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Anmeldung im Kindergarten ändert sich 2008

17.12.2007 | 16:33 Uhr

Hagen. Mehr Vielfalt, weniger Wege – das verspricht die Stadt durch das neue zentrale Anmeldeverfahren im Bereich der Kindertageseinrichtungen.

Der 7. Januar könnte es einen Ansturm geben, denn „wer zuerst kommt, mahlt zuerst”, sagt Fachbereichsleiter Gerd Steuber.

Jedenfalls beinah. Bis zum 2. Januar sollen alle „Kita-Karten” an Eltern verschickt sein, deren Kinder zwischen 1. August 2004 und 31. Oktober 2005 geboren wurden. Mit dieser Kita-Karte müssen die Eltern sich dann bei der Einrichtung ihrer Wahl melden, spätestens bis zum 31. Januar 2008. Danach verliert die Karte ihre Gültigkeit.

Die Träger sind nicht verpflichtet die Karte direkt anzunehmen, sondern kann weiter auf die Zusammensetzung der Gruppe – Altersstruktur, Geschlecht, Konfession, Nationalität – Einfluss nehmen. Sollte die bevorzugte Einrichtung keinen Platz in gewünschter Form anbieten können, müssen die Eltern binnen 10 Tagen benachrichtigt und über Alternativen in unmittelbarer Nähe informiert worden sein.

Information zum Anmeldeverfahren
Kita-Karte - Stichtag 7. Januar '08

Das Anmeldeverfahren im Bereich Kindertageseinrichtungen ändert sich im kommenden Jahr in Hagen.

  • Ab sofort gilt das neue Anmeldeverfahren im Bereich der Kindertageseinrichtungen.
  • Bis zum 2. januar werden alle betroffenen Eltern benachrichtigt.
  • Vom 7. bis 31. Januar müssen die Eltern sich mit der Kita-Karte bei der Einrichtung ihrer Wahl gemeldet habe.
  • Ansprechpartnerin bei der Stadt ist Juliane Röber-Steffens, erreichbar unter  023317207-3616 oder per Emil an Juliane.Roeber-Steffens@stadthagen.de.
  • Zurzeit gibt es in Hagen knapp 100 Kindertageseinrichtungen.  Im Jahrgang 2004/2005 kommen rund 1400 Kinder ins „Kindergartenalter”.
  • Zurzeit liegt der Betreuungsdurchschnitt pro Kind bei 27,8 Stunden. In Zukunft können die Eltern zwischen 25, 35 und 45 Stunden wählen. Fachbereichleiter Gerd Steuber rechnet mit folgender Verteilung: „Ca. 20 % mit 25 Std., 60 % mit 35 std. und 20 % mit 45 Stunden.”.

Geben die Eltern die Karte ab und die Einrichtung nimmt sie an, ist die Anmeldung absolut verbindlich. „In der Vergangenheit gab es Fälle, dass Kinder von Einrichtungen noch auf Wartelisten geführt wurden, obwohl sie längt in der Grundschule waren.”, so Steuber. Umgekehrt gab es auch die Eltern, die ihr Kind in verschiedenen Einrichtungen angemeldet, aber in keiner abgesagt hatten, so Juliane Röber-Steffens, Ansprechpartnerin für das neue Verfahren.Eltern, deren Kinder noch keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben, (unter dreijährige Kinder), oder von älteren Kindern, die bisher keinen Kindergarten besucht haben, können die Kita-Karte im Fachbereich Jugend und Soziales anfordern (siehe Infokasten). Das gilt auch für neu zugezogene Kinder, die einen Platz benötigen. 

Mit dem neuen Anmeldeverfahren werden auch die neuen Regeln des „Kinderbildungsgesetzes” (KiBiz) umgesetzt. „Das Verfahren wäre aber ohnehin umgestellt worden, bisher war das Meldeverfahren aus den genannten Gründen sehr ungenau”, erklärt Steuber. 2008 soll das Verfahren mit dem Anmeldverfahren für Grundschüler zeitlich harmonisiert werden.

