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Rücktritt

Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch

17.01.2012 | 17:13 Uhr
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
Dr. Jürgen Brand steht der Hagener SPD als Parteichef nicht mehr zur Verfügung.

Hagen.Die Hagener SPD sucht mal wieder nach einer neuen Galionsfigur. Der amtierende Unterbezirksvorsitzende Dr. Jürgen Brand hat am Montagabend zum Abschluss einer turnusmäßigen Vorstandssitzung verkündet, bereits beim Unterbezirksparteitag am 14. Februar im Beisein von Innenminister Ralf Jäger aus beruflichen Gründen seinen vorzeitigen Rücktritt erklären zu wollen.

Der 66-jährige Jurist aus Holthausen, der bis April 2010 als Präsident des Landessozialgerichts agierte und heute noch Mitglied des NRW-Verfassungsgerichtshofes ist, war erst im Mai vergangenen Jahres mit einer wenig überzeugenden 56-prozentigen Mehrheit wiedergewählt worden. Der jetzige Rückzug sei „völlig unspektakulär“, kommentiert der Familienvater im Exklusiv-Gespräch mit dieser Zeitung seinen Schritt. Durch seine jüngste berufliche Neuorientierung habe sich der Druck zuletzt vervielfacht, so dass er die Rolle als SPD-Vorsitzender kaum noch habe adäquat ausfüllen können: „Das ist kein Frühstücksdirektorenposten, ich bin aber einfach zu wenig an der Basis.“ Der Rechtsanwalt und renommierte Sozialrechtler ist inzwischen bundesweit mit Betriebsprüfungen betraut und viel auf Reisen. Eine Aufgabe, die sein volles persönliches Engagement erfordert.

„Streit kann nicht fortgesetzt werden“

„Ich hätte mir meine Ägide durchaus politischer vorgestellt“, macht Brand keinen Hehl daraus, dass die SPD seit den jüngsten Kommunalwahl nur wenige politische Marken gesetzt, sondern sich vielmehr in personellen Scharmützeln aufgerieben habe. Vorläufiger Höhepunkt des quer durch Partei und Fraktion sich ziehenden Lagerkampfes sei der Eklat in der November-Ratssitzung gewesen, als Teile der SPD-Fraktion bei der Debatte um den NRW-Stärkungspakt Stadtfinanzen sich offen gegen das Spar-Thesenpapier des SPD-Fraktionsvorsitzenden Mark Krippner stellten. Dieser „Solo-Auftritt der sieben Zwerge“, so Brand, habe ihn letztlich bewogen, mit Hilfe eines weitgehend unbeteiligten Moderators die so genannten „Würzburger“- und „Zorbas“-Gruppen wieder zusammenzuführen. „Es gibt keine Alternative zum Zusammengehen“, hofft Brand, dass in den Gesprächsrunden hinter verschlossenen Türen die persönlichen Konflikte und Vorbehalte schrittweise abgebaut werden können. „Es dämmert inzwischen wohl jedem, dass der anhaltende Streit nicht fortgesetzt werden kann.“

Künftige Personalfindung

Die schwierige Vermittlerrolle hat Noch-HEB-Chef Werner König übernommen. Zentrales strategisches Ziel der neu aufgenommenen Gesprächsfäden ist es, eine belastbare Basis für die künftige inhaltliche Zusammenarbeit zu finden, auf deren Grundlage auch die künftige Personalfindung mit Abbildung der unterschiedlichen SPD-Flügel funktionieren soll. Bis zur Kommunalwahl im Frühjahr 2014 will man sich wieder inhaltlich auf den politischen Gegner und weniger auf die eigenen Reihen ausjustieren.

Mit welchem Kreisvorsitzenden das geschehen könnte, erscheint derweil noch offen. Zunächst einmal sollen die Brand-Stellvertreter Claus Rudel und Kirsten Pinkvoss die Geschicke der Hagener Sozialdemokraten führen.

Martin Weiske

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Kommentare
20.01.2012
13:02
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von Tony_Montana | #10

@ roosterkatze:

Haben sie Beweise für Ihre Behauptung? Sie sagen also, dass die jungen Genossen Politik zum eigenen Vorteil machen. Im Umkehrschluss gehe ich mal davon aus, dass Sie der Ansicht sind, die älteren Genossen, aber auch die Schwarzen, machen Politik ausschließlich zum Wohl der Bürger!? Das müssten Sie mir aber jetzt belegen. Wenn ich mich nicht irre waren doch gerade die Genossen um Kramps herum "an der Macht" als der Karren in Hagen vor die Wand gefahren wurde, oder irre ich mich?

