokratenprofessor ohne Kulturahnung will im Auftrag von Oberbürgermeister Dehm nun die ganzen Kultureinrichtungen in Hagen runterschrauben und zur Wüste machen. Doch an die Kunst geht keiner, auch wenn sie kaum jemand sehen will.Warum bleibt die Presse still?
Der interessante Artikel von Herrn Reitmeier ist zu finden unter
http://www.derwesten.de/staedte/hagen/wenn-zahlen-die-gefuehle-verdraengen-id6266126.html
08:32
die bei Alarm erstmal ein Signal z.B. an eine bestimmte Telefon- oder Handynummer geben, und erst wenn über dieses Telefon der Alarm nicht quittiert wurde, wird Alarm bei der Feuerwehr ausgelöst. So muß statt eines ganzen Löschzuges nur der Hausmeister ausrücken.
Die 2 Minuten Zeitunterschied sollten zu verkraften sein, geht es hier in der Mehrzahl nicht um Menschenleben, sondern um etwas bemalte Tapete. Und die hat auch 2 Minuten Zeit.