Auf Spuren von Hans Bendemann

Bei seinem Vortrag im Bentheimer schlüpfte Professor Dr. Hans Fröhlich in die Rolle des preußischen Hauptmanns Hans Bendemann.
Bei seinem Vortrag im Bentheimer schlüpfte Professor Dr. Hans Fröhlich in die Rolle des preußischen Hauptmanns Hans Bendemann.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Der Name ist Programm. Das lässt sich über Professor Dr. Hans Fröhlich nun wirklich sagen. Am Donnerstagabend war er zu Gast im Bentheimer auf Einladung des Hohenlimburger Heimatvereins mit einem Vortrag über „Aussichtstürme im Sauer- und Siegerland – so weit das Auge reicht“.

20 Gäste hatten sich für die Veranstaltung angemeldet, Heimatvereins-Vorsitzender Widbert Felka begrüßte fast doppelt so viele. Hans Fröhlich, Professor für Landesvermessung, hatte die Zuhörer gleich auf seiner Seite. „Ich bin mit Lennewasser getauft worden.“

Fachwissen überzeugt

Fröhlich überzeugte die Besucher mit seinem Fachwissen, sorgte mit seiner humorvollen und unterhaltsamen Art für Kurzweil. Er schlüpfte in die Rolle des preußischen Landvermessers Hans Bendemann, der im 19. Jahrhundert in Nordrhein-Westfalen Hauptvermessungspunkte gefunden und bestimmt hat. Das umfassende Gebiet war 70000 Quadratkilometer groß – unvorstellbar, was der preußische Hauptmann für Entfernungen zurückgelegt hat. Da viele Winkelmessungen nicht vom Boden aus möglich waren, mussten Vermessungstürme aus Holz gebaut werden. Hieraus entwickelten sich die trigonometrischen Punkte – Beobachtungspunkte der Landesvermessung. Das war die Grundlage für spätere Landkarten-Darstellungen. Diese sind meist mit einem Steinpfeiler gekennzeichnet – dort eingraviert die Abkürzung „TP“. „Das könnte auch ,Trink Pils’ heißen“, so Hans Fröhlich mit einem Schmunzeln.

1985 begab sich Hans Fröhlich auf die Spuren von Hans Bendermann und bestimmte die Hauptvermessungspunkte, die der preußische Landvermesser vor 100 Jahren gefunden hat, erneut. Hierzu wusste der Professor viel zu erzählen. „Auf dem Kahlen Asten gibt es jetzt eine gute Gastronomie“, weiß Hans Fröhlich. Auf dem Beobachtungsturm Homert blickte er bei seiner Arbeit ständig auf eine Brauerei. „Das waren Qualen.“

Nach dem historischen Einblick stellte Fröhlich sein literarisches Werk „Aussichtstürme im Sauer- und Siegerland“ vor. Hier hat er eine Bestandsaufnahme aller Türme gemacht – es sind immerhin 90. Zu manchem Turm wusste Hans Fröhlich eine kleine Anekdote zu erzählen. So wurde der Wilzenbergturm bei Schmallenberg aufgrund finanzieller Engpässe 1889 zunächst nur bis zu einer Höhe von zehn Metern errichtet. Erst zum 100-jährigen Jubiläum wurde der Turm auf 17 Meter aufgestockt.

Der Humpfertturm

Ein fröhliches „Aah...“ ging durch die Runde, als der Letmather Humpfertturm ebenfalls Erwähnung in Fröhlich’s Buch fand. Der Humpfertturm in seiner jetzigen Form ist rund 15 Meter hoch und wurde am 21. Juni 1908 eingeweiht. Zwischen Sundern und Finnentrop-Rönkhausen befindet sich der Schombergturm. „Eigentlich wollte dort ein Mobilfunkanbieter einen Turm bauen. Der durfte nur errichtet werden, wenn für Wanderer eine Aussichtsplattform gebaut wird“, erzählte Hans Fröhlich. Der Professor erntete nach seinem Vortrag großen Applaus und verabschiedete sich in bewährter Manier: „Es hat mir Spaß gemacht, hier vom Leder zu ziehen.“