Anrufsammeltaxi ist kein Ersatz für eine Busanbindung

Oege..  Ein Oberbürgermeister für alle Hagener Bürger zu sein, sich deren Sorgen und Nöte anzuhören und sich auch deren Kritik zu stellen. Das Versprechen hatte Erik O. Schulz im Sommer des vergangenen Jahres im Wahlkampf gegeben, und dieses löst er jetzt ein. So am Donnerstagabend in der Gaststätte Zum Löschteich in Oege, so auch beim Grünkohlessen der Ortsunion am 30. Januar im Hotel / Restaurant Der Bentheimer.

Die Zahl der neugierigen Bürger und somit auch der Kritiker hätte am Donnerstag größer sein können. Nur rund zwei Dutzend Oeger waren gekommen, um ihrem Oberbürgermeister ins Aufgabenheft zu schreiben, woran es im „Freistaat“ mangelt und wo die Verwaltung Probleme zu beseitigen hat.

Zuvor ließ Schulz die ersten 213 Tage seiner Amtsperiode in launigen Worten Revue passieren, sprach unverblümt die erwarteten und auch unerwarteten Probleme an, die auf ihn als Verwaltungschef eingestürzt waren. „Den Einstieg hatte ich mir anders vorgestellt“, bekannte er frank und frei. Die bis 2014 unendliche Geschichte um die Derivate, die eingebrochene Gewerbesteuer oder das Dilemma um den Energieversorger Enervie.

Er ließ mit amüsanten Worten aber auch einen Blick ins private Wohnzimmer zu, stellte somit den Menschen Erik O. Schulz vor, um anschließend die Wünsche und Sorgen der Oeger Bürger zu notieren. Insbesondere der katastrophale Anbindung an den Öffentlichen Personen Nahverkehr. Das Anrufsammeltaxi, das wurde deutlich, ist für Oege kein Ersatz. Schulz versicherte, diese Problematik mit in die Sitzung des Aufsichtsrates der HVG zu nehmen. Er machte aber auch deutlich, dass er im „Löschteich“ keine verbindlichen Zusagen machen könne, dass ein Kleinbus sporadisch zu noch festzulegenden Zeiten wieder den Sonnenberg ansteuern werde. Auch der Zustand der Fahrbahndecken rund um die Piepenstockstraße oder die Reinigung der Gullys am Fahrbahnrand stehen auf seinem Notizenzettel.

Kommunikationszentrum schaffen

Stefan Welzel („Ich bin Neubürger. Ich wohne seit 15 Jahren in Oege“) regte an, in der multikulturellen Arbeitersiedlung ein Kommunikationszentrum zu schaffen. Insbesondere für die Jugend. Ob ein solches im Pestalozzi-Schulgebäude möglich ist? Denn dieses soll, so Denkmodelle, nur bis zum Spätsommer von der VHS genutzt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Förderschule bereits ausgezogen. Und was dann mit dem schmucken Gebäude geschehen wird, ist zumindest gegenwärtig noch nicht bekannt.

Zum Abschluss bat der Oberbürgermeister dann um Verständnis und um eine Willkommenskultur für die Flüchtlinge, die u.a. an der Wilhelmstraße und der Unternahmerstraße untergebracht werden sollen. „Wir müssen Brücken bauen und diese Menschen in unsere Gesellschaft integrieren. Das ist eine wichtige Aufgabe für uns.“