Baby misshandelt: Mutter bekommt Bewährungsstrafe
12.02.2010 | 17:30 Uhr 2010-02-12T17:30:00+0100
Hagen. Die Mutter (36) aus Vorhalle, die ihren neun Monate alten Säugling schwer misshandelt hat, konnte am Freitag schon wieder lächeln: Das Landgericht verurteilte sie zu 15 Monaten Haft - und setzte die Strafe zur Bewährung aus.
Die 6. Strafkammer erkannte auf „gefährliche Körperverletzung” und bescheinigte der Angeklagten, die unter einer schweren Persönlichkeitsstörung (Borderline-Syndrom) leidet und zur Tatzeit „situativ erregt war”, eine „erheblich verminderte Schuldfähigkeit”.
Am 16. Dezember 2008 hatte sich die Mutter von zwei kleinen Kindern einem besonderen Druck ausgesetzt gefühlt, als ihr (inzwischen verstorbener) Ehemann abends kurz einkaufen ging und ihr aufgetragen hatte: „Wenn ich gleich zurück bin, will ich, dass die Kinder im Bett liegen und schlafen.” Doch der kleine Leon kam auch nach zwei Fläschchen nicht zur Ruhe. „er war womöglich ein Schrei-Kind”, stellte die Kammer fest.
Mehrfach ins Gesicht geschlagen
In ihrer Verzweifelung „schlug die Mutter dem Baby mehrfach ins Gesicht, mit so erheblicher Wucht”, betonte Richter Matthias Niggemann, „dass sogar Abdruckmarken von ihren Fingern im Gesicht des Kindes zu sehen waren.”
Ein Würgen des Babys konnte das Gericht im Urteil hingegen nicht eindeutig feststellen, lediglich, aufgrund von Punkteinblutungen, „ein Abschneiden der Luft für wenigstens zehn Sekunden”. Das könne theoretisch auch dadurch passiert sein, dass die Mutter den Säugling „vielleicht fest unter ihren Arm geklemmt hat und ihm dadurch die Luft wegblieb.”
Richter Niggemann: „Es ist im Moment nicht abzusehen, dass sie die beiden Kinder jemals wiederbekommt.”
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