Autorin der zauberhaften Himmelsbotschaft weiter unbekannt

So berichtete unsere Zeitung am 17. November.
So berichtete unsere Zeitung am 17. November.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Ihre tröstenden Zeilen an den kleinen Ben (5), der um seine Oma trauert, sorgten in ganz NRW für emotionale Reaktionen: Die Autorin hält sich bedeckt.

Hagen.. Die wichtigste Nachricht gleich zu Beginn: Nein, die Verfasserin der „Himmelsbotschaft“ hat sich noch immer nicht gemeldet. Am 17. November hatten wir einen Artikel veröffentlicht über den kleinen Ben (5) aus Solingen, der seiner verstorbenen Großmutter mit einem Luftballon einen Brief in Richtung Himmel geschickt hatte. Und über eine bislang unbekannte Autorin (der Handschrift nach ist von einer Frau auszugehen), die Ben einen außergewöhnlich rührenden Brief im Namen der Oma im Himmel zurückgeschrieben hatte.

Der Brief war ein riesiger Trost für den kleinen Ben, der seine Oma so vermisst. Und Bens Mutter Simone war so gerührt, dass sie der Autorin unbedingt Danke sagen wollte. Daher wandte sie sich an unsere Zeitung, denn der Brief war abgestempelt im Hagener Briefverteilzentrum.

Riesiges Medieninteresse

Nach der Veröffentlichung des Artikels gab es so viele emotionale Reaktionen unserer Leser, wie es sie selten auf einen Bericht gibt. Die so liebevollen Zeilen haben viele Menschen berührt. Im Internet verbreitete sich die Geschichte rasend schnell. Und andere Zeitungen, Fernsehstationen und Radiosender standen Schlange, um auch über diesen außergewöhnlichen Brief zu berichten. Doch Bens Eltern Simone und Christian lehnten weitere Berichte ab. Ihnen ging es nicht um Präsenz in den Medien, sie wollten einfach Danke sagen.

Mit einigen Wochen Abstand schaut Bens Mutter Simone auf die Geschichte und sagt: „Wir würden uns auch weiterhin sehr freuen, wenn sich die Verfasserin melden würde. Aber wir denken auch, dass diejenige irgendwie von dem Artikel erfahren hat und jetzt weiß, dass sie durch ihre tollen Worte Trost gespendet hat.“ Die Verfasserin müsste sich ja auch gar nicht öffentlich präsentieren: „Sie hat ja unsere Adresse und kann sich gerne, wenn ihr danach ist, auch später noch melden.

Die Reaktionen auf den Artikel im Umfeld der Familien waren durchweg positiv. „Viele fanden die Geschichte einzigartig – sie hat sie zum Grübeln gebracht.“

Der Brief hilft Ben bei der Trauer

Trotz all des Rummels: Die Familie hat es geschafft, dass der Zauber des Briefes für Ben erhalten geblieben ist: „Wir haben unserem Sohn den Artikel gezeigt und haben ihm gesagt, dass viele Menschen den Brief von der Oma toll finden und froh sind , dass der Brief ihm hilft.“ Wenn man sich auf eine Fernsehberichterstattung eingelassen hätte, so ihre Einschätzung, wäre das alles schwieriger geworden.

Dass die rührenden Zeilen auch so viele andere Menschen bewegt haben, kann Simone G. gut verstehen: „Ich persönlich glaube, dass die Menschen in der heutigen Zeit nicht glauben können, dass jemand Fremdes solche Worte für einen fremden Menschen finden kann.“ Und der Brief habe bei ihr bewirkt, dass sie inzwischen glaube, dass jeder Mensch einen Schutzengel habe, der sich in solch einer Situation zeige. „Natürlich weiß ich, dass meine Mutter das nicht selbst geschrieben hat.“ Aber mit einigen Familienmitgliedern sei sie sich einig, „dass der Brief so geschrieben ist, wie sich unserer Mutter angehört hätte, wenn sie in solch einer Situation mit Ben gesprochen hätte.“

So ist der Brief ein Menschenwerk, aber gefühlt eben doch eine wunderbare Himmelsbotschaft.