Ausbildungsmesse lockt 28 Schulen

Kückelhausen..  Der Unterrichtsbetrieb in den Hagener Schulen lief gestern auf Sparflamme. Statt in muffigen Klassenzimmern zu sitzen, machten sich rund 1900 Schüler aus 28 Hagener Schulen auf den Weg zum Gelände der SIHK und der Handwerkskammer nach Kückelhausen. Um dort an der dritten Ausbildungsmesse teilzunehmen. Und um sich Inspirationen für einen möglichen Traumjob zu holen.

Etwas Soziales möchte Nele Luda (16) von der Realschule Halden nach ihrer Schulzeit machen, genaue Vorstellungen hat sie aber noch nicht. „Ich hoffe, man kann mir hier weiterhelfen“, waren ihre Erwartungen relativ gering. Auf der Messe waren auch die beiden 15-jährigen Realschüler Justin Wagners und Florian Neuser aus Hohenlimburg. „Das ist sehr nett und informativ hier, all meine Fragen wurden beantwortet“, erzählte Neuser, der sich gut vorstellen kann, später einmal in der Hagener Verwaltung zu arbeiten. Seinen Schulfreund Justin zieht es in die Technikbranche. Dafür schaute er sich unter anderem die Infostände von Risse und Wilke sowie von der Stadtverwaltung an. „Ich habe einiges erfahren. Vor allem, welche Qualifikationen ich brauche und wie ein Einstellungstest funktioniert.“ Für die beiden hat sich der gestrige Tag schon mal gelohnt.

Betrieb aus Wetter findet Azubi

Dass auf der Messe tatsächlich Betriebe und Schüler zusammenfinden, zeigt das Beispiel von Christian Grütz. Eine Ausbildung zum Mechatroniker hatte der 25-Jährige schon abgeschlossen, doch damit war Christian nicht wunschlos glücklich. So besuchte er im letzten Jahr die Messe – und traf dort auf seinen jetzigen Arbeitgeber KGO, einen Betrieb für den Industrieofenbau aus Wetter. Ausbilderin Anke Vucemilowic freute sich über die Möglichkeit, die kleine, 40-köpfige Firma aus Wetter den Hagener Schülern zu präsentieren: „Das lohnt sich total. Letztes Jahr haben wir einen neuen Kollegen gewinnen können“, sagte sie mit Blick auf Christian Grütz.

Ein Appell an die rund 120 teilnehmenden Betriebe, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. „Wir wollen unser Unternehmen präsentieren und potenzielle Azubis finden“, so Caterina Knobloch (33), Pflegedienstleiterin von Wohlbehagen. Neben Ausbildungsplätzen bietet der Hagener Pflegedienst auch Praktika, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst im eigenen Haus an.

„Die Pflegebranche hat nicht das beste Image“, weiß Knobloch – auch deshalb ist die Ausbildungsmesse eine gute Chance zur Imagesteigerung.

Rap-Gruppe sorgt für Unterhaltung

Ähnliche Vorstellungen hat das Ingenieurbüro Quast aus Haßley. „Unseren Beruf vorstellen und Kontakte knüpfen“, wollte Julian Kaiser von Quast, die auf der Suche nach potenziellen Bauzeichnern oder Bauingenieuren sind. Auch für all diejenigen Schüler, die schon letztes oder vorletztes Jahr dabei waren, gab es gestern Neues zu sehen. Zum Beispiel die Hagener Rap-Gruppe „Was geht Almanya“, die für ein wenig musikalische Abwechslung sorgte. Von ihr stammt das Lied „I have a dream­“, der offizielle Song für den Boy’s und Girl’s Day 2015. Auf dem Programm standen auch zwei „Up-Dates“, bei denen Lehrer und Ausbilder gemeinsam über Jobmöglichkeiten diskutierten.

„Diese nicht-kommerzielle Messe ist wichtig für Schüler und Unternehmen“, erklärte Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz bei der offiziellen Begrüßung, „wir sind mit über 100 Berufsbildern breit aufgestellt.“ Für jeden Schüler- und jeden Betriebsgeschmack war daher etwas dabei.