Arztpraxis steht seit mehr als einem Jahr leer

Elsey..  Ende Dezember hat diese Zeitung von einem drohenden Hausarztschwund in zehn Jahren in Hohenlimburg berichtet. Aktuell fehlt auch der ein oder andere Facharzt vor Ort. Die Eigentümergemeinschaft des Ärztehauses an der Möllerstraße 29 müht sich redlich, das zu ändern. Sie nahm einen stattlichen Geldbetrag in die Hand, um den Zugang zu den Ärzten behindertengerecht zu gestalten.

Mit den Stufen sowie den Türen zum Flur und zum Treppenhaus hatten viele Leute mit Gehbehinderung Probleme, den Aufzug bzw. die Praxen zu erreichen. Jetzt ist es für Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrern sowie älteren Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, wesentlich einfacher geworden.

Anstatt der Stufen befindet sich jetzt eine Rampe vor dem Ärztehaus, folgend eine automatische Schiebetür, so dass der Aufzug barrierefrei zu erreichen ist. „Wir werden den Eingangsbereich mit Bildern noch etwas freundlicher gestalten“, so Barbara Schilken-Knauf, eine der acht Eigentümer.

Vor einiger Zeit gestaltete die Eigentümergemeinschaft auch das Treppenhaus neu. Das marode Treppengeländer wurde durch eines aus Metall ersetzt, das Treppenhaus erhielt einen neuen Anstrich. Der Bereich vor jeder Praxis ist jetzt mit Pastellfarben mit jeweils einem anderen Farbton gekennzeichnet. Die alten, maroden orangenen Plastikstühle, die das Haus jahrzehntelang geprägt haben, sind durch neue Holzstühle ersetzt worden. „Wir haben auf eine moderne Gestaltung geachtet“, sagt Barbara Schilken-Knauf.

Hohenlimburg überversorgt

Damit wäre zumindest ein Problem gelöst. Eine Schwierigkeit besteht bei der Vermietung einer Praxis, die schon seit einem Jahr leer steht. Zuletzt arbeitete dort ein Urologe. Hier wird einfach kein Mediziner gefunden, der sich in Hohenlimburg niederlassen möchte bzw. darf, obwohl der ein oder andere Facharzt im Ort fehlt. Einen Haut- oder einen Kinderarzt gibt es in Hohenlimburg nicht mehr.

„Teilweise ist es so, dass die Ärzte die Zulassung nicht bekommen, hier in Hohenlimburg eine Praxis zu eröffnen“, klagt Barbara Schilken-Knauf.

In vielen Fachbereichen ist der Bedarf an Ärzten in der Stadt Hagen gedeckt, aktuell ist Hohenlimburg sogar überversorgt, was die Hausärzte betrifft. Das ergibt die Statistik der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Die Hohenlimburger, die einen bestimmten Facharzt benötigen und denselbigen im Ort nicht vorfinden, müssen dann die Fahrt nach Hagen auf sich nehmen. „Viele Ärzte möchten sich auch nicht mehr selbstständig machen“, vermutet Barbara Schilken-Knauf.

Praxisräume modernisiert

Die freie Praxis wird derzeit modernisiert. Natürlich wünscht sich die Eigentümergemeinschaft, dass die Räumlichkeiten wieder an einen Arzt vermietet werden können – oder zumindest an jemanden, der im gesundheitlichen Bereich arbeitet.

Die freien Räume umfassen insgesamt eine Fläche von 133 Quadratmetern. Interessenten können sich an Barbara Schilken-Knauf ( 0175 / 16 45 324) von der Eigentümergemeinschaft wenden.