Bande oder Futsal – oder geht in der Rundturnhalle beides?

Hohenlimburg..  Der Wunsch nach einer Bande bei den Fußball-Hallenstadtmeisterschaften am 2. Weihnachtstag besteht bei heimischen Kickern schon lange. Doch jetzt werden viele Hallenturniere schon nach Futsal-Regeln gespielt – also mit einem kleineren Ball, der nicht mehr eingeworfen, sondern eingekickt wird, und mit „Grätschverbot“. Was würden sich die Protagonisten wünschen? Bande oder Futsal? Oder beides verbinden?

Bei den Schwerter Stadtmeisterschaften wird nach Futsal-Regeln und mit Bande gespielt. „Die Bande in der Halle ist schon was Besonderes. Es macht noch mehr Spaß, der Spielfluss ist intensiver“, spricht Patrick Höppe vom SC Berchum/Garenfeld aus Erfahrung. „Die Kombination aus einem Futsalball und einer Bande fände ich persönlich interessant, da ich selbst nebenbei noch Futsal spiele, sofern die Zeit es zu lässt ist. Aber egal ob Bande oder Futsal, Hauptsache es wird gekickt.“

Dennis Möller, Torwart beim SV Hohenlimburg 1910, vertritt eine andere Meinung. „Ich denke, dass man auf der Gegengerade der Rundturnhalle ruhig mit Bande spielen kann“, so Möller. „Und Futsal ist eine eigene Sportart. Fußball soll einfach Fußball bleiben.“

„Mir persönlich, und ich glaube ich spreche im Namen unserer Mannschaft, macht das Spiel mit Bande bedeutend mehr Spaß“, so Georgios Ntontos vom SC Berchum/Garenfeld. „Es ist mehr Tempo und somit auch mehr „Action“ für die Zuschauer vorhanden. In Schwerte gab es dieses Jahr ja trotz Bande schon teilweise Futsal-Regeln. Wobei die Regel, dass gar nicht mehr gegrätscht werden darf, pure Willkür gewesen ist.“

Mit den Futsal-Regeln angefreundet hat sich Dominic Sousa da Costa, Landesliga-Torwart beim SV Hohenlimburg 1910. „Ich bin ein Fan von den Futsal-Regeln geworden, da ohne das Grätschen und ohne Banden, wo man auch mal gegen gedrückt wird, die Verletzungsgefahr niedriger ist“ so der Keeper. „Die Kontrolle und das Spiel mit dem kleinen Ball ist auch besser und viel schneller, als mit dem normalen Fußball.“

„Meines Erachtens ist die teilweise Umstellung auf Futsal total unangebracht“, so Sebastian Schulte, Spieler und Pressewart des SC Berchum/Garenfeld. „Eine Bande lässt den Ball ebenfalls viel öfter im Spiel, und das Spielgeschehen bleibt dadurch schneller. Dazu ist das Verbot zu grätschen sehr zweifelhaft, da jeder Schiedsrichter diese Regel anders auslegt und es zu viel Diskussionsstoff kommen wird.“ Diese Erfahrungen hat der SC B/G bei den Schwerter Stadtmeisterschaften gemacht. „Den neuen Ball würde ich aber begrüßen“, so Sebastian Schulte.

Justin Kunze, Spieler und Trainer beim SV 1910, ist noch hin- und hergerissen. „Prinzipiell finde ich es besser, wenn mit den Futsal-Regeln gespielt wird. Dadurch wird die Spielgeschwindigkeit erhöht und die Technik besser geschult und mehr gefordert. Allerdings bedarf es auch eine gewisse Eingewöhnungszeit, was die Attraktivität erst einmal vermindert, da der sprungreduzierte Ball eine andere Einschätzung erfordert und auch Pässe und Schüsse härter getreten werden müssen, um denselben Effekt zu erzielen“, so Kunze. „Beim Spiel mit Bande ist einerseits der Ball gerade bei spielschwachen Mannschaften nicht so oft im Aus, und das Spiel ist somit schwieriger über die Zeit zu bringen. Andererseits besteht eine erhöhte Gefahr von Verletzungen.“ Seine Westfalenliga-Mädels sprechen sich übrigens immer für die Bande und gegen Futsal aus.