Baugebiet Vorhalle-Süd/Steinbruch schafft völlig neue Wege

Die Kersbergwand im Vorhaller Steinbruch ist ein geologisch weltweit bedeutendes Naturdenkmal. Millionen Jahre alte Spuren der Tektonik lassen sich daran ablesen. Die Wand soll für Besucher begeh- und erlebbar werden.
Die Kersbergwand im Vorhaller Steinbruch ist ein geologisch weltweit bedeutendes Naturdenkmal. Millionen Jahre alte Spuren der Tektonik lassen sich daran ablesen. Die Wand soll für Besucher begeh- und erlebbar werden.
Foto: Mike Fiebig
Was wir bereits wissen
Am Vorhaller Steinbruch entsteht ein neues Baugebiet und mit ihm erhält das ganze Areal eine völlig neue Struktur. Vorhalle und Eckesey werden durch einen Radweg entlang des Steinbruchs verbunden.

Vorhalle.. Der ehemalige Steinbruch der Vorhaller Klinkerwerke gehört weltweit zu den reichhaltigsten Fundstellen für Pflanzenfossilien aus dem Oberkarbon (vor etwa 323 Millionen Jahren). In den vergangenen Jahren ist es still geworden in und um das Areal, auf dem sich auch das aus geologischer Sicht sehr bedeutende Naturdenkmal „Kersbergwand“ befindet. Ein neues Baugebiet Steinbruch-Rand haucht dem Gelände jetzt neues Leben ein und schafft für Rad- und Wanderfreunde eine neue Verbindung und ein Naturerlebnis.

Mit dem geplanten Neubau-Gebiet Vorhalle-Süd/Steinbruch (50 Bauplätze) werden zwei weitere Projekte angestoßen, die seit vielen Jahren in Schubladen schlummern und eine deutliche Attraktivitätssteigerung für Naturfreunde, Wanderer und Radfahrer mit sich bringen. Das komplette Areal rund um den alten Schiefersteinbruch wird völlig neu erschlossen und mit dem Ortsteil Eckesey verbunden. Am Ende wird eine Fuß- und Radwegverbindung Innenstadt/Eckesey/Vorhalle/Harkort- und Hengsteysee entstehen.

Öffentliche Erschließung des Baugebietes

Das Baugebiet umfasst den Bereich östlich des Sporbecker Weges am ehemaligen Vorhaller Steinbruch zwischen dem Weg „In den Erlen“ (führt an der Ecke Sporbecker Weg/Ulmenstraße hinauf ins Waldgebiet „In der Halle“, das Vorhalle seinen Namen gibt) und der DB-Güter-Verbindungsstrecke Heubing-Eckesey.

Die öffentliche Erschließung des Baugebietes erfolgt von einer geplanten neuen Einmündung an den Sporbecker Weg (Ecke In den Erlen) über ein Stichstraßensystem mit abschließenden Wendeanlagen. „Mit dem Verkauf von Grundstücken beginnen wir für gewöhnlich mit dem ersten Spatenstich“, sagt Michael Greiwe, Abteilungsleiter für die Unterhaltung von Straßen, Kanälen und Gebäuden beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), „also dann, wenn Straßen und Kanalarbeiten abgeschlossen sind.“

Zwei weitere Veränderungen

Neben dem neuen Wohngebiet am Steinbruch, das dem Wohnraumbedarf im Siedlungsschwerpunkt Vorhalle Rechnung tragen und der Abwanderung der Wohnraumsuchenden ins Umland entgegenwirken soll, bringt das Projekt Vorhalle Süd/Steinbruch zwei weitere Veränderungen mit sich.

Seit 2006 ein Nationales Geotop

Denn: Von der Bahn-Güterverkehrsstrecke (Eckesey Richtung Heubing), die entlang der Becheltestraße in Eckesey herführt, zweigt in westlicher Richtung die ehemalige Reichsbahntrasse in Richtung Steinbruch und Sporbecker Weg ab. Zwischen ehemaligem Abbaubereich des Steinbruchs und der Bahnstrecke ist die noch geschotterte Trasse deutlich erkennbar.

Von der bislang nur wenig genutzten Brücke über die Becheltestraße – vor rund zwei Jahren noch für 300.000 Euro saniert – wird bald ein Radweg durch den hinter der Brücke liegenden Tunnel, hoch auf die beschriebene Trasse und entlang der Steinbruchkante hin zum Sporbecker Weg führen. Damit gibt es für Radfahrer und Wanderer erstmals die Möglichkeit, auf dem Weg aus der Innenstadt nach Vorhalle zu fahren, ohne sich über die für Radfahrer schwierige Passage Geitebrücke/Herdecker Straße quälen zu müssen.

Mit zum Gebiet des Bebauungsplanentwurfes gehört das Naturdenkmal „Kersbergwand“ im alten Steinbruch, an der sich Millionen Jahre alte Spuren der Tektonik ablesen lassen. Die Wand soll für Besucher künftig wieder erlebbar werden. Die vorbereitenden Arbeiten im Baugebiet laufen bereits. Die Kosten (Radweg, Steinbruch, Baugebiet) trägt die Hagener Erschließungsgesellschaft (HEG).