Auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk
21.12.2008 | 16:12 Uhr 2008-12-21T16:12:00+0100
Noch zwei Tage bis Heiligabend. Was bei den einen für besinnliche Vorfreude sorgt, treibt den anderen Schweißperlen auf die Stirn. Denn die Bescherungsuhr tickt gnadenlos herunter.
Und in den Kaufhäusern wimmelt es nur so von Last-Minute-Shoppern, die noch immer nicht wissen, womit sie ihren Liebsten eine Freude machen können.
Kamilla Kowalski kann einem schon leidtun. Die Torschlusspanik steht ihr ins Gesicht geschrieben. Die 29-jährige Pädagogin befindet sich auf der Suche nach Geschenken für ihre Eltern. „Ich werde meinem Vater wohl ein Parfüm schenken. Das ist immer gut”, erklärt die junge Frau und liefert gleichzeitig die Rechtfertigung dafür, dass sie mal wieder auf den letzten Drücker losgegangen ist, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen.
Bei vielen Hagenern, die kurz vor Heiligabend noch versuchen, ein Geschenk zu ergattern fällt eines allerdings auf: Der letzte Drücker treibt die Preisspirale ordentlich nach oben. „Man will ja auch etwas Ordentliches schenken”, beschreibt beispielsweise Manfred Wimmer sein Bescherungsprinzip. Vielleicht liegt es aber auch am schlechten Gewissen, das den klassischen Last-Minute-Shopper durch die Kaufhäuser begleitet. „Man hört ja immer, was die anderen schon alles für einen haben”, fürchtete sich Manfred Wimmer, vor den möglicherweise nicht gleichwertigen Geschenken seiner Familienmitglieder.
Je später man losgeht, desto teurer die Geschenke also? Von finanziellem Druck kann bei Familie Hildebrandt zumindest keine Rede sein. „Mein Mann und ich schenken uns eigentlich nichts mehr gegenseitig”, erklärt Bianka Hildebrandt. Sie und ihr Mann Udo legen allerdings großen Wert darauf, dass sich ihre drei Kinder untereinander bescheren. „Jeder der drei bekommt von uns 25 Euro, so beschenken sich alle im gleichen Wert.” Tochter Joyce nutzt den späten Bummel ihrer Eltern durch Hagens Kaufhäuser übrigens zur Umsetzung einer ganz besonderen Taktik. „Ich will unbedingt einen neuen Kettenanhänger haben. Allerdings von meinem Freund”, so die 19-Jährige. Durch übertriebenes Anhimmeln des kleinen Schmuckstücks hofft sie auf eine Weiterleitung der Information durch ihre Eltern an ihren Freund. Denn auch ihr Freund tappt bezüglich einer Geschenkidee noch im Dunklen.
Hagens Last-Minute-Shopper neigen übrigens nicht zu besonderer Innovation in Sachen Geschenken. „Wenn man schon spät dran ist, will man natürlich auch keinen Fehler machen”, erklärt Frank Hegemann. Der 43-Jährige setzt beim Beschenken seiner Frau auf die Klassiker Duft, Schmuck und Kleidung: „Irgendwas davon wird es am Ende sein.”
Bei allem Materialismus, der die Vorweihnachtszeit nun einmal prägt, zeigt das Beispiel des zwölfjährigen Phil Hildebrandts aber auch, dass es wichtigere Dinge gibt als teure Geschenke. „Papa hat vor kurzem einen schweren Autounfall gehabt. Es ist schön, dass er noch lebt. Mama und Papa sollten das Geld jetzt lieber für ein neues Auto sparen.”
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