Auch Breckerfeld hat jetzt eine „Schule der Zukunft“

Ennepetal..  Der siebenjährige Simon gibt im Foyer der Aula des Reichenbach-Gymnasiums vor der Polit-Prominenz des EN-Kreises eine astreine Bewerbung als Moderator einer Verkaufsshow im Fernsehen ab. „Jetzt sehen Sie einmal, wie verunreinigt dieses Wasser ist. Ich schütte es oben rein, es durchfließt erst die Steine, dann den groben und den feinen Sand. Und unten heraus kommt: blitzsauberes Wasser. Diese Filteranlage können Sie sogar zu Hause ganz leicht nachbauen.“ Der Erstklässler erklärt routiniert das Projekt seiner katholischen Grundschule Ennepetal, für das diese sich jetzt wie 15 weitere Bildungsinstitute, darunter die Grundschule aus Breckerfeld, „Schule der Zukunft“ nennen darf.

Offizielle UN-Dekade-Maßnahme

Buntes Treiben und Gewusel herrschte auf dem Markt der Möglichkeiten, wo die Schüler aus sechs kreisangehörigen Städten ihre Projekte vorstellten – die Schulen und Kitas aus den drei übrigen Städten wurden bereits gesondert geehrt. Sie alle hatten an der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ teilgenommen und kamen nun mit ihren Lehrern und Bürgermeistern ins Ennepetaler Reichenbach-Gymnasium, um Urkunde, Plakette und Fahne zur Zertifizierung entgegenzunehmen.

Gemeinsam mit dem Schulamtsdirektor des Ennepe-Ruhr-Kreises, Joachim Niewel, überreichte Viktor Haase vom NRW-Umweltministerium die Auszeichnung. Auch er hatte zuvor einen Rundgang über den Markt der Möglichkeiten gemacht und zeigte sich schwer beeindruckt von den Leistungen der Schüler.

In diesem Projekt gehe es um zwei Fragen, sagt Haase: Wie kann man jetzt und in Zukunft gut leben? Und: Wie wirkt sich das auf jeden Einzelnen und dessen Umwelt aus? „Ihr habt tolle und verblüffende Antworten gefunden“, lobte er die Projekte in höchsten Tönen und führte aus: „Ihr gebt der Phrase ,man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben’ neuen Tiefgang.“

Von der Förderschule über etliche Grundschulen bis hin zu den Gymnasien nehmen sich die heimischen Bildungsinstitute auf unterschiedlichsten Ebenen dieses Themas an. Die Georg-Müller-Schule aus Gevelsberg unterstützt Obdachlose, in der Grundschule Voerde drehte sich zweieinhalb Wochen alles um gesunde Lebensführung und die Schüler des Märkischen Gymnasiums Schwelm arbeiten gemeinsam mit Partnern an der Verbesserung der Wasserqualität der Schwelme.

Bei einer Schule verhaltene Freude

Sie alle bewarben sich bei der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“, die eines der fünf Leitprojekte der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014“ ist.

Den offiziellen Teil lockerten Musik- und Tanzaufführungen von Gruppen aus dem Reichenbach-Gymnasium sowie den Ennepetaler Grundschulen Voerde und Wassermaus auf. Nur eine Schule konnte sich nicht so richtig über den Titel „Schule der Zukunft“ freuen, denn ihre eigene Zukunft ist besiegelt – die Schwelmer Gustav-Heinemann-Hauptschule. Sie wird 2016 geschlossen.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE