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Anwohner in Hagen-Nord klagen über immer mehr LKW-Lärm

04.11.2011 | 16:52 Uhr
Anwohner in Hagen-Nord klagen über immer mehr LKW-Lärm
Die Serpentinen zur Hohensyburg sind gesperrt.

Hagen.Die Ankündigung, dass im Hagener Norden ein Autohof und eine Cargobeamerstation (Umladestation von Lkw auf die Bahn) gebaut werden könnten, machen Anwohner schon seit Monaten hellhörig. Denn was den Bürgern auch jetzt schon auf die Ohren schlägt, könnte dadurch noch verstärkt werden: der Lärm von durchfahrenden Lastwagen.

Hintergrund
Die kritischen Verkehrsbereiche

In Fley ist der kritische Bereich der Straßenzug Knippschild-straße/Sauerlandstraße. Dieser Streckenabschnitt wird aktuell mit 6 800 Fahrzeugen am Tag belastet. Mehr als 85 Prozent davon ist Fremdverkehr.

In Halden ist es der Abschnitt Berchumer Straße/Sauerlandstraße als Landstraße (L703 klassifiziert) und Hauptverkehrsachse. Im Bereich zwischen Flensburger Straße und Harzstraße zeigt die Modellberechnung eine Verkehrsbelastung von 6400 bis 8300 Fahrzeugen mit zirka 230 Lkw am Tag. Der auf Halden bezogene Fremdverkehr liegt bei ca. 4000 Fahrzeugen, wobei der Anteil des LKW-Verkehrs bei 90 Prozent liegt.

Der Herbecker Weg hat eine aktuelle Verkehrsbelastung von 1200 bis 1600 Fahrzeugen am Tag. Für den Fremdverkehr ist der Weg eine Alternativroute zur Berchumer Straße.

Aktuell sorgt die Sperrung der Dortmunder Straße in Richtung Hohensyburg für einen Anstieg des Lärmpegels auf der Wandhofener Straße, auf den der Verkehr sowohl in der Nacht als auch am Tag ausweicht. Zahlreiche Anfragen besorgter Bürger, so die Fraktion von „Hagen aktiv“ seien bereits eingegangen. Deshalb will Jochen Löher als Mitglied der Bezirksvertretung Nord auch von der Verwaltung wissen, ob Schutzmaßnahmen für die Anwohner, und das nicht nur an der Wandhofener Straße, vorgesehen sind. Denn mit dem Verkehrsproblem, insbesondere mit Lkw-Fahrten, kamen auch für die Anwohner in Halden, Fley und Herbeck die Konflikte ins „südliches Lennetal“.

Verkehrsempfindlichkeit in den jeweiligen Ortslagen ist entscheidend

Seither wurden zahlreiche Planungsvarianten, die Entlastung schaffen könnten, im Rathaus ausgearbeitet, wieder verworfen und erneut diskutiert. Fakt ist bis heute, dass sich neue und damit entlastende Autobahnanbindungen, ob nun an die A  46 über die Hammacherstraße oder an die A 45 über die Dolomitstraße nicht realisieren lassen. Auch die angedachten Querspangen, die den LKW-Verkehr direkt aus dem Gewerbegebiet über die Lenne in Richtung B7 und damit an den Autobahnanschluss in Hohenlimburg-Reh bringen sollen, sind aufgrund des Brückenbaus viel zu kostspielig und bringen Verkehrsüberlastungen an anderer Stelle.

Darüber hinaus, so hat die Verwaltung nach Verkehrszählungen errechnet, sei die Pkw-Belastung, beispielsweise auf der Berchumer Straße, von 2005 bis 2009 zurückgegangen, der Lkw-Anteil blieb konstant. Wörtlich heißt es dazu: „Es ist nicht die absolute Anzahl der Lkw in Halden und Fley – die Zahl ist in den vergangenen Jahren kontant geblieben oder sogar rückläufig –, die diese Belastung auslöst, sondern die Verkehrsempfindlichkeit in den jeweiligen Ortslagen.“

Eine Maßnahme: Software umprogrammieren

Natürlich, so das Fazit, könnte der Bereich Fley/Halden für den Lkw-Verkehr gesperrt werden. Dagegen spreche aber die spürbare Auswirkung auf die Betriebe im südlichen Lennetal, die hauptsächlich innerhalb des Stadtgebiets, insbesondere in Hagen-Mitte, wirtschaftlich aktiv sind. Um zu den lokalen Einsatzorten zu gelangen, müssten Umwege von 4 bis 5 Kilometer gefahren werden.

Auch würde, so heißt es in einer Vorlage für die Bezirksvertretung Nord, die am kommenden Mittwoch tagt, Lkw-Sperrungen mit „Anlieger frei“ zu erheblichem Kontrollaufwand führen. Eine Maßnahme will die Verwaltung aber doch ergreifen: Damit ortsunkundige Fahrer mit Ziel Autobahn Halden und Fley nicht durchfahren, werden im Rahmen eines von der Metropole Ruhr unter Beteiligung der Stadt durchgeführten Projektes die nächsten Generationen der Navigations-Software so programmiert, dass die Lkw auf verträgliche Routen und Straßen geführt werden.

Von Andreas Reitmajer

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Kommentare
06.11.2011
19:02
...
von Just_Say_it | #4

Nur dass Fley und Halden vor dem Industriegebiet existieren und nie gefragt wurden.

Im Idealfall sollte man beim Ausbau der 45 ne Auffahrt im Bereich Dolomitstraße machen, gleich noch ein LKW-Verbot für Berchumer- und Sauerlandstr. Woanders wird auch so manches Transportmittel bald aufgrund von Umweltzonen-Irrsinn enteignet. Insofern kann man die Umweltzone dann bis nach Fley und Halden erweitern und schwupps dürfen LKW nicht mehr daher, denn ab Loxbaum ist dann eh Umweltzone. Das ist zwar alles Irrsinn, aber politisch so gewollt genauso wie E10.

Immerhin fährt der Bus Fley-Halden-Herbeck jetzt auch nur noch stündlich, so kann man ja dann schön ohne Gehweg im LKW-Verkehr laufen...

06.11.2011
11:20
Was denn nun?
von erbsenzaehler | #3

Wollen die Menschen jeden Tag in Bathey und in Boele einkaufen können?
Wollen die Menschen ihre Arbeitsplätze im Lennetal behalten oder dort einen Grüngürtel schaffen?
Dann müssen die Menschen auch mit den Konsequenzen (hier Verkehrslärm) leben.

Zudem dürfte jedem, der in die Nähe einer "Landstraße" oder eines Industiregebietes zieht, klar sein, daß dort keine Idylle wie im Kurpark herrscht.

Für mich hört sich das an wie: "Wasch mich, aber mach mich nicht naß."

Schönen Sonntag.

05.11.2011
07:10
Unzug
von bearny67 | #2

Die betreffenden Leute müssen nur ca. 1/2 Jahr in die Heinitzstrasse ziehen, und schon wird der Lärm bei anschließendem Rückzug als geradezu leise empfunden.
Gewöhnung löst eben auch manche Probleme.

Ironie *off*

05.11.2011
00:03
Es gab mal Planungen
von Just_Say_it | #1

Man hätte damals schon ne Querverbindung zur Fernuni bauen können....aber nein. In Fley passen kaum 2 LKWs aneinander vorbei und bald wird da auch noch ein Kreisverkehr sein und der Lärm wird sich weiter erhöhen. Gibt ja keine Gehwege für Fußgänger, wenn dann die 40-Tonner vorbeipreschen ist das unschön. Die kleinen Umwege über Pappelstraße, nach Ergste oder direkt zur A1 sind auch aufgrund des Boeler Ringes zumutbar. Mit der baldigen Umweltzone in der City (=Schwachsinn) dürfte die Belastung noch weiter ansteigen.

1 Antwort
Verschlafen
von hagfri | #1-1

Das Dilemma der Verkehrsanbindung Lennetal ist mit dem Bau der A45 angefangen.

Die wichtigste Anbindungsstr. Halden, die Lennestr. hat man von der B7, Eppenhauser Str. abgehängt.
Die Achse, von Garenfeld, über die Lenne, B7 queren, weiter bis (Donnerkuhler Weg)
zur Haßleyerstr, hätte alle Probleme gelöst.
Im Prinzip wie die Ferngasleitungstrasse, die nimmt genau diesen Weg. Heute und in Zukunft enden alle Wege in einer Wohnsiedlung. Das ganze wird noch schlimmer mit der Bahnhofshinterfahrung und Umweltwegeplan. raus aus der City, rein in die Randgebiete.

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