Anwohner sitzen unerwartet auf dem Trockenen

Bauarbeiten an der Kreuzung Kaiserstraße/Unterm Hagen legten die Wasserversorgung lahm.
Bauarbeiten an der Kreuzung Kaiserstraße/Unterm Hagen legten die Wasserversorgung lahm.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Anwohner der Kaiserstraße waren einen Tag zuvor darüber informiert worden, dass aufgrund der Bauarbeiten an der Kreuzung Kaiserstraße/Unterm Hagen am Donnerstag mehrere Stunden lang kein Wasser aus ihren Hähnen kommen würde. Wer Unterm Hagen wohnt, wusste indes nicht, dass auch er auf dem Trockenen sitzen sollte – sogar noch länger als die Nachbarn in der Parallelstraße.

Eingeschäumt unter der Dusche

Gegen 9 Uhr erfuhr Hannelore Menzel, dass die Wasserzufuhr gekappt war – und zwar von ihrem Ehemann, der eingeschäumt unter der (nun arbeitslosen) Dusche stand. Sie reagierte prompt und fragte beim Versorger Enervie nach. Anfangs sei ihr telefonisch mitgeteilt worden, dass es sich um einen rund zweistündigen Ausfall handele, berichtet die Hohenlimburgerin, die seit vielen Jahrzehnten Unterm Hagen wohnt. Da das Wasser aber auch nach dem angekündigten Zeitraum nicht wieder lief, meldete sie sich noch weitere Male bei dem Energie-Unternehmen: „Zunächst wurde mir gesagt, es ziehe sich doch bis etwa 14 Uhr; später hieß es, man könne keine genauen Angaben machen, da die Leitstelle nicht mehr zu erreichen sei.“

Letztlich habe die Sperrung bis weit in den Nachmittag hinein angedauert: „Die Klospülung funktionierte nicht, wir konnten nicht kochen und nicht waschen. Geputzt wurde mit Mineralwasser.“

Wibke Gehrmann, die direkt gegenüber der Baustelle wohnt, befand sich gerade beim Einkauf, als morgens gleich mehrere Nachrichten auf ihrem Handy eintrudelten. Der Tenor lautete stets: „Habt ihr auch kein Wasser?“ Nach einem Telefonat mit ihrem Gatten wusste sie: In ihrem Haus kam ebenfalls kein Tropfen mehr aus dem Hahn. „In so einem Fall weiß man erst, wie oft man Wasser benötigt“, erzählt Gehrmann. „Wir haben uns Dosensuppen warm gemacht, denn Kartoffeln oder Nudeln konnten wir ja nicht kochen.“

Gegen 12.15 Uhr fragte sie dann einen der Bauarbeiter, wann mit Wasser zu rechnen und warum man nicht informiert worden sei – und erfuhr, dass die Sperrung ursprünglich nicht geplant war. Es sollte noch bis 16.15 Uhr, also geschlagene vier Stunden dauern, ehe wieder Wasser durch die Leitungen floss.

Defekt erst am Morgen festgestellt

„Da bei den morgendlichen Arbeiten festgestellt wurde, dass ein Schieberkreuz defekt war, gab es kurzfristig auch Unterm Hagen kein Wasser“, bestätigte Enervie-Sprecher Andreas Köster die eigentlich nicht vorgesehene Sperrung. Vielmehr hätten zwei Mitarbeiter den Defekt erst am Morgen festgestellt: „Sie hatten dann alle Hände voll zu tun, den Schaden zu beseitigen, denn sonst wären die Folgen noch schlimmer gewesen. Deshalb konnten sie auch nicht an den Häusern Unterm Hagen entlanggehen und die Bewohner informieren.“ Auch in der Folgezeit habe viel Arbeit und Abstimmungsbedarf einer Information der Anwohner einen Riegel vorgeschoben: „Erste Bürgerpflicht war, die Stelle dicht zu bekommen.“ Nur in Notfällen würden mit Megaphonen ausgerüstete Autos losgeschickt, um die Bürger in Kenntnis zu setzen. Und ein solcher Notfall, so Köster, habe hier nicht vorgelegen. „Nichtsdestotrotz ist das Ganze etwas unglücklich gelaufen“, gibt der Enervie-Sprecher zu, „und dafür möchten wir uns bei unseren Kunden entschuldigen.“