Arbeitsagentur sucht jetzt selbst Jobcenter-Chef

Hagen..  Die Agentur für Arbeit will nach Informationen unserer Zeitung nun selbst die Geschäftsführerstelle bei dem für Langzeitarbeitslose zuständigen Jobcenter ausschreiben. Und das, obwohl die Stadt Hagen in der Trägerversammlung des Jobcenters – die mit Vertretern von Stadt und Arbeitsagentur besetzt ist und letztlich die Geschäftsführung bestimmt – das Vorschlagsrecht hat. Die Stadt hat auch bereits ihre Datenschutzbeauftragte, Christina Borrmann, als Nachfolgerin der geschassten Jobcenter-Chefin Eva-Maria Kaus-Köster präsentiert. Der neue Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen, Marcus Weichert, will keine Stellung nehmen. Von ihm nur so viel: „Für mich spielt es keine Rolle, ob ein kommunaler Kandidat oder ein Kandidat der Agentur für Arbeit die Stelle besetzt. Es muss passen.“

Bormann bislang einzige Bewerberin

OB Erik O. Schulz ist aus der Arbeitsagentur-Regionaldirektion in Düsseldorf bereits avisiert worden, dass die Behörde die Stelle selbst ausschreiben werde. Womit sie deutlich macht, dass die Stadt zwar das Vorschlags-, aber am Ende nicht zwingend das Besetzungsrecht inne hat. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Vorbehalte in der Arbeitsagentur, weil Borrmann, die bislang keine Führungserfahrung hat und nun Chefin einer Behörde mit 300 Mitarbeitern würde, nicht über die nötige Qualifikation verfüge. Die Stadt Hagen selbst wollte gestern keine Stellung nehmen.

Zur Erinnerung: Nachdem die Stadt den Posten nach einem als intransparent kritisierten Verfahren doch noch öffentlich ausgeschrieben hatte, blieb Bormann die einzige Bewerberin als Nachfolgerin von Kaus-Köster. Diese war abberufen worden, weil sie u.a in einer Mail an alle Mitarbeiter den Eindruck erweckt haben soll, dass die Stadt nicht genug bauliche Maßnahmen ergriffen habe, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren.