Angstbewältigung ist nach einem Infarkt besonders wichtig

Dr. Sven Kröner schult die Mitglieder der Behindertensportgemeinschaft regelmäßig zur Ersten Hilfe bei einem Notfall.
Dr. Sven Kröner schult die Mitglieder der Behindertensportgemeinschaft regelmäßig zur Ersten Hilfe bei einem Notfall.
Foto: WP

Hohenlimburg..  „Angst essen Seele auf“, schrieb einst Rainer-Werner Fassbinder. Isst Angst auch Herzen auf? Beispielsweise nach einem Infarkt? „Das muss nicht sein“, sagt Silke Soennecken, Fachübungsleiterin für Rehabilitationssport, die Wege aus der (Lebens-)Krise kennt und aufzeigt.

Was aber, wenn das Herz erkrankt und eine Bypass- oder eine Herzklappen-Operation oder ein Schrittmacher erforderlich ist? Wie gehen die Betroffenen nach einem Eingriff mit der neuen Situation um? Physisch und psychisch. Auch darauf geben der Mediziner Dr. Sven Kröner und Silke Soennecken konkrete Antworten. Sie stehen als kompetente Ansprechpartner an der Spitze der Hohenlimburger Behinderten-Sport-Gemeinschaft (BSG) und sind somit die Nachfolger von Herbert Kallmeyer.

„Das Herz ist der Motor im menschlichen Körper. Eine Erkrankung schürt Ängste, deshalb ist eine Angstbewältigung wichtig“, betont Silke Sonnecken.

Vor dem Training Blutdruckkontrolle

Aus diesem Grund laden Dr. Sven Kröner und Silke Sonnecken, ehrenamtlich unterstützt von zahlreichen Medizinern, einmal in der Woche zum Rehabilitationssport in die Wiesenhalle ein. Dort treffen sich Männer und Frauen im Alter ab 50 Jahren aufwärts, um unter ärztlicher Betreuung gemeinsam wieder den Weg in ein normales Leben zu finden.

Dieses geschieht Woche für Wochen in zwei gemischten Trainingsgruppen in einer entspannenden und somit auch entspannten Atmosphäre. „Zu Beginn wird generell der Blutdruck gemessen“, betont Silke Soennecken, dass niemand unkontrolliert aufs Trainingsfeld geschickt wird. Nach einer Aufwärmphase stehen dann Spiel und Spaß mit und ohne Ball im Mittelpunkt des Abends. Großen Wert legt die Übungsleiterin dabei auf gemischte Gruppen, denn sie hat die Erfahrung gemacht, dass viele Männer auch nach einer Herzerkrankung zu ehrgeizig sind und den sportlichen Einsatz übertreiben. Deshalb erfolgt die Trainingsbelastung generell mit Augenmaß, denn niemand soll überfordert werden.

Wichtig ist für die Teilnehmer, dass bei einem eventuellen Notfall durch die stets anwesenden Mediziner sofort ärztliche Hilfe gewährleistet wird und darüber hinaus auch solche außergewöhnlichen Fälle immer im Fokus der Verantwortlichen sind. So werden die dann einzuleitenden Maßnahmen und die einsetzende Rettungskette kontinuierlich trainiert. Wo ist die Notfalltür? Wer ruft den Notarzt? Was machen die anderen Teilnehmer? Viele Fragen - aber auch klare Aussagen und Anweisungen, die Leben retten können. Willkommen ist, wie Silke Soennecken betont, zum montäglichen Training jeder. „Es bleibt kein Patient auf der Warteliste. Wir finden immer einen Weg. Das ist uns besonders wichtig.“