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Jung-Rocker Black Jackets terrorisieren Anwohner

07.10.2013 | 06:23 Uhr
Jung-Rocker Black Jackets terrorisieren Anwohner
Die "Black Jackets" sind nun auch in Hagen angekommen.

Hagen.  Sie sind Rocker ohne Motorräder: Die Black Jackets stecken ihre Reviere jetzt auch in NRW ab. In Hagen, Köln, Aachen, Gelsenkirchen, Troisdorf und Datteln. Mehrere Landeskriminalämter warnen vor der Gang. Aber kaum jemand kennt die abgeschottete Banden-Welt.

In den Revieren der Hells Angels und Bandidos wildern hochgefährliche Nachwuchs-Rocker. Die aus Süddeutschland stammende Jugendbande „Black Jackets“ hat in NRW Fuß gefasst. Seit gut einem Jahr registriert die Polizei vermehrt Straftaten der Bande an Rhein und Ruhr.

In Hagen quälten jüngst zwei Mitglieder einen 38-Jährigen Mann mit Schlagwerkzeugen. In Bonn-Bad Godesberg versetzten die jungen Männer, die schwarze Kutten mit Bulldoggen-Symbol tragen, monatelang Anwohner in Angst Schrecken – bis die Polizei dem Treiben mit rund 300 Beamten ein Ende bereitete. In Bergheim erschoss ein Kioskbesitzer, der sich bedroht fühlte, ein Mitglied der „Jackets“, in Hamm sollen sich die Nachwuchs-Rocker eine Schlägerei mit den Hells Angels geliefert haben.

Das Landeskriminalamt (LKA) weiß von Abteilungen der Bande in Köln, Aachen, Gelsenkirchen, Troisdorf, Datteln und Hagen. Mindestens 50 Mitglieder soll es in NRW geben, die Black Jackets selbst sprechen von 1000 Mitgliedern bundesweit.

Jung, männlich, gewalttätig, häufig mit Migrationshintergrund

Die Black Jackets haben ihren Ursprung in Baden-Württemberg. Ihre Mitglieder sind junge Männer, häufig mit Migrationshintergund. Viele der Anhänger seien schon gewalttätig, lange bevor sie zu der Streetgang stoßen, heißt es aus Polizeikreisen: Die Gruppierung ziehe genau dieses aggressive, gefährliche Klientel an.

„Die Black Jackets sind an Rhein und Ruhr angekommen“, bestätigt Thomas Jungbluth, Experte für Organisierte Kriminalität beim LKA in NRW. Im Freistaat Bayern registriert die Polizei schon seit vier Jahren Straftaten der „Jackets“. Mario Huber, Leiter des Sachgebiets Organisierte Kriminalität beim LKA in Bayern, sagt: „Die fackeln nicht lange und schlagen gerne zu.“

„Sie haben ein sehr hohes Aggressionspotential“, bestätigt Horst Haug, Sprecher des LKA in Baden-Württemberg. Derzeit stehen drei „Jackets“ vor dem Stuttgarter Landgericht. Ihnen wird versuchter Mord an dem Mitglied einer verfeindeten Streetgang vorgeworfen.

„Diese Gang wirkt wie eine Rockerbande identitätsstiftend, und die Mitglieder üben häufig illegale und gewalttätige Aktivitäten aus, zumindest akzeptieren sie solche“, sagt die Tübinger Kriminal-Psychologin Kerstin Reich zur Anziehungskraft der Rocker-Gruppe.

Mit Schlagwerkzeugen und Elektroschocker

Der 38-Jährige weiß, dass ihn die Männer aus der Straßenbande nicht zum netten Plausch in ihr Vereinsheim in Hagen-Haspe gebeten haben. Immerhin hatte er zuvor einen aus der Gang wegen Sachbeschädigung angezeigt. Doch was er dort erlebt, ist nicht nur unangenehm, es ist grausam. Der „Präsident“ (31) und der „Sergeant“ (29) der rockerähnlich organisierten Gruppe prügeln ihren „Gast“ mit diversen Schlagwerkzeugen grün und blau, den Hund der Mannes quälen sie mit einer Elektroschockpistole. 5000 Euro „Strafgeld“ soll das Opfer außerdem berappen. Aber der Mann lässt sich nicht einschüchtern. Er geht zur Polizei, und die Täter landen vorm Haftrichter.

Black Jackets
Jung-Rocker Black Jackets terrorisieren Anwohner

Sie sind Rocker ohne Motorräder: Die Black Jackets stecken ihre Reviere jetzt auch in NRW ab. In Hagen, Köln, Aachen, Gelsenkirchen, Troisdorf und...

In Hagen, in Köln, in Aachen – Die Black Jackets sind in NRW angekommen. „Rocker ohne Motorrad“ könnte man sie nennen. Ihre Wurzeln haben die Jungrocker im Süden der Republik. Die Polizei in Baden-Württemberg und Bayern warnt ihre Kollegen an Rhein und Ruhr vor den hochkriminellen jungen Männern. Die Angst ist groß, aber es ist eine diffuse Angst. Denn so richtig weiß kein Außenstehender, wie die Black Jackets funktionieren. Die jungen Leute schotten sich ab. Ihre Welt ist eine andere.

Die Geschichte der Black Jackets beginnt 1985 in Heidenheim an der Brenz, im Osten Baden-Württembergs. Die Gründergeneration besteht zum größten Teil aus Jugendlichen, deren Familien vom Balkan oder aus der Türkei stammten. Noch heute haben die meisten Mitglieder einen Migrationshintergrund. Die Gang ist organisiert wie eine Rockerbande samt Chaptern (Abteilungen) und strenger Hierarchie. Zwei Dinge unterscheiden sie von Motorradrockern: Die Black Jackets sind laut Polizei überwiegend junge Erwachsene, 18 bis Mitte/Ende zwanzig. Und sie fahren keine Motorräder, stattdessen oft aufgemotzte Autos. Die „Jackets“ sprechen sich selbst deutschlandweit 1000 Mitglieder zu.

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Kommentare
18.11.2013
16:12
Jung-Rocker Black Jackets terrorisieren Anwohner
von fleywohner | #41

in den 70/80ern hätten diese Bürschchen von Motorradclubs mal Besuch bekommen. Ordentlich was hinter die Löffel bekommen und gut wärs gewesen.
Ihre...
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http://www.derwesten.de/staedte/hagen/bande-von-jung-rockern-treibt-in-nrw-ihr-unwesen-id8529033.html
2013-10-07 06:23
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