Babyboom in Südwestfalen – Mehr als 1000 Geburten in Hagen

Die Zahl der Neugeborenen ist auch in Südwestfalen gestiegen.
Die Zahl der Neugeborenen ist auch in Südwestfalen gestiegen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Geburten an den Kliniken in Südwestfalen ist stärker gestiegen als im NRW-Durchschnitt. Doch was ist der Grund für den Boom?

Hagen.. Jedes Baby ist ein Wunder – so viele davon sind es erst recht. Denn jahrelang gab es in der Geburtenstatistik nur eine Richtung: abwärts. Doch im vergangenen Jahr hat es in Südwestfalen einen kleinen Babyboom gegeben. Darauf lassen zumindest die Zahlen schließen, die die Kliniken in der Region melden.

Bundesweiter Trend

Seit vielen Jahren wieder mehr als 1000 Geburten hat man im Jahr 2014 zum Beispiel am Allgemeinen Krankenhaus in Hagen verzeichnen können. 1020, um ganz genau zu sein – das ist ein Plus von 15,8 Prozent. „Wir freuen uns“, so Reinhard Tennert, Geschäftsführer des Hauses, fast so stolz wie ein junger Vater. Denn damit liegt man im AKH weit vorn im Landesvergleich, rechnet Tennert vor: Im Durchschnitt seien im vergangenen Jahr an nordrhein-westfälischen Kliniken 6 Prozent mehr Babys geboren worden.

Womit sich ein bundesweiter Trend fortzusetzen scheint, der sich schon 2013 abzeichnete: Bereits damals meldete das statistische Bundesamt, dass in Deutschland wieder etwas mehr Kinder geboren wurden. Rund 8500, eine kaum signifikante Veränderung von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ganz anders dagegen die Steigerung, die die südwestfälischen Kliniken nun melden: Gut 15 Prozent an den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid, Werdohl und Letmathe. Annähernd 13 Prozent am Klinikum in Arnsberg. Mehr als 10 Prozent am Martinus-Hospital in Olpe. Plus 9 Prozent am Josefs-Hospital in Lennestadt. Und am Krankenhaus Maria-Hilf in Brilon (+ 7,3 % in 2014) sind seit Beginn des neuen Jahres allein 12 Babys zur Welt gekommen, teilt man aus dem Kreißsaal selbst etwas verwundert mit. 12 Babys also in sechs Tagen.

Woran es liegt? Schwankungen in der Statistik? Oder ein echter Trend? Mit Sicherheit kann man das in den Kliniken nicht erklären. Und wagt nur vorsichtig anzudeuten: „Es gibt eine Tendenz zu mehr Kindern in der Familie“, so Stefan Nitz, Pressesprecher am Siegener Diakonie-Klinikum Jung-Stilling (+ 8 %). „Das ist ein Ausdruck der derzeitigen Zufriedenheit in der Bevölkerung“, vermutet Christian Stoffers, Marketingleiter am Marienkrankenhaus in Siegen (+ 6 %).

Plus 37 Prozent

Das Vorurteil, dass womöglich steigende Asylbewerberzahlen auch die Geburtenraten in die Höhe treiben, scheint sich nicht zu bestätigen: Unterdurchschnittliche 3,9 Prozent Plus hat man am St.-Vincenz-Krankenhaus in Menden zu melden – in der Nachbarschaft zur Asylbewerbereinrichtung in Wimbern.

Und dass die Zahlen an den Kliniken steigen, weil andernorts Häuser schließen, taugt in Südwestfalen allein für das Helios-Klinikum in Bad Berleburg als Erklärung. Nachdem im nahegelegen Frankenberg eine Geburtsstation aufgegeben worden ist, hat es hier eine Steigerung um 37 Prozent gegeben.