Architekten-Vorstoß für Hagener Gestaltungsbeirat

Großprojekte wie die Rathaus-Galerie wären ein Fall für den Gestaltungsbeirat.
Großprojekte wie die Rathaus-Galerie wären ein Fall für den Gestaltungsbeirat.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Hagener Architekten- und Ingenieursverbände fordern einen Gestaltungsbeirat, der Politik und Verwaltung beraten soll. Sie wollen ihn auch selbst finanzieren.

Hagen.. Seit Jahren bemühen sich Hagener Architekten- und Ingenieursverbände darum, dass auch Hagen einen Gestaltungsbeirat bekommt, der Verwaltung, Politik und Investoren bei großen Bauprojekten berät. Jetzt gibt es eine neue Initiative, die endlich zum Ziel führen soll. Die im Forum „StadtBauKultur“ Hagen organisierten Verbände wollen einen Verein gründen, über den die Kosten, die ein solcher Gestaltungsbeirat verursachen würde, getragen würden.

Sprich: Auf die Stadt käme keine finanzielle Belastung zu. Jetzt kommt es aber darauf an, dass es auch eine politische Mehrheit dafür gibt, einen Gestaltungsbeirat, in dem Architekten sitzen würden, zu installieren. Mirek Sramek vom Bund Deutscher Architekten BDA: „Nötig wäre ein entsprechender Kooperationsvertrag.“

43 Gestaltungsbeiräte existieren bereits in NRW

Der neue Vorstoß für einen Gestaltungsbeirat war Thema beim Neujahrsempfang des Forums „StadtBauKultur“ im Kunstquartier. Und da gab es einen prominenten Fürsprecher für ein solches Gremium in Hagen: Ernst Uhing, den Präsidenten der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen aus Lüdenscheid. 43 solcher Beiräte gebe es bereits in den NRW-Kommunen. Von Arnsberg über Bochum und Dortmund bis Lippstadt oder Wuppertal. „Ich würde mich freuen, wenn auch Hagen dazu kommt“, so Ernst Uhing.

Eine Furcht vor den Gestaltungsbeiräten sei unbegründet: Sie hätten keine Entscheidungskompetenz und wollten sie auch gar nicht haben. Die bliebe bei der Politik und der Verwaltung. Allerdings gebe es viele Beispiele, bei denen es sich positiv ausgewirkt habe, dass der Sachverstand der Architekten und Städteplaner in die Planungen eingeflossen sei. Und mancher Planer solle bereits dankbar gewesen sein, dass er mit Rückendeckung des Beirats unzureichende Vorstellungen des Investors habe überarbeiten können.

Bei Großprojekten gefragt

Wann aber würde ein solcher Gestaltungsbeirat in Hagen eingesetzt? Architekt Mirek Sramek stellt klar: „Natürlich nicht, wenn jemand ein Eigenheim bauen will. Die Stichworte sind eher: Stadtbildprägend, Bedeutung für die Stadtentwicklung und besondere optische Bedeutung.“ Sprich: Es sind eher die Großprojekte, bei denen ein Gestaltungsbeirat zu Wort kommen würde.

Wie groß das Gremium in Hagen werden könnte, ist noch unklar. Die Initiatoren aus dem Forum „StadtBauKultur“ sind sich bereits einig: Es sollen auch oder sogar ausschließlich auswärtige Architekten vertreten sein. Der Vorsitz soll auf jeden Fall an einen Nicht-Hagener gehen. „Diese Experten müssen dann zwar bezahlt werden. Aber wir wollen auf jeden Fall den Eindruck vermeiden, dass wir Hagener Architekten mit solch einem Gestaltungsbeirat Eigeninteressen verfolgen“, so Mirek Sramek.