Aufgeheizte Stimmung bei Krankenhaus-Mitarbeitern

Dr. Josef Rosenbauer informiert die Mitarbeiter. Rechts Thomas Wülle von den den Katholischen Krankenhäusern Hagen, der über weitere Details am Mittwoch die Medien informieren wird.
Dr. Josef Rosenbauer informiert die Mitarbeiter. Rechts Thomas Wülle von den den Katholischen Krankenhäusern Hagen, der über weitere Details am Mittwoch die Medien informieren wird.
Foto: Diakonie
  • Mitarbeiterversammlung im Krankenhaus Elsey
  • Unsicherheit in Belegschaft trotz Job-Garantie
  • Diakonie: Hatten keine Alternative zum Verkauf

Elsey..  Die Stimmung ist aufgeheizt, die Empörung unter den Mitarbeitern des Elseyer Krankenhauses gestern Mittag groß. Viele hatten die Nachricht vom Aus der drei Disziplinen Chirurgie, Gynäkologie und Hals-Nasen-Ohren-Abteilung am Morgen aus unserer Zeitung erfahren; andere sind von Freunden oder Verwandten telefonisch oder per Whatsapp informiert worden. Namentlich möchten die Betroffenen nicht in Erscheinung treten, denn sie fürchten um ihren Arbeitsplatz. „Die Mitarbeiter verlieren immer. Zunächst wird versprochen, dass alle übernommen werden. Danach sieht das anders aus. Wir sind nicht mehr die jüngsten.“ Es brodelt.

Um 14 Uhr standen gestern sowohl Josef Rosenbauer (Geschäftsführer Diakonie in Südwestfalen) als auch Thomas Wülle (Katholische Krankenhäuser Hagen) bei einer Personalversammlung Rede und Antwort. Für heute ist eine Pressekonferenz angekündigt, bei der weitere Details der Übernahme bekanntgegeben werden sollen.

Wie diese Zeitung bereits gestern erfuhr, sollen alle drei Häuser ( St. Josef, St. Johannes und Elsey) zukünftig als ein Haus und somit unter einem Dach geführt werden. Für alle Mitarbeiter, somit auch für alle Ärzte, wird es eine Übernahmegarantie geben.

„Wir hatten keine Alternative“, warb Josef Rosenbauer gestern noch einmal um Verständnis für den Verkauf des Hauses. Die Diakonie habe nicht auf Dauer das Defizit in Elsey ausgleichen können. So auch nicht für das evangelische Krankenhaus in Kredenbach bei Kreuztal, wo gestern ebenfalls die Schließung verkündet wurde.

Nach Informationen dieser Zeitung liegt das jährliche Defizit an der Iserlohner Straße bei rund 300 000 Euro. Dazu gibt es einen Sanierungsstau. So ist der Operationssaal nicht klimatisiert.

Und weil, so Rosenbauer, trotz aller Bemühungen kein adäquater Partner gefunden worden sei und sich auch keine Perspektive darstelle (diese Zeitung berichtete), sei am Montagabend die Verkaufsentscheidung von den Gesellschaftern abgesegnet worden.

Das sagt die Kirche

Pastor Achim Dreessen von der Kreuzkapellen-Gemeinde ist zur Zeit Vorsitzender des Presbyteriums der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elsey und somit Mitglied der Gesellschafterversammlung der Diakonie. Zusammen mit Ruth Kregel nahm er am Montagabend daran teil.

„Die Entscheidung für den Verkauf ist einstimmig gefallen“, hieß es gestern aus Siegen.

Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Vertreterversammlung (Elsey hat nur einen Anteil von 13 Prozent) hatten die Hohenlimburger folglich ohnehin keine Möglichkeit, die Verkaufsentscheidung abzuwenden. Es hätte dazu Unterstützung aus Siegen bedurft. Und die gab es nicht.

Pastor Dreessen sagte gestern auf Anfrage: „Die Diakonie in Südwestfalen hat alles versucht, das Krankenhaus zu halten und deshalb viele Gespräche geführt. Das diese nicht zum Erfolg führten, hat nicht an der Diakonie gelegen. Wenn man es positiv betrachtet, muss man sagen, dass die Diakonie über viele Jahre den Standort Elsey gesichert hat.“