Auslauf-Wiesen müssen her!

Hundeauslauf-Wiesen. Die Mitteilung der Stadtverwaltung Hagen, für Hunde-Auslaufflächen seien keine Mittel vorhanden, kann nicht überzeugen. Die Stadt nimmt jährlich etwa 800 000 Euro an Hundesteuern ein. Daraus sind die genannten Beträge für notwendige Maßnahmen zur Reduzierung des Hunde-Hinterlassenschaften-Problems ohne weiteres zu finanzieren.

Die traditionelle rechtliche Einordnung der Hundesteuer ist mir bekannt. Diese ist jedoch überholt. Die Haltung eines Hundes (andere Haustiere sind steuerfrei) ist heute aus verschiedenen Gründen kein Luxus mehr.


Einmal ist wegen der lieblosen, ja ablehnenden Haltung der desinte­grierten menschlichen Gesellschaft insbesondere für ältere, alleinstehende Mitbürger die Haltung eines Tieres zum Ausgleich eine psychische Notwendigkeit. Zum anderen stellt das Vorhandensein eines bellenden Hundes in der Wohnung im Hinblick auf die grassierende Einbruchskriminalität einen gewissen Schutzfaktor dar.

Da die Innenpolitik, aus welchen Gründen auch immer, zögert, gegen diese Massenkriminalität entschiedener vorzugehen und die Bürger stattdessen auf Maßnahmen zum Selbstschutz verweist, kann diese Schutzmaßnahme nicht als Luxus eingeordnet werden. Hat die Stadtverwaltung sich denn überhaupt bei der Bezirksregierung erkundigt, ob die betreffenden Ausgaben genehmigungsfähig wären?

Im Übrigen erlebe ich immer wieder, dass in anderen, besonders kleineren Städten, Automaten mit Plastikbeuteln und korrespondierend besondere Behälter für Hundehinterlassenschaften aufgestellt sind. Unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit und Ordnung müssten wenigstens solche Vorkehrungen als notwendig und damit haushaltsrechtlich genehmigungsfähig eingestuft werden. Aber insoweit ist es wohl leichter, die Verantwortung bei anderen abzuladen. Nebenbei: Für neue Fahrradwege werden städtische Mittel bereitgestellt, obgleich die Fahrradfahrer mit keinem Eurocent zum Bau solcher Wege beitragen.