Jens HELMECKE

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Kommentare
19.12.2007
22:56
Anmeldung im Kindergarten ändert sich 2008
von Steuber, Gerd | #2

Der Kommentar von pauli16awr geht von der irrtümlichen Annahme aus, als hätten die Städte bis zum 15.3.2009 Zeit, das Kindergartenjahr 2008/2009 in aller Ruhe zu planen.
Richtig hingegen ist, dass die Landesjugendämter alle Jugendämter in NRW im ausdrücklichen Auftrag des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration aufgefordert haben, bis zum 15.3.2008 unter Hinweis auf die Frist des § 21 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Kinderbildungsgesetz die notwendigen Zahlen zur Höhe und Anzahl der Pauschalen fristgerecht zu ermitteln. Alle planungsrelevanten Aspekte gehen aus dem KiBiz hervor, so dass die Fertigstellung einer Verwaltungsverfahrensverordnung durch das Ministerium weder abgewartet werden muss noch kann. Die Zeit für die erforderliche Bedarfsplanung und Datenerhebung ist durch diesen Termin (15.3.2008) für ale Jugendämter in NRW äußerst knapp bemessen. Die Planung war daher in dem knappen Zeitraum durchzuführen. Eine Beschlussfassung durch den Rat der Stadt war erforderlich, um das Anmeldeverfahren für das kommende Kindergartenjahr im Interesse der Hagener Kinder und Familien durchführen zu können.

17.12.2007
23:32
Anmeldung im Kindergarten ändert sich 2008
von pauli16awr | #1

Der Rat der Stadt Hagen hat am vergangenen Donnerstag die Umsetzung des KiBiz-Gesetzes für den Bereich der Stadt Hagen beschlossen.

Auffällig war schon im Vorfeld, mit welchem Zeitdruck das KiBiz in Hagen durchgedrückt wurde, obwohl bislang noch nicht einmal Ausführungs- und/oder Durchführungsverordnungen vorliegen, wie die Verwaltung selbst in ihrer Ratsvorlage einräumt.

Andere Städte haben aus diesem Grunde die Behandlung dieses Themas vernünftigerweise erst einmal zurückgestellt. Nicht so Hagen - im Gegenteil. Schon während der Sitzung des JHA am vergangenen Dienstag gefielen sich Politik und Verwaltung stattdessen darin, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und sich für die Umsetzung des Gesetzes in so kurzer Zeit zu loben.

Dabei war immer wieder die Rede davon, daß alle Vereinbarungen im Konsens mit den Trägern getroffen wurden. In Wirklichkeit wurden diese vor vollendete Tatsachen gestellt, sodaß ihnen nichts anderes übrig blieb, als allem zuzustimmen.

In den vorausgegangenen Regionalkonferenzen wurden die Träger unter Termindruck gesetzt. Diese sollen bis zum 15. Febr. 2008 dem Jugendamt verbindliche Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2008/2009 liefern. Dieser Termin wird in der vom Rat beschlossenen Vorlage nicht benannt und existiert auch im Gesetz nicht, sorgt aber in den Einrichtungen für große Verunsicherung.

Ebenso ist das neue zentrale Anmeldeverfahren ab 7.1.2008, das in der Ratsvorlage erwähnt wird, weder im Gesetz noch in der Vorlage geregelt. Dort ist ebenfalls von einem vorgegebenen Termin 15. März 2008 die Rede, zu dem Höhe und Anzahl der Kindpauschalen verbindlich dem Land mitgeteilt werden sollen. Auch diese Behauptung stimmt nicht mit dem Gesetz überein.

Dort ist im § 19 Abs. 3 als Termin der 15. März vorgegeben - natürlich nicht 2008, sondern erstmalig 2009. Das Gesetz tritt nämlich erst am 1. August 2008 in Kraft und bis dahin hat natürlich das (alte) GTK Gültigkeit.

Die ganze Hektik und die nicht durch Gesetz abgedeckten Terminvorgaben dürften ihren Grund in der Finanzsituation der Stadt haben. In der Beschlußvorlage der Verwaltung heißt es dazu: Ausgaben nicht ... erhöhen.

Auch das ein Trend zu kürzeren Betreuungszeiten befürchtet wird, wie es im Artikel heißt, ist der Ratsvorlage nicht zu entnehmen. Man erwartet im Gegenteil aus diesem Elternverhalten eine Verbesserung der Einnahmesituation.

Ratsmehrheit und Verwaltung instumentalisieren also das massiv kritisierte KiBiz, um hausgemachte Versäumnisse und Fehler glattzubügeln. Daß die SPD sich - wie auch im Land - an den Protest anzuhängen versucht, ist scheinheilig. Trotz verhaltener KiBiz ist Mumpitz-Rufe für die Zuschauergalerie hat sie zugestimmt.

Kinder. Eltern und Beschäftigte sollen also den Kopf für Dinge hinhalten, die sie nicht zu verantworten haben. Sie sind weder für die Verfünffachung der städtischen Kassenkredite zur Zeit der Regentschaft des OB Horn verantwortlich, noch für die Zockergeschäfte von Grehling, Demnitz, Weber u.a.

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