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Euro-Krise

Banker gehen gelassen durch die Eurokrise

26.09.2011 | 17:59 Uhr

Hagen.Vor fast zehn Jahren kam der Euro zunächst in kleinen Plastiktüten daher. Die Zeit der „Pröbchen“ ist längst vorbei - heute braucht die Währung einen Schirm, der sie retten soll.

Ob Schuldenbremse, Rettungsfonds oder Eurobonds - private Anleger sind derzeit von den Turbulenzen auf dem Finanzmarkt ebenso verunsichert wie Unternehmer. Hagener Banker hingegen begegnen der erneuten Krise nach dem Bankenfiasko in 2008 mit erstaunlicher Gelassenheit, erfuhren gestern 60 interessierte Unternehmer auf einer Veranstaltung der SIHK zu Hagen, die mit Uwe Kettelhack (Deutsche Bank), Rainer Kurth (Sparkasse), Hermann Backhaus (Märkische Bank) und Marc Werner (Commerzbank) gleich vier hochrangige Experten eingeladen hatte. Und die waren sich, trotz der unterschiedlichen Geschäftsmodelle in ihren Häusern, erstaunlich einig: Eine Rezession sei keinesfalls in Sicht, der Euro sei stark genug, um mit Hilfe der Politik die Krise zu bewältigen. Wer gelassen aber auch besonnen mit seinem Vermögen umgehe, der werde zumindest einen Erhalt der Werte rechnen können, so der einhellige Tenor der vier Experten.

„Werteerhalt anstatt Gewinnmaximierung, das ist es, was wir unseren Kunden raten. Denn wir haben in Deutschland mit fünf Billionen Euro viel private Liquidität, doch wo ist die Sicherheit? Ich bin ein Fan des Euro, und deshalb muss jetzt eine Lösung der Staatsschuldenkrise her“, forderte Hermann Backhaus die Politiker zum schnellen Handeln auf.

Die Nachfrage nach
Krediten steigt
weiterhin leicht an

Und auch die heimische Wirtschaft, so Rainer Kurth, lasse sich zurzeit keinesfalls von den Turbulenzen im Euroraum beeinflussen. „Die Wirtschaft brummt, die Kreditnachfrage für Investitionen steigt nach wie vor leicht an. Wir sollten viel gelassener sein und uns nicht von außen verrückt machen lassen. Griechenland ist klein und kann den Euro nicht destabilisieren“, ist sich der Sparkassen-Vorstand sicher. Sein Kollege Uwe Kettelhack von der Deutschen Bank merkte an: „Ein Zurück zur D-Mark wird es nie wieder geben. Wir haben mit dem Euro weniger Chaos, weniger Schwankungen und wenn alle Länder so wirtschaften würden wie unsere Sauerländer Unternehmer, dann wäre die Euro-Welt auch in Ordnung.“

Ehrenpräsident Harald Korte warnte vor zu
viel Optimismus

In die gleiche Kerbe schlug auch Marc Werner: „Kehrten wir zur D-Mark zurück, würde der Handel leiden, Deutschland würde darüber hinaus politisch isoliert. In der Krise sollten die heimischen Unternehmer daher auf ihre individuellen Stärken setzen und sich gegenseitig mehr Mut machen.“ Die zurzeit niedrigen Zinsen sollten darüber hinaus ein Anreiz sein, um jetzt ins Unternehmen zu investieren.

Denn so stark, wie oft genug übertrieben propagiert, seien die Euro-Turbulenzen gar nicht, versicherte Rainer Kurth. „Wir werden zwar ein niedrigeres Wachstum bekommen, dürfen uns aber nicht irritieren lassen.“

Tatsächliche Auswirkungen auf ihre wirtschaftliche Situation konnte dann auch niemand der anwesenden Unternehmer attestieren. Allerdings warnte SIHK-Ehrenpräsident Harald Korte vor allzu übertriebenem Optimismus. Immerhin sei die heimische Metallindustrie als Zulieferer eng verquickt mit der Automobilindustrie. Und wie die momentan den sinkenden Absatz ankurbele, sei schon erschreckend. Höhe Nachlässe und Rückzahlprämien sprächen da für sich.

Genaueres über die Stimmung in der heimischen Wirtschaft, so Präsident Harald Rutenbeck, werde man in der kommenden Woche erfahren. Dann nämlich veröffentlicht die Kammer die Ergebnisse ihrer umfangreichen Konjunkturumfrage.

Von Andreas Reitmajer

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Kommentare
27.09.2011
08:20
Banker gehen gelassen durch die Eurokrise
von hitchhiker04 | #2

Man achte nur auf die Differenz zwischen
Soll- und Habenzinsen ....

26.09.2011
18:14
Banker gehen gelassen durch die Eurokrise
von haspermaggi | #1

Ist doch logisch, dass Banker gelassen in die Zukunft sehen. Schließlich profitieren sie stets von jeder Krise, wie die Vergangenheit und Gegenwart zeigen.

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