19.01.2012
22:43
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von roosterkatze | #9

@6 Hagenbusch

Ich habe keine Abneigung gegen junge aufstrebende Kräfte , vor allem nicht wenn Sie denn kompetent sind. Das trifft bei den genannten Jusos aber leider nicht zu. Wer Politik macht , nur zu seinem eigenen Vorteil , ist für mich nicht wählbar, egal ob jung oder alt , schwarz oder rot !

19.01.2012
08:31
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von harkorten | #8

@ hagenbusch - "charismatische und engagierte Personen wie zum Beispiel Rudel, Krippner, Schisanowski"

Habe ich das richtig gelesen? Oder versprühen Sie Ironie und Zynismus?

19.01.2012
01:06
Ein verhinderter Minister sucht das Weite
von Donnerschlag | #7

Aha. Genosse Jurist Brandt ist jetzt bundesweit mit Betriebsprüfungen beschäftigt. Ein Allroundtalent. Erinnern wir uns: Als Obergenossin Hanne Lore Kraft ihre neue NRW-Landesregierung bildete, brachte sich der Mann mit dem unaufdringlich roten Schal selbst als Justizminister ins Gespräch. Motto: Wenn sie mich ruft, werde ich nicht nein sagen. Er hielt die Ohren in den Wind. Doch Hanne Lörchen rief nicht in sein Öhrchen. Selbst schuld, wenn sie einen Top-Mann übersieht.

Obwohl: Das wärs ja gewesen: Ein Ministergehalt für einen bescheidenen Lebenswandel und -abend nach der Pensionierung als Gerichtspräsident. Jetzt ist er mit 66 Ex-Richter eines NRW-Obergerichts und bezieht eine unbedeutende Pension. Und immer noch ist er Mitglied des NRW-Verfassungsgerichts. Und muss sein schmales Salär deswegen bundesweit durch das Prüfen von Zahlen aufbessern. Schon ein hartes Schicksal. Wer wollte da mit dem armen Mann nicht mitfühlen. Ein wahrer Verlust für den SPD-Ortsverein, der ihm so am Herzen lag. Er hätte ja noch so gern für seine Hagener Genossen gewirkt. Was denn sonst.

18.01.2012
21:00
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von hagenbusch | #6

Die Abneigung von roosterkatze gegen die jungen, aufstrebenden und auch kompetenten Kräfte in der Hagener SPD sind hier mittlerweile ja schon allgemein bekannt. Dass ganz bestimmte andere Partei-Altvordere ständig von Kritik so gut wie ausgespart bleiben, ist schon auffällig und spricht sehr merkwürdige Bände; und gegen roosterkatze.
Der SPD aber auch der ganzen Politik in unserer Stadt kann man nur wünschen, dass sich charismatische und engagierte Personen wie zum Beispiel Rudel, Krippner, Schisanowski erfolgreich durchsetzen und etablieren, um die jahrzehntelang heruntergewirtschaftete Hagener Politikszene wieder flott zu machen.

1 Antwort
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von erlkoenig | #6-1

Diese "jungen aufstrebenden und kompetenten" und wie war das noch... "charismatisch und engagiert" ? Dieses Dreigestirn "Rudel, Schisanowski und Krippner" , ständig auf Pöstchenjagd, haben die SPD-Hagen und auch Ortsvereine vor die Wand gefahren.
Da wird mit sehr unsauberen Methoden agiert und vernünftige menschliche Umgehensweisen sind diesen 3 Herren vollkommen fremd.
Es hat also nichts mit junger Generation zu tun, denn es gibt auch noch junge Menschen die nicht nur über Bildung, sondern auch über "Herzenbildung" verfügen.
Wohin uns solche Berufspolitiker, die niemals andere Tätigkeiten ausgeübt haben, führen kann man gerade am Beispiel Wulff erleben.

