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Gericht

Angeklagter brach in Verhandlung zusammen

26.11.2009 | 10:58 Uhr

Hagen. Vor dem Landgericht sollte am Mittwoch der Prozess um einen äußerst brutalen Erpressungsversuch beginnen. Der Vorwurf: Zwei Hattinger sollen einen Mann in Hagen bedroht, misshandelt und 25 000 Euro von ihm gefordert haben. Ein Angeklagter kollabierte.

Vor dem Landgericht sollte am Mittwoch der Prozess um einen äußerst brutalen Erpressungsversuch beginnen. Der Vorwurf: Zwei Hattinger sollen einen Mann in Hagen bedroht, misshandelt und 25 000 Euro von ihm gefordert haben. Allerdings kam es noch nicht einmal zur Verlesung der Anklageschrift. Ein Angeklagter kollabierte.

Dramatische Szenen im Gerichtssaal: Schon als der 37-jährige Angeklagte, der bereits einen Schlaganfall erlitten hatte, auf Krücken in den Saal kam, wirkte er angeschlagen. Minuten später bat er einen Justizwachtmeister, ihn wegzuführen. Er müsse sich übergeben. Zwar kehrte er nach einiger Zeit zurück, lehnte sich dann jedoch plötzlich in seinem Stuhl zurück, schluchzte und beklagte Kopfschmerzen. Was dann folgte, ging wohl allen Beteiligten und Beobachtern unter die Haut. Der Mann sackte zusammen, musste auf den Boden gelegt werden. Ein Justizwachtmeister verständigte den Notarzt. Weitere Wachtmeister eilten zur Hilfe, Beobachter verließen den Saal - darunter die besorgten Angehörigen des betroffenen Angeklagten. Nach wenigen Minuten erschienen Notarzt und Rettungssanitäter. Schließlich wurde der Mann in ein Krankenhaus transportiert, umringt von seiner Familie.

Falls der 37-Jährige wieder verhandlungsfähig sein sollte, wird das Verfahren am 11. Dezember fortgesetzt. Die Vorwürfe gegen die 37- und 41-Jährigen Männer wiegen schwer. Laut Anklage hatten sie ihr Opfer am 23. Juli im Hinterzimmer einer Hagener Gaststätte massiv unter Druck gesetzt und 25 000 Euro „Schadensersatz” gefordert, da sie den Mann für das Scheitern eines Immobiliengeschäftes in Remscheid verantwortlich gemacht hatten. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, soll einer der Angeklagten den Geschädigten getreten, mit Fausthieben attackiert und versucht haben, einen seiner Finger mit einem Teppichmesser abzuschneiden. Das Vorhaben soll nur deshalb gescheitert sein, weil das Opfer seine Hand noch rechtzeitig entwinden konnte.

Aus Angst, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, hatte der Mann schließlich einen Schuldschein unterschrieben. Zur Zahlung war es jedoch nicht gekommen, weil ein Zeuge die Sache zur Anzeige gebracht hatte. Ihn sollen die Angeklagten anschließend ebenfalls bedroht haben.

Sylvia Mönnig

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