Auf 1000 Fotos werden Kinder missbraucht

Hagen.. Etwa 1000 Bilddateien von Kindern, entblößt oder bei sexuellen Handlungen fotografiert, hortete der 33-jährige Hagener Sascha W. auf seinem Computer. Gestern stand der bereits einschlägig vorbestrafte Vater eines kleinen Jungen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht.

Sascha W., ein dürrer Mann mit einem strähnigen, blonden Zopf ist ein Mensch mit bewegter Vergangenheit. Bereits 14 Mal stand er vor Gericht, davon in zwei Fällen wegen Kinderpornografie. Aber auch sonst hat er kaum etwas ausgelassen: Diebstahl, Betrug, Körperverletzung und anderes. Mehrfach hat er bereits in Haft gesessen. Derzeit verbüßt er eine Strafe von zwei Jahren und vier Monaten in der JVA Werl.

Im aktuellen Fall fanden Ermittler auf seinem Computer in seinem „Kinderzimmer“ in der Wohnung seiner Eltern in Haspe erneut Dateien mit verbotenen Bildern. Die abgebildeten Opfer übelsten Missbrauchs waren zwischen zwei und vier Jahre alt. Auch entstand der Verdacht, Sascha W. könnte sich mit einem „Gleichgesinnten“, der in der Szene unter „searchyounggirls“ in Erscheinung treten soll, hinsichtlich des Bildmaterials ausgetauscht haben. Über seinen Verteidiger Lutz Mollenkott räumt der Hagener den Besitz ein, zu dem möglichen Austausch will er sich nicht äußern. Überhaupt will er nur reden, wenn die Öffentlichkeit währenddessen ausgeschlossen wird. Das Gericht kommt dem nach. Die Presse muss gehen, seine Eltern bleiben auf seinen eigenen Wunsch hin im Saal.

In seinem Plädoyer bringt es Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli letztlich auf den Punkt: „Jedem dieser Bilder liegt der sexuelle Missbrauch eines Kindes zugrunde. Ohne solche Menschen wie den Angeklagten, die auf der Jagd sind, würde es so einen Geschäftszweig nicht geben. Pauli spricht von der „Schändlichkeit des Tuns“ und wirft ihm planmäßiges Vorgehen vor. Verteidiger Lutz Mollenkott verweist auf das Geständnis des Hageners. Ansonsten wäre es nicht einfach gewesen, ihm die Taten nachzuweisen. Das Gericht verurteilt Sascha W. zu einem weiteren Jahr Haft ohne Bewährung. Ausreichend Zeit für die Therapie, die er laut eigenen Angaben unbedingt machen will.