Aus für Gymnasium türkischer Prägung

Das ehemalige Verwaltungsgebäude bleibt im Besitz der Firma Enersys-Hawker.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude bleibt im Besitz der Firma Enersys-Hawker.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Aus dem Gymnasium türkischer Prägung an der B 7 in Wehringhausen wird nichts. Die Firma Hwaker will ihr Gebäude nicht an den Trägerverein Prisma Bildungsreform verkaufen.

Wehringhausen.. Aus dem Gymnasium türkischer Prägung an der B 7 in Wehringhausen wird nichts. Der Trägerverein Prisma Bildungsplattform und die Firma Hawker, in deren ehemaliges Verwaltungsgebäude die Schule einziehen wollte, konnten sich offenbar nicht über einen Kaufpreis einigen. Möglicherweise plant das Unternehmen auch, die Immobilie anderweitig zu nutzen. So teilte der Konzern dem Verein mit, dass man auch einem verbesserten Angebot keine Zustimmung erteilen werde.

Damit platzte das Vorhaben des gemeinnützigen Vereins, der sich die sprachliche und kulturelle Integration von Einwanderern zum Ziel gesetzt hat, eine eigene Schule aus der Taufe zu heben. Grundsätzlich halte man an den Planungen fest, teilte Vorsitzender Mehmet Susam mit, die Eröffnung des Gymnasiums verschiebe sich jetzt nur um ein Jahr: „Wir haben zwei Alternativgebäude im Visier.“ Nähere Angaben zu diesen beiden Standorten wollte er noch nicht machen.

Prisma hätte noch bis Ende Juli Zeit gehabt, alle Unterlagen für die Schulgründung bei der Bezirksregierung in Arnsberg vorzulegen. Der Verein hatte fest damit gerechnet, den Zuschlag für den Kauf der Hawker-Immobilie zu erhalten. Immerhin hatten schon 30 Voranmeldungen vorgelegen, doch wurden alle Kinder von ihren Eltern sicherheitshalber auch an anderen Schulen angemeldet, so dass jetzt niemand ohne Schule dasteht. Dennoch dürfte ein Großteil der Vorbereitungsarbeit, die der designierte Schulleiter Helmut Dinse in das Schulprojekt – angedacht waren zum Start nach den Sommerferien zwei fünfte Klassen – gesteckt hatte, für die Katz sein. Dinse hatte bereits Vorstellungsgespräche mit Lehrern geführt, ein pädagogisches Konzept vorgestellt und sogar ein konkretes Projekt entworfen: „Die Schüler sollten Hagen kennenlernen, die Geschichte und Entwicklung der Stadt.“ Daraus wird nun vorerst nichts.

Unterlagen nicht vollständig

Die Bezirksregierung hatte zuletzt fehlende Belege angemahnt, ohne die ein Schulbetrieb nicht möglich sei. Dazu gehörten eine Genehmigung der Stadt für den Schulbetrieb sowie ein Nachweis, in welcher Turnhalle Sportunterricht erteilt werden solle. Zudem seien die Personalunterlagen für die einzustellenden Lehrer nicht vollständig. „Beim überwiegenden Teil der Pädagogen muss es sich um vollausgebildete Lehrer handeln“, betonte ein Sprecher der Behörde. Offenbar war jedoch der Anteil der Seiteneinsteiger zu groß: „Das ist kein optimales Antragsverfahren.“

Kritik und Konter

An der Gründung des Gymnasium hatte es in Hagen Kritik gegeben, da eine vorwiegend von türkischstämmigen Kindern besuchte Schule den vielfältigen Bemühungen um Integration einen Schlag versetzen würde. Diese Vorwürfe hatte der Trägerverein mit dem Hinweis gekontert, das Gymnasium solle eine weltoffene Schule ohne religiösen Ansatz sein.