Anklage im Mordfall Dirk W.

Dortmund..  Im Mordfall Dirk W. hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Ein 18-jähriger Asylbewerber soll den Dortmunder an Weihnachten 2014 in Hörde ermordet haben. Doch der Mann schweigt.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte am Dienstag, dass nun Anklage gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen erhoben wird. Nach Angaben von Staatsanwältin Sandra Lücke könnte der Prozess bereits in den kommenden Wochen beginnen. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest.

Verdächtiger (18) schweigt

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bei der Suche nach dem mutmaßlichen Täter zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen und ein Foto des Verdächtigen veröffentlicht, obwohl der 18-Jährige zu dem Zeitpunkt schon gefasst worden war. Der Grund: Sie hofften auf weitere Zeugenhinweise, vor allem auf die Aussage eines Taxifahrers, der den Hörder Dirk W. in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag nach Hause gefahren haben muss. Der Taxifahrer habe sich allerdings bis heute nicht gemeldet, so Staatsanwältin Lücke.

Die Leiche des 43-jährigen Hörders war am ersten Feiertag in seiner Wohnung am Clarenberg von Angehörigen gefunden worden. In der Wohnung von Dirk W. fanden die Ermittler DNA-Spuren und Fingerabdrücke des Tatverdächtigen. Dieser wurde Anfang Januar im 160 Kilometer entfernten Höxter in Ostwestfalen-Lippe festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der 18-Jährige war vorher schon wegen Raubes und Körperverletzung mit der Polizei in Konflikt geraten, bestreitet aber, Dirk W. umgebracht zu haben - und schweigt seither. Für Staatsanwältin Lücke reichen die Indizien für einen dringenden Tatverdacht gegen den Asylbewerber allerdings aus.