18.01.2012
17:20
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von roosterkatze | #5

Tja, da muss man die Jungspunde einmal selbst erlebt haben , freigestellt von jeder sinnvollen Arbeit bei den Stadtwerken , politische Weiterbildung auf Kosten von wem ?? ,
Beim Bund hieß das Tarnen , Täuschen und Verpis...n ! Habe die Brüder in verschiedenen Gremien hautnah erlebt , leider, und konnte mir ein Urteil bilden.
Übrigens ,ich bin kein SPD Mitgleid oder Mitglied einer andern politischen Gruppierung, habe nur die Schnauze voll von Typen , die es erst einmal mit arbeiten versuchen sollten !

18.01.2012
07:17
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von Meinemal | #4

Wie H. Brand plötzlich auftauchte, so verschwindet er plötzlich. Ministerpöstchen nicht mehr drin, Karriere ausgebremst und schon ist er wieder weg. Und die Hasper Dumpfbacken und Politkasper nutzen gleich die Gelegenheit und ihr Hinterstübchen, sich an die SPD-Spitze zu bringen. Und ob diese "neue, innovative" Doppelspitze an den Erfolg der SPD aus alten Zeiten aufschließen kann, mag bezweifelt werden. Sind ehe nur Wulff-Klons!;-)

17.01.2012
22:06
@ hagenbusch
von Tony_Montana | #3

Sie sprechen mir aus der Seele. Jedes Mal wenn es um die SPD bei uns in Hagen geht, sind es immer wieder die selben User, die sich herablassend über Krippner und Co. äußern.

Fakt ist, dass Krippner versucht, die SPD wieder nach vorne zu bringen! Ob im Moment erfolgreich oder nicht, lassen wir mal dahingestellt. Fakt ist aber ebenso, dass es genau die älteren Genossen um Kramps & Co, bzw. die Zorbas-Gruppierung war, die die SPD in Hagen dorthin gebracht hat, wo sie im Moment steht. Nämlich ziemlich weit unten!

Kramps und Co. haben bereits bewiesen, dass sie es nicht können. Immerhin haben sie jahrelang Zeit dazu gehabt. Es ist definitiv an der Zeit, dass jüngere Genossen das Ruder übernehmen, denn schlechter als die alten Genossen können sie es ja kaum machen.

Also gebt den Jüngeren einmal eine Chance und in 5 Jahren können wir Genaueres über ihre Arbeit sagen!

17.01.2012
21:24
Ausgebrannt - Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von hagenbusch | #2

Kann das sein, dass hier über die Kommentare eines Artikels versucht wird Stimmung gegen eine bestimmte Gruppierung in der SPD zu machen? Das ist mir jetzt schon öfter aufgefallen.

Es wird langweilig!

Wirklich - man durchschaut das so leicht, dass hier einige ältere Figuren an ihrer Macht hängen und anscheinend Angst haben, dass die jüngeren Politiker genug Format besitzen könnten, um Verantwortung zu übernehmen.

Für mich sind ein Krippner, ein Rudel und ein Schisanowski überhaupt nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Ich freue mich, wenn sich jemand für die Politik entscheidet, der noch nicht über 60 ist.

Ich bewundere aber auch, dass diese Leute immer noch Spaß an der Politik haben. Bei so verkrusteten Strukturen und Intoleranz hätte ich wahrscheinlich schon lange keine Lust mehr. Das kennt man doch sonst nur aus dem deutschen Mittelstand.

Von mir: Daumen hoch und weiter so! Wir brauchen mehr jüngere Menschen, die sich für Politik interessieren!

17.01.2012
18:03
Ausgebrannt: Hagens SPD-Chef wirft im Februar das Handtuch
von roosterkatze | #1

Naja, ein großer Verlust wäre das nicht wenn, ja wenn es einen guter Ersatz gäbe .
Alerdings ist zu befürchten das die neue Führungskraft ?? ( grins, grins ) aus der Kasperletruppe des Sonnenkönigs rekrutiert wird. Die Herren Rudel, Krippner scheinen bei Enervie nicht ausgelastet zu sein und Student Schisanowski verfüght woghl auch über freie Kapazitäten. Eigentlich für die CDU ein gefundenes Fressen , da kann ein überforderter Oberbürgermeister Dehm , hier eine Kapriole nach der anderen achießen, gänzlich ohne Folgen. Schöne Opposition , die Sozis , immer lustig aber leider nicht mehr wählbar